Zitat von Lebengehtweiter:Das, was du schreibst, ist a.m.S. ein wichtiger, nicht zu unterschätzender Punkt. Meine Ex war nach aufdecken der Affäre bei meinen Leuten, bei ihren Leuten und lange Zeit selbst bei unseren Sohn "unten durch". Und mit "unten durch" verharmlose ich noch ....
Das sind meist die Folgen und Konsequenten. Dummerweise wird das von Betrügern meist verdrängt,
verharmlost oder geglaubt es kommt nicht ans Tageslicht. Zudem kann in einer Urlaubsstimmung ein
Leichtigkeitsgefühl entstehen mit losgelöst sein von allen Regeln, Pflichten und Werten. Für mich ist es
auch ein Hinweis auf Defizite im Charakter.
Die EF vom TE bereut sicher nicht das, was sie getan hat, sondern dass sie ihr fremd gehen und die
Affäre im Urlaub durch Unachtsamkeit und Fahrlässigkeit nicht mehr vertuschen kann. Was süß war, ist
jetzt mehr als nur bitter. Ihr dürfe es nun ganz bewusst geworden sein, dass sie ihre Ehe und Familie
aufs Spiel gesetzt hat.
Ihre Reaktion sollte man im Gesamtkontext sehen und nicht überbewerten. Solche Reaktionen wie von
ihr zeigen eher in der Situation eine Hilflosigkeit mit den Versuchen sich - auch vor sich selber - zu ent-
lasten bis hin zu einer gewissen Schuldumkehr. Sie hat sich damit zusätzlich geschadet. Sie würde am
liebsten alles ungeschehen machen. Ich halte das für glaubhaft. Sie wollte dem TE nicht schaden oder
weh tun. Davon kann man ausgehen. Gleichwohl hat sie durch die Affäre willentlich alles aufs Spiel ge-
setzt bis hin alles was ihr mal sehr viel Wert war zu verlieren.
Wir sprechen hier von einem Vertrauensmissbrauch der schlimmsten Art. Die meisten Ehen überleben
das nicht.
Wir kennen den TE und seine EF nicht persönlich und können uns nur ein unvollständiges Bild machen
zu dem, was der TE hier eingestellt hat. Durch die verschiedenen Sichtweisen können ihm wertvolle Hin-
weise gegeben werden für seine Entscheidungsfindung. Wie schon geschrieben sollte er sich rechtskun-
dig machen und alles in seinem Sinne und seinem Tempo vorbereitend und mit klarem Kopf und Streit
vermeidend in der Ich-Form dann mit seiner EF sprechen. Sie sollte ohne unterbrochen zu werden sich
erklären dürfen, wie sie sich das alles nun weiter vorstellt und was sie tun will, um die Ehe wieder auf gute
und standfeste Füße zu stellen. Dabei sollte der TE auf ihre Gestik und Körpersprache achten, ob das
übereinstimmend ist. Zur Entscheidungsfindung gehört, ob ehrliche Reue von ihr kommt und ob es ins-
gesamt überhaupt - auch aus ihrer Sicht - noch eine gemeinsame, ausreichende, Basis für eine Ehe gibt.