Zitat von Tabea2018:Wenn man seinen Partner belügt sagt es doch schon, dass man seine Persönlichkeitsrechte nicht respektiert. Ich verstehe nicht, warum man das nicht nachvollziehen kann.
Persönlichkeitsrechte finde ich in diesem Zusammenhang den falschen Begriff. Denn "Persönlichkeitsrechte" meint, dass man sich innerhalb eines Staates oder innerhalb der geltenden Gesetze frei entfalten kann, insofern der Gesetzgeber niemanden in seinen Rechten beeinträchtigt. Es geht also nicht darum, dass mir jemand privat irgendwas nicht sagt, was ich eventuell wissen oder nicht wissen will, sondern um eine rechtliche Situation in einem Staat. Was wir aktuell haben, dass man nur unter bestimmten Bedingungen raus gehen darf, das ist streng genommen eine Verletzung der Persönlichkeitsrechte. Wobei gesetzlich auch vorgesehen ist, dass nach Interessen- und Güterabwägung Eingriffe möglich sind. Ich kann aber schon per Definition die Persönlichkeitsrechte eines anderen Menschen nicht verletzen, da ich keine gesetzgebende Instanz bin. Klar, ist Wortglauberei, aber trotzdem sind Persönlichkeitsrechte etwas anderes. Und ihr betreibt ja auch auch Wortglauberei, indem ihr mir sagt, dass Liebe, so wie ich sie definiere, keine Liebe sei.
Dass ich jemandem etwas vorenthalte, indem ich etwas nicht sage und damit erreiche, dass negative Gefühle oder Konflikte vermieden werden, habe ich nicht bestritten. Aber es ist keine Verletzung der Persönlichkeitsrechte.
Zitat:Das hat nichts mit auferlegter Moral zu tun, jeder hat seine Werte und Ansprüche in einer Beziehung und das Recht für sich zu entscheiden. Wie soll das funktionieren, wenn man sozusagen die Fakten nicht kennt.
Man kennt nie alle Fakten und auch in dem Fall, wo eine Userin schrieb, dass sie mal ein paar Monate in jemand anderen verliebt war und das nicht erzählt hat, kannte der Partner nicht alle Fakten. Genauso ist es ja heutzutage auch irgendwie akzeptiert, dass Menschen sich auch in der Beziehung heimlich mal P. anschauen oder selbst befriedigen und dass man das niemandem verbieten kann. Es ist also ein Stück weit normal und einfach oft so, dass ein Partner irgendwas macht oder denkt, was dem anderen eventuell nicht gefallen könnte (sich verlieben auch wenn da nichts läuft, selbst befriedigen, P., abweichende politische Einstellungen haben, was auch immer). Man weiß nie alles über den anderen und kennt nie alle Fakten.
Ich weiß auch nicht alles über meinen Partner und was er macht, wenn ich nicht da bin. Manchmal trifft er sich da mit irgendwelchen Freunden, die ich nicht kenne und was die so genau machen weiß ich auch nicht. Interessiert mich aber auch nicht so wahnsinnig.
Aber Fakt ist doch, dass man nie alle Informationen über den anderen hat und dass man auch Informationen, die einen eventuell stören könnten, nicht immer hat. Man weiß nur, wie der Partner ist, wenn man bei ihm ist, wie er sich da verhält oder erlebt ihn wenn man telefoniert/ chattet. Was er ansonsten macht, denkt, tut, weiß man nie komplett. Was ihr jetzt aber macht, ist Folgendes: Ihr sagt, dass bestimmte Situationen des Nicht-Wissens ok sind (heimlich verliebt sein aber nichts machen) und andere Situationen des Nicht-Wissens (heimlich verliebt sein und sich näher kommen) schlecht/ böse/ schlimm sind.
Ihr setzt also eine Grenze uns sagt das ist ok, das nicht und man müsse sich da nach den Wünschen des Partners richten. Aber vielleicht will ja der Partner im Beispiel der einen Userin auch nicht, dass sie sich in jemand anderen verliebt. Vielleicht sieht der das ja auch als gedankliches Fremdgehen? Weiß man das? Logisch betrachtet passt da nämlich was nicht:
A) Der Partner muss immer alle Informationen haben, insbesondere zu Dingen, die ihn stören könnten
B) Es gibt aber dennoch Situationen, da ist Nicht-Wissen-lassen ok
C) Welche Situationen das sind richtet sich nach dem, was der Partner will
D) Müsste man den anderen vorher also fragen wann er was wissen will und wann nicht
E) Habe mich fremdverliebt, ist nichts gelaufen, ob der Partner das gut fand oder nicht weiß ich nicht, habe nicht gefragt, habe aber für mich selbst beschlossen nichts zu erzählen.
Erkennt ihr den Widerspruch nicht?
Mir ist das persönlich egal, was die Userin da gemacht hat oder nicht, es geht mich ja nichts an und ich finde es auch nicht schlimm, aber es ist logisch widersprüchlich, das eine ok zu finden und das andere nicht. Damit würdet ihr in jedem Logik-Seminar durchfallen.
Zitat von paulaner:Du sagst außerdem, dass du dich gegen das Ausleben einer Verliebtheit nicht wehren kannst. Dass du also sozusagen eine Affäre eingehen musst.
Und dem widerspreche ich vehement.
Der einzige Grund eine Affäre einzugehen ist "Ich will".
Was soll das auch sonst sein?
"Ich musste die Affäre eingehen, weil sonst etwas Schlimmes passiert wäre"?
Nee, "Ich musste die Affäre eingehen, weil ich sonst unglücklich geworden
wäre".
"Ich will" sagt es ist eine Willensentscheidung.
Eine Entscheidung. Und eine Entscheidung ist immer eine Entscheidung Pro oder Contra.
Aber es ist eben eine Entscheidung und eben kein Muss.
Ich habe geschrieben, dass es sehr schwer ist, dem Verliebtsein zu widerstehen und zwar so schwer, dass ich es nicht kann. Wenn ich verliebt bin, habe ich einen sehr starken Drang, die Nähe der anderen Person zu suchen und sei es auch nur, dass man durch irgendein Medium (Chat, Telefon) Kontakt hat. Es ist richtig, dass einen keiner mit Waffengewalt dazu zwingt. Aber ich schaffe es nicht, da zu widerstehen. Ich kann es nicht. Es kann sein, dass dann bei einem Kennenlernen die Verliebtheit wieder weggeht, weil der andere nicht so ist wie gedacht oder weil der das Interesse verliert. Aber wenn ich verliebt bin, sehe ich mich nicht einfach so in der Lage, Abstand zu halten.
Zitat von Sohnemann:Das Alles lernt man im Kindergarten. Und die Meisten akzeptieren das voll und ganz als richtig und wichtig. So falsch wird es dann nicht sein.
Achso, im Kindergarten lernt man also etwas über Fremdgehen und Affären...also ich weiß ja nicht, in was für einem Kindergarten du warst, aber ganz normal schien der nicht gewesen zu sein oder? Und alles ungefragt zu übernehmen, was einem vorgekaut wird, ohne mal selbst nachzudenken und zu hinterfragen, würde ich auch nicht als so clever ansehen. Man kann sich auch über die im Kindergarten gewonnenen Erkenntnisse hinausentwickeln.
Zitat von Sohnemann:Falls man selbst damit locker klarkommt, wenn man betrogen wird?
Ist das dennoch kein Maßstab.Der Maßstab ist, wie es dem anderen geht.
Wer legt denn das fest, was der Maßstab ist? Du?
Zitat von paulaner:Bis jetzt hat sie wohl noch nicht mal verstanden, dass es nicht vorrangig um gelegentlichen aushäusigen S. geht, sondern um das Betrügen, das Belügen, das Hintergehen, dem Partner ein falsches Leben vorzuspielen.
Bis jetzt hast Du wohl noch gar nicht verstanden, dass es mir nicht um Sex geht, da ich generell gar kein großes sexuelles Interesse habe, wie ich schon mehrfach schrieb.
Zitat von paulaner:Und @Südfrüchte lies dir den Post ein paarmal durch.
Und...ich habe dich m.E. nicht beschimpft. Wenn du das so empfindest, tut es mir leid. Mir drängt sich aber der Eindruck auf, dass du ganz schön dünnhäutig bist für jemanden, der ganz schön gnadenlos gegenüber seinem Partner ist.
Ich habe jetzt bis Seite 60 zurückgeschaut und da finde ich u.a. folgende Bemerkungen:
Zitat:Sondern eigentlich nur mit Selbstliebe, im Sinne von Egoismus.
Zitat:du bist beziehungsunfähig
Zitat:totaler Quatsch
Zitat:Weil ihr verzweifeltes Argumentations-Kartenhaus dann in sich zusammenfallen würde.
Zitat:sondern mit Social Skills und ihren absoluten Basics
Zitat:Alles zusammen einzig und allein Rechtfertigungsversuche für sie selbst.
Zitat:hinterhältig
Mal ehrlich, ist das nett? Meine Antworten als totalen Quatsch hinzustellen oder mir irgendwas von verzweifeltem Argumentations-Kartenhaus zu erzählen, mich als hinterhältig oder sozial verblödet hinzustellen (Social Skills)? Ist das nicht beleidigend? Wie würdest du es denn finden, wenn ich sowas zu dir sage? Würdest du das nicht als beleidigend ansehen? Und dann werde ich als dünnhäutig bezeichnet, wenn ich anmerke, dass solche Formulierungen nicht ok sind. Echt jetzt?
Ihr hackt hier seit mehreren Seiten auf mir herum und wollt mir einreden, dass ich ein schlechter Mensch bin, weil ich hinter dem Rücken meines Partners manchmal mit anderen kuschle und herumknutsche. Stellt es euch doch mal anders herum vor, dass ihr hier im Forum die Minderheitenmeinung vertretet und alle seitenlang auf euch herumhacken. Wie würdet ihr denn das finden?