@Südfrüchte
Ich habe deine Beiträge hier, wie @Löwin45 auch, mit Interesse gelesen. Ich hoffe ich darf darauf auch eingehen?
Zitat von Südfrüchte:Ich habe für mich festgestellt, dass ich auch zwei Menschen gleichzeitig lieben kann.
und
Zitat von Südfrüchte:Ich kann in einer Beziehung zufrieden sein und mich dennoch fremdverlieben. Neudeutsch heißt das wohl polyarmor oder wie auch immer,
Ja, das ist sicher nicht soo ungewöhnlich. Aber Liebe zu einem Menschen bedeutet ja nicht automatisch, dass man jetzt mit dem alles, was möglich ist, veranstaltet. Wir sind Menschen und haben die Fähigkeit zu verzichten.
Tja...aber warum sollte ich auf etwas verzichten, was mir doch so schöne Gefühle beschert?
Zitat von Südfrüchte:Was bedeutet denn Partner sein?
- für jemanden da sein?
- jemanden unterstützen, wenn er Hilfe braucht?
- sich etwas Gemeinsames gestalten?
- Liebe und Geborgenheit nehmen und geben
- usw.
Und kann man das nicht für mehrere Menschen sein? Ich finde ja!
Meiner Meinung nach fehlt in dieser Aufzählung leider ein ganz wichtiger Aspekt: Partnerschaft bedeutet
immer auch sich an getroffene Vereinbarungen zu halten. Und zwar egal in welchem Zusammenhang. Also z.B. auch im Geschäftsleben. Auch da muss ich mich auf meinen Partner verlassen können. Partnerschaften leben zu einem Großteil von Vertrauen.
Und in Beziehungen kommt ja noch hinzu, dass da Emotionen eine extrem gewichtige Rolle spielen. Und wenn ich meinen Partner hintergehe, dann ist das dann eben nicht nur hinterhältig, sondern eben auch extrem verletzend. Eben weil Emotionen die Hauptrolle spielen.
Zitat von Südfrüchte:Sicher wäre es ideal, wenn man das immer offen kommunizieren kann, aber man erlebt ja an den Reaktionen hier im Forum auch, dass das gesellschaftlich weniger akzeptiert ist
Nicht die Liebe zu einem anderen Menschen ist "gesellschaftlich weniger akzeptiert", sondern der Betrug am Partner, den man auch liebt. Da spielt eben die persönliche Verletzung hintergangen worden zu sein die Rolle. Obwohl Betrug auch in anderen Konstellationen ja nun wirklich nicht gesellschaftlich akzeptiert ist.
Zitat von Südfrüchte:Aber ich denke, so lange man weiterhin für seinen Partner da ist, ihm keine Ressourcen entzieht, aber einfach noch einen anderen Menschen hat, den man auch mag, sollte man sich deswegen nicht fertig machen lassen. Ja, man betrügt vielleicht....aber welchen konkreten Schaden hat jemand davon?
Klar...es gibt bestimmt Millionen Menschen, die hintergangen werden, und davon nichts ahnen. Und wenn die "Hauptbeziehung" funktioniert, sind vielleicht auch alle glücklich.
Sehr oft bleibt es aber leider nicht dabei. Sehr oft fliegt es dann doch irgendwann auf. Und dann, und darum geht es nämlich dann, hat man mit seinem Verhalten ("Ich will nicht verzichten") einen geliebten Menschen im Innersten getroffen. Und manche erholen sich von solch einem Schlag und dem daraus resultierenden Vertrauensverlust, nicht mehr.
Wie ich finde ein sehr hoher Preis.
Und aus meiner Sicht steht die Erfüllung meiner emotionalen Wünsche mit einem anderen Liebe auszuleben zu dem Schaden, den man in einem anderen Menschen anrichtet, in absolut keinerlei Verhältnis.
Fazit: Man kann alles ausmachen. Alles. Aber wenn man die Abmachungen, aus welchem Grund auch immer, nicht mehr einhalten möchte oder kann, dann sollte man, gerade zu einem geliebten Partner, fair sein. Auch wenn es sehr schwer fällt.
Deine ganzen Ausführungen sind ja bei Lichte betrachtet nichts anderes als "Sich-Etwas-Schönreden", was man im Grunde genommen nicht schönreden kann. Egal ob man als Fremdgeher verdrängt oder es durch Gedankenspiele rechtfertigt...ändern tut es an der Tatsache des Betrugs einfach gar nichts. Auch wenn man das noch so gerne hätte.
Weil meine Liebe so wichtig ist, behandele ich meinen Partner, der sich auf mich verlässt und mich liebt, mies und hinterf...ig.
Das bleibt am Ende übrig.
Meine Sicht