Zitat von Taleja:Es ärgert mich einfach maßlos, dass es so dargestellt wird, als wolle ich ihn aus dem Haus haben und es für mich beanspruchen. Davon war nie die Rede!
Aus eigener Erfahrung möchte ich dir sagen, dass da höchstwahrscheinlich noch viele viele schriftliche Klopper nachkommen werden. So war es bei mir und ich konnte mich bis zum Schluss ( 2 Jahre zog sich das Ganze) nicht daran gewöhnen. Hier ein kleiner Auszug der Aussagen des RA vom Ex:
1) Mein Mandant hat zusammen mit seiner Ex-Frau kurz vor der Trennung eine Eigentumswohnung erworben, damit Ihre Mandantin nach der Scheidung finanziell abgesichert ist. // WAhrheit: die ETW wurde gekauft, um einen Neustart in neuer Umgebung hinzulegen, als aber klar wurde,dass er nicht vorhatte, seine Geliebte aufzugeben, sprach ich die Trennung aus und zog dort mit den Kindern alleine aus
2) Mein Mandant hat sich all die Jahre liebevoll und aufopferungsvoll um seine Kinder gekümmert. // Wahrheit: die letzten 10 Jahr vor der Scheidung hat er nur Fragmente von den Kindern mitbekommen. Wusste nicht, auf welche Schulen sie gehen, wie die Freunde heißen, war nicht auf den Abi-Bällen eingeladen, Kontakt fast 0.
3) Mein Mandant muss nach der Scheidung bei 0 anfangen// Wahrheit: er verdient ausgesprochen gutes Geld, seine LG nochmal das Gleiche, haben ein eigenes Haus in exklusiver Wohnlage, dickes Wohnmobil, gehortete Aktien.
4) Mein Mandant ist finanziell nicht dazu in der Lage den von Ihnen geforderten Abfindungsbetrag zu zahlen// Als dann das vernichtende Urteil kam, war das Geld innerhalb von 2 Wochen doch plötzlich da, weil der Abfindungsbetrag noch tausend Mal besser für ihn war als der Unterhalt aus dem Urteil
5) Ihre Mandantin hätte schon seit vielen Jahren wieder vollzeit arbeiten gehen können, wozu mein Mandant sie auch mehrfach aufforderte // Wahrheit: er hat mich niemals dazu aufgefordert sondern war ganz happy dass ich den ganzen Alltag schmiss und er den Rücken frei hatte für seine Eskapaden. zudem hätte ich zu dem von ihm angegeben Termin niemals wieder arbeiten können, da ich ein chronisch krankes Kind mit lebenswichtiger Medikation zu Hause zu versorgen hatte inklusive Abrufbereitschaft für Kindergarten und Schule. Durch diese Aussage hat er sich bei seinen Kindern vollends ins Aus geschossen, da beide natürlich die Realität mitbekamen, dass ich mindestens 10 Jahre Tag und Nacht abrufbereit für das kranke Kind zur Verfügung stand, keine Partys besuchen konnte ( so wie er reichlich und ausgedehnt), sämtliche Schulausflüge und Fahrten begleiten musste...2 Jahre haben die Kinder KEIN WORT mit ihrem Vater gesprochen danach Erst jetzt nähern sie sich wieder langsam an.
Ich schreibe das alles in dieser Ausführlichkeit, damit du siehst, was die Exen so alles versuchen, um möglichst günstig aus der SAche rauszukommen. Geholfen hat es ihm letztendlich kein Stück, aber es war jedes Mal wieder ein Stich ins Herz für mich, wenn so ein Schrieb kam. Und das von einem Mann, der mal meinte, ich müsse mir niemals in meinem ganzen Leben Sorgen um finanzielle Dinge machen, da würde er schon für sorgen. Hahaha !
Fazit: lies alles, versuche deine Emotionen möglichst runterzufahren und denke dir bei JEDEM Schreiben das noch kommt: " abgerechnet wird zum Schluss". Was die Anwälte da zum Teil fabrizieren, ist nur heiße Luft. Das hat NULL Auswirkungen auf das Urteil und dient nur dazu, das Revier abzustecken. Meine Richterin interessierte der ganze Schriftwechsel wirklich NULLKOMMANULL- sie ging auf 90% des Geschreibesels noch nicht mal ein. Die Richter wollen wissen: wie lange verheiratet, wie sah die Rollenverteilung innerhalb der Ehe aus, wie ist die wirtschaftliche Situation beider Noch-Eheleute, gibt es ehebedingte Nachteile. Dazu werden beide ausführlich befragt, sachliche ruhige Vorträge sind hier sehr gern gesehen und danach wird sie dann ein Urteil fällen. Und alles was da vorher seitenlang zwischen den Anwälten ausdiskutiert wurde, das ist für die nur interessant, solange es eine der Fragen beantwortet.