Hallo Frau Perle,
wie immer schwanke ich bei Dir zwischen Zustimmung, Nachdenkenswertem und Ablehnung. Sehr interessant. So soll es doch sein.
Doch ich lese auch in anderen Themen mit, nicht viel, wenn mal Zeit ist, und ab und an bleibe ich auch ein wenig hängen und versuche, zu helfen.
Ja, danke, es geht seit heute Nachmittag wieder etwas besser. Ja, sie hat sich entschieden, zumindest initiert, dass wir uns trennen. Wir haben derzeit auch wirklich sehr selten Kontakt, gemeinsames Kaffeetrinken ist auch "eingeschlafen". Ich habe auch derzeit gar nicht den Drive, mich ohne Anlaß zu melden, wüsste auch nicht, was ich sagen sollte.
Aber dennoch gibt es immer mal wieder Organisatorisches zu regeln. Zum Beispiel noch Finanzielles, was den Unterhalt des studierenden Sohnes angeht, die Organisation der Benutzung des gemeinsamen Autos und vor allem auch den Hund. Ich möchte es wirklich nicht missen und es ist immer ein Fest für mich, wenn die alte Lady für ein bis drei Tage die Woche bei mir ist. Das muss schon irgendwo besprochen oder gewhatsappt werden - das läuft aber alles ganz unproblematisch eigentlich, ich sehe auch keinen Grund, warum das für irgendwas schädlich sein sollte.
Und nein: Ich widerspreche ganz entschieden, dass Liebesgeschichten oder Trennungen nicht individuell verlaufen. Es sind natürlich Muster erkennnbar, die die rationale Psychologie allzu leicht statt deskriptiv, normativ zu instrumentalisieren sucht, so dass Kausalitäten konstruiert werden, wo doch nur statistische Wahrscheinlichkeiten aufzufinden sind.
Und allzu oft folgen wir diesen vermeintlichen Gesetzen, ohne zu erkennen, dass wir frei und voller Möglichkeiten sind, es auch gahz anders anzugehen.
Menschen und vor allem Paare sind in so unterschiedlichen Feldern verstrickt, Charaktere, Biographien, Lebensumstände, Beruf, EInfluss von anderen Menschen, Kinder, die jeweils wieder so schwer durchschaubar sind, dass jede empirischen WIssenschaft notwendigerweise mit eigentlich unwissenschaftlichen Vereinfachungen arbeiten muss.
Know what I mean? Es gibt Wahrscheinlichkeiten, aber jeder Mensch, jedes Paar hat grundsätzlich die Möglichkeit, es ganz anders anzugehen. Jeder Mensch ist einzigartig. Und damit jedes Paar erst recht.
Was wir natürlich tun können, ist die Geschichten, die schönen romantischen Liebesgeschichten ebenso wie die tragischen Trennungsgeschichten achtsam zu verfolgen, zu helfen, wenn nötig und möglich, um aus dem Verstehenden Helfen dann auch zu Lernen, was kann ich daraus für mich ziehen, was können wir daraus lernen, was anders, vielleicht besser machen.
Habe vor kurzem erste einen Fall im erweiterten Bekanntenkreis erlebt, in der jemand nach über 10 Jahren und zwei anderen Beziehungen wieder mit seiner ersten Frau zusammengekommen ist.
Kann Dir auch kein Therapeut erklären. Nur zurechtbiegen.
Also: Selbst für mich ist theoretisch noch alles offen. Wie für jeden von uns hier!
Ich beschäftige mich derzeit nicht damit, was mit meiner Frau wann wie sein wird. Es sind diese Tage wie der Hochzeitstag, die noch sehr schmerzen. Ja. Aber mit meinen alltäglichen Leben hat meine Frau auf absehbare Zeit nichts mehr zu tun. Soweit zumindest bin ich.