Zitat von Surico: Mein Verlasser möchte weiterhin gerne Freundschaft mit mir. Denkt er denn, ich verzeihe einem Freund so mit mir zu sprechen? Ohne Entschuldigung und klärendes Gespräch?
Ach Gott, diese gnädigen Angebote des Verlassers! Lass uns Freunde bleiben.
Wer verlassen wird, wird mit einer neuen Situation konfrontiert und hat wenig bis keine Einflussmöglichkeiten. Er muss die Entscheidung des Partners einfach akzeptieren. Kommen dann noch ungute und unfaire Verhaltensweisen oben drauf, ist es noch härter.
Und dann kommt das Freundschaftsangebot, sozusagen, das Zuckerkrümelchen, das dem Verlassenen suggerieren soll, dass der Verlasser ja doch noch gerne eine Art von Kontakt haben würde.
Was völlig kontraproduktiv ist, denn keiner kann von einer Liebesbeziehung auf eine freundschaftliche Ebene umsteigen. Das würde ja bedeuten, dass man von jetzt auf gleich eine freundschaftliche Distanz zum Verlasser aufbauen kann, dem man natürlich alles Glück der Welt für seine neue Beziehung wünscht.
Völliger Nonsens und obendrein ist es ein Angebot, das der Verlassene nicht annehmen kann eben wegen der fehlenden Distanz und das oft genug nur so dahingesagt ist.
Denn hat der Verlasser schon Jemand Neues, interessiert er sich für den Verlassenen herzlich wenig. Er will das bloß hinter sich bringen und dann - schwupps - auf zu neuen, grünen Ufern.
Auf so einen Quatsch braucht man nicht einzugehen, denn es ist ohnehin meist nur so dahingesagt, damit auch der Verlasser vor sich selbst nicht so schlecht dasteht. Ich habe dem Verlassenen immerhin eine Freundschaft angeboten, aber der wollte ja nicht ...
Ja, warum wohl. Und damit ist der Verlasser auch wieder fein raus und kann sich bequem in die eigene Tasche lügen.
Trennungen sind immer schwierige Situationen - für beide Seiten. Aber man könnte sie mit ein wenig Anstand und Respekt vor dem Gegenüber aussprechen. Das ändert zwar nichts an der Tatsache, aber hinterlässt keinen völligen Scherbenhaufen.
Auch wenn der Verlassene momentan glaubt, dass er jetzt grob abserviert wurde, was ja stimmen mag, so begreift so mancher im Lauf der Zeit, dass der Verlasser ihm sogar einen Dienst erwiesen hat. Denn nicht selten bricht der Verlassene irgendwann zu ganz neuen Ufern auf und stellt sein Leben neu auf, was ja auch zu mehr Eigenständigkeit und Selbsterkenntnis führen kann, während der Verlasser nur von einem Nest ins andere hüpft und dann eine Neuauflage einer ganz ähnlichen Beziehug, die er schon hatte, durchlebt. Weiterentwicklung sieht anders aus, aber dafür braucht es manchmal auch einen heilsamen Schock wie eine Trennung.