Gestern gab es mal wieder Gespräche.
Ihr habt so Recht, man sollte es lassen!
Und trotzdem passiert es immer wieder, weil man auf Antworten hofft.
Gestern hat er gesagt, dass es immer wieder der gleiche Typ Frau ist, die ihm gefährlich werden und zwar nicht optisch, sondern eben die unabhängigen, die ohne Anhang sind ,einfach alles machen können und ihr Leben leben.
Tja und ich denke, da liegt tatsächlich der Ursprung für das Dilemma.
Er hat sich auf Familie eingelassen und irgendwann dss Gefühl gehabt, dass er nicht mehr an erster Stelle steht. Außerdem haben Schichtarbeit und Kinder, die natprlich Sufmerksamkeit brauchen und schlechte Schläfer waren , dazu beigetragen, dass er immer unzufriedener wurde.
In der 1.Krise hatte er ja mal gesagt, dass er wohl nicht für Familie geeignet ist. Er hatte eine Kollegin kennengelernt, die frei und unabhängig war und wollte uns aufgeben, war aber hin und her gerissen.
Die ungeplante Schwangerschaft war natürlich zu dem Zeitpunkt der Supergau, für uns beide.
Wir wollten es aber zusammen schaffen ( dachte ich) . Nach knapp 5 Jahren war es ja dann die gleiche Kollegin, wofür er wieder alles in Frage stellte.
Es gab viele Gespräche, Eheberatung und wieder beschlossen wir, es hinzubekommen.
Im Nachhinein sagt er , er hätte sich spätestens da trennen sollen, vielleicht sogar schon bei der 1. Krise.
Und ich denke, diese Krise(n) hat er nie wirklich verarbeitet. Er war unzufrieden darüber, dass sich vieles um die Familie drehte, Rücksicht und Einschränkungen nötig waren und zog sich öfter raus, weil es ihm zu viel war.
Anstatt darüber offen zu reden und zu schauen, wie man diese Situation vielleicht zusammen in den Griff bekommt, hat er sich in seine Unzufriedenheit reingesteigert und Fehler regelrecht gesucht. Zumindest sieht es für mich so aus, wenn ich seine gesammelten Vorwürfe so anschaue.
Eine Konsequenz hat er trotzdem nicht gezogen, sondern sich " durchgebissen".
Leider kamen dann ja noch die großen Probleme mit unserem Jüngsten dazu.
Und in oder kurz nach der schlimmsten Phase des Kleinen, lernte er wieder eine Frau kennen, die frei und unabhängig ist und ihm wurde wohl bewusst, dass es das ist was ihm fehlt.
Da sie nicht abgeneigt war, entschied er sich, diese, vielleicht letzte Chance zu nutzen und es zu probieren.
Aus seiner Sicht der richtige Weg.
Die Vorwürfe, die ich bekommen habe, dienten wahrscheinlich dazu, seinen Schritt vor sich zu rechtfertigen, denn wer würde schon sagen, ich wäre lieber frei und ohne Verantwortung?
So weit so gut ( oder eben nicht, je nach Sicht) .
Aber jetzt alles nachholen wollen, was man vermeintlich versäumt hat und wenig rücksichtsvoll einfach zu machen, was man gerne möchte, tut einfach weh.
Nur ändern kann ich es nicht.
