Zitat von Butterblume63:.Schon mal was von seelischer Vergewaltigung gehört? Kannst du nur im Ansatz nachvollziehen,wenn man den Speicher leer räumt und dort fallen einen Briefe von der Langzeitgeliebten in die Hände wo sie immer detailgetreu schrieb wann,wo und wie sie es getrieben haben? Meine Mutter war und ist schon immer eine sehr starke Persönlichkeit gewesen und fühlte sich von diesem Mann sehr geliebt. Dieses Verhältnis bestand auch schon bevor sie geheiratet haben und es bestand bis zu seinem unerwarteten plötzlichen Tod. Echt gesagt kommst du mir rüber,dass du nicht das geringste Empathie Empfinden für andere Menschen hast.
Ich habe durchaus Empathie, aber ich finde das halt übertrieben und auch dann zu Begriffen wie "seelische Vergewaltigung" zu greifen erscheint mir wirklich überzogen. Ich glaube dir, dass deine Mutter in anderen Lebensbereichen stark war, aber wenn sie sich geliebt gefühlt hat und mit der Ehe glücklich war, dann ändert sich doch dadurch dass er manchmal mit einer anderen geschlafen hat, nichts. Man muss doch da keinen Weltuntergang daraus konstruieren, sondern könnte sich auch sagen:
"Er hat mich geliebt, wir hatten immer eine schöne Zeit, er hat alles für mich gemacht was ich wollte, ich hatte keinen wirklichen Grund mich zu beschweren. Dass er auch manchmal Spaß mit einer anderen hatte wäre mir zwar nicht so recht gewesen, aber da er mich ja immer lieb behandelt hat, gönne ich ihm das rückwirkend".
Kann man auch so sehen.
Zitat von nimmermehr:Der Mann hat dadurch nicht nur die drei Jahre Affäre für sie zerstört sondern ihr gesamtes Andenken an ihn, die gesamte Ehe und - je nach Dauer der Ehe - evtl. sogar ihr gesamtes Erwachsenenleben. Wenn man also schon nix sagen will, dann tut Euren Partnern wenigstens den Gefallen und hinterlasst keinerlei Spuren.
Oh man, jetzt wird es aber melodramatisch. Ihr gesamtes Leben war zerstört, weil er manchmal mit einer andren geschlafen hat? Wieso denn das? Sie hatten doch der Beschreibung nach eine schöne Ehe, der Mann war nett zu ihr, die hatten eine schöne Zeit (klang so), das ändert sich doch nicht dadurch, dass er noch was mit einer anderen hatte. Meine Güte, wieso deswegen das ganze Leben zerstört sein soll, erschließt sich mir nicht.
Zitat von Löwin45:Was Menschen als Trauma empfinden, ist sicherlich unterschiedlich.
Aber, wenn ein Betrug traumatisch erlebt wird, ist es schon fast anmaßend von dir, wenn du behauptet, dass dieses Empfinden auf eine labile Persönlichkeit schließen lässt.
Sorry, das geht so nicht.
Durch solch eine Behauptung schubst du alle Betrogenen, die dies traumatisch erlebt haben, in eine Persönlichkeits-Beschreibung, die so nicht gerechtfertigt ist.
Ist man schwach und labil, weil man den Betrug des Partners nur schwer verarbeiten kann?
Nein, definitiv nicht!
Oft zerbrechen dabei Lebensträume.
Das ist nicht einfach.
Ich finde aber schon, dass es nicht normal ist, wenn man wegen des fremdgehenden Partners ein Trauma hat und den Rest des Lebens darüber nicht hinwegkommt. Dass man eine gewisse Zeit lang wütend und traurig ist - ok - aber man muss sich doch auch mal wieder einkriegen.
Zitat von nimmermehr:Auch ich war hier schon als Verfechterin des Geheimnisses aktiv, dessen Offenlegung keinen anderen Effekt als Schmerz zu verursachen hat. Hierbei denke ich jedoch eher an vergangenes, für einen selbst unbedeutendes, abgeschlossenes. Einen Freifahrtschein ständig neue Heimlichkeiten zu produzieren meine ich nicht damit. Z.B. würde ich meinem Mann nicht erzählen, wenn ich im besoffenen Kopf auf einem Betriebsfest mit einem Kollegen fremdgeknutscht hätte, sofern klar ist, dass das einmalig war und sich nicht wiederholen wird. Oder dass ich drei Monate lang heimlich für den Vater der besten Freundin unserer Tochter geschwärmt habe, ohne dass irgendwas lief. Sowas muss der Partner m.E. nicht wissen, das Wissen macht dann mehr Wirbel und Unsicherheit und Schmerz als der Anlass rechtfertigt. Eine lange bestehende Affäre lustig ausleben und nicht gestehen wollen ist für mich was ganz anderes.
Das ist doch mal interessant, du warst also fremdverliebt und hast gedanklich für jemand anderen geschwärmt. Und du hast entschieden, das deinem Partner nicht zu sagen. Du enthältst ihm also auch Informationen vor. Hier werden mir die ganze Zeit Vorwürfe gemacht, dass ich der Meinung bin, selbst zu entscheiden, was ich meinem Partner mitteile und was nicht; dass ich etwas, was mehr Theater verursachen würde als ich für angemessen halte, nicht erwähne. Und du machst das Gleiche. Dein Partner würde es bestimmt auch nicht gut finden, wenn er wüsste, dass du heimlich in jemand andren verliebt warst. Es soll ja auch Menschen geben, die sehen schon das Denken an jemand anderen als Fremdgehen. Müsstest du das streng genommen nicht auch deinem Partner sagen, damit er auf Basis aller Informationen entscheiden kann, ob er weiter mit der Frau zusammen sein möchte, die sich in jemand anderen verguckt hat?
Es ist das Gleiche wie bei mir - etwas das Wirbel und Unsicherheit und Schmerz verursachen würde teile ich nicht mit. Bei dir waren es Gedanken und bei mir etwas mehr - aber wer setzt denn da die Grenze?
Zitat von Andy17:Eine klassische Ausrede der Fremdgeher! Egoismus und Feigheit bilden hier die Grundlage.
Achso, da sind wir wieder beim bösen Egoismus. Wie du da wieder wohlüberlegt den Finger auf die Wurzel allen Übels legst. Ein paar Sätze vorher deutest du an, dass du es auch für besser hältst, dem Partner von einer Affäre nichts zu sagen und dann gehst du darin auf, andere an den Pranger zustellen. Das ist ja auch so schön einfach, immer andere als böse hinzustellen, garniert mit ein paar Beleidigungen wie Egoismus und Feigheit und da bist du fein raus und kannst dich moralisch integer fühlen.
Zitat von paulaner:Aber hier, mit Südfrüchte, ging es ihr ja darum, dass sie es okay findet, eine Parallelbeziehung zu leben, solange der Partner nichts davon erfährt.
Mehr noch...dass er doch zufrieden sein soll, eben weil er nichts erfährt, und sich ihrer Meinung nach in der Hauptbeziehung ja nichts ändert.
Merkst du nicht, mit welcher Doppelmoral du hier urteilst? Du sagst einerseits, dass es bei einer Affäre jeder selbst entscheiden muss, ob er etwas sagt oder nicht, aber hackst weiter auf mir herum? Also dürfen es alle anderen selbst entscheiden, was sie sagen und was nicht - außer ich, weil...ja warum eigentlich?