Gut 2 Wochen muss ich noch irgendwie überstehen, dann gibt es den wichtigen Abstand.
Im Moment geht es mir nicht gut, es wurde zu viel gesagt, zu viel verletzt und meine Gedanken kreisen immer wieder. Auch die Nächte sind wieder schlechter geworden.
Ich bin ja so, dass ich Gesagtes später lange im Kopf habe und es nicht einfach abhaken kann.
Viele seiner Vorwürfe nehme ich nicht ernst. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass er tatsächlich mit der Familie überfordert war und ich zumindest anfangs nicht das Problem war.
Und trotzdem (oder gerade darum?) tut es so weh.
Ich habe gedacht, dass es ja nur besser werden kann. Der Kleine wird ja auch größer und selbstständiger und da wir beide allein ja gut zurecht kamen....
Tja, bis dahin wollte er nicht warten.
Nun ändert er sein Leben, aber ohne uns.
Endlich keine Rücksicht nehr nehmen müssen auf Kinder, endlich machen können was man will.
Immer wieder schießen mir seine Worte in den Kopf.
"Das Kind kam zu früh, wir hätten mehr Zeit allein gebraucht!"
"Alles drehte sich um Kinder. Neues Auto: Passen da die Kinder rein ? Urlaub: Ist das was für die Kinder? Kinder,Kinder,Kinder!"
"Du bist der Familienmensch. Ich nicht!"
"Du warst doch auch nicht mit allem zufrieden Warum hast du dich denn nicht getrennt? Weil du deine heile Familie wolltest? "
"Ich war nicht da? Ich habe doch dafür gesorgt, dass ihr so leben konntet!"
Und einiges mehr.
Dann die Vorwürfe, die er wahrscheinlich aus seiner Unzufriedenheit heraus, gegen mich gesammelt hat.
Da hatte ich dummerweise nochmal nachgefragt. Er hatte mir mal wutentbrannt vorgeworfen, dass ich während der Bauzeit (vor über 20 Jahren!) nicht geholfen und mich stattdessen um unseren Sohn gekümmert habe ( er war wenige Monate alt, als wir anfingen zu bauen ).
Naja, gesagt hatte er damals nichts, dass kam dann jetzt in der Trennungsphase.
Es ratterte in meinem Kopf und ich fragte ihn vor Kurzem, warum er mich dann überhaupt 2 Jahre später noch geheiratet hat. Seine Antwort war, er wäre da schon unsicher gewesen ....
