Zitat von Taleja:Ehrlich gesagt kann ich mir nicht vorstellen seinen Papa ihm gegenüber auch noch in Schutz zu nehmen.
Das wäre aber besser für das Kind. Kein Kind möchte seinen Vater als egoistisch kaltherzig, uninteressiert und hormongesteuert wahrnehmen. Du musst da weniger an dich und mehr an die Kinder denken , insbesondere den Kleinen. Im Moment ziehst du ein bisschen Genugtuung daraus, dass die Kinder ihren Vater so negativ wahrnehmen, das ist menschlich auch völlig okay. Aber die Kinder leiden darunter und es würde ihnen vermutlich viel besser gehen, wenn sie dich stärker und sachlicher erleben würden. Ich weiß, das ist ein Kraftakt, der nicht immer durchzuziehen ist. Hinter verschlossenen Türen habe ich damals Rotz und Wasser geheult. Und natürlich habe ich den Kindern erklärt, dass ich auch lieber eine Familie mit Mama UND Papa gehabt hätte , aber dass Papa sich nunmal in eine andere Frau verliebt hat und er nichts dafür kann.
Zitat von Taleja:Ich finde es schon äußerst traurig, dass ICH ihm sagen musste, was mit Papa los ist, denn das hätte er ja nun wirklich mal selbst machen MÜSSEN, finde ich.
Er MACHT es aber nicht und er wird es wohl auch in naher Zukunft nicht machen. Das musst du jetzt einfach mal als gegeben hinnehmen. Im Moment musst du für ihn Stärke mit aufbringen, damit zumindest dein Kleiner keinen Schaden davon trägt. Der Ex kann und will im Moment das Familienkonstrukt nicht mehr, er will sich dem alten Familienmodell entziehen wo er nur kann. Er will auch offensichtlich seinem Sohn nichts erklären und sich auch nicht bei ihm abmelden wenn er geht. Wie man so ein Verhalten nun findet, steht auf dem einen Blatt. Wie man aber- um seine Kinder zu schützen- das den Kindern erklärt und wie man sich den Kindern gegenüber gibt, das steht auf einem anderen Blatt.
Zitat von Taleja:Das ist keine Krankheit, also warum soll ich ihm alles durchgehen lassen und noch Ausreden für sein Verhalten suchen?
Es geht aber nicht um DICH in diesem Fall sondern darum dass deine Kinder die Trennung nicht als Katastrophe erleben. Außerdem sollst du ihm nicht alles durchgehen lassen. Aber das sollst du auf einer anderen Ebene ausfechten: mit Hilfe deiner Anwältin. In Bezug auf deine Ansprüche sollst du ihm gar nichts durchgehen lassen. Ausreden für sein Verhalten brauchst du auch nicht zu erfinden. Dass er verliebt ist und gerne Zeit mit seiner Freundin verbringt, ist ja die Wahrheit.
Zitat von Taleja:Aber wirklich auf ihn schimpfen , das mache ich , wenn ich mit Freundinnen allein bin oder texte. Irgendwo muss der Frust ja hin.
Genau da gehört der Frust auch hin. Dort darfst du toben, lästern, unter die Gürtellinie gehen. Schreibe dir den Frust von der Seele, sei gemein, schreibe alles auf, was dich je an ihm gestört hat- egal ob es ein schiefer Zahn war oder Mundgeruch oder was auch immer- mir hat das damals wahnsinnig geholfen.
Zitat von Taleja:Ich finde es gar nicht erstrebenswert irgendwann mit diesem Mann eine ,wenn auch andere, neue Beziehung zu führen!
Ich weiß , dass man niemals nie sagen sollte, aber weiß nicht ob ich ein erneutes Einlassen auf diese Person,vor mir selbst verantworten könnte.
Das habe ich nie irgendwo erwähnt, dass ich das erstrebenswert finden könnte. Der Drops ist gelutscht würde ich mal sagen.