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Betrogen und nach 10 Jahren erfahren!

FireWoman

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Hallo ihr Lieben,

ich möchte "kurz" meine Geschichte erzählen, die wohl doch etwas länger wird, und hoffe einfach, dadurch ein wenig in Kontakt mit anderen treten zu können, die mich verstehen.

Vor 10 Jahren waren mein Partner und ich bereits 4 Jahre zusammen und hatten einen gemeinsamen Sohn. Ich hatte seit dem Kindergarten eine beste Freundin, die kurzzeitig auch mal mit meinem heutigen Partner zusammen war (einige Zeit vor uns, als bei ihm und mir noch kein Interesse füreinander bestand). Das war auch nie ein Problem für mich, da die Sache irgendwann einfach "abgehakt war".

Meine Freundin hatte erst kürzlich die Trennung mit ihrem Verlobten hinter sich, bei denen zuvor auch ein Kinderwunsch bestand, doch sie wurde nicht schwanger. An Fasnacht gingen wir zu 3. auf Tour - Ich, mein Partner und meine Freundin - und ich ging früher nach Hause. Warum weiß ich heute nicht mehr, immerhin ist es lange her. Zu dieser Zeit bestand meinerseits ein Kinderwunsch für ein 2. Kind, was länger zwischen mir und meinem Partner stand. An diesem Abend offenbarte er mir, dass er auch ein 2. Kind möchte. So war ich in der Zeit danach total in meinem "Baby-Gück" und wurde auch schon im ersten Zyklus schwanger und war mit meinem Fokus dann auch voll und ganz bei meiner Schwangerschaft, was mir heute erklärt, weshalb ich nicht wachsam genug war, um direkt etwas zu bemerken.

Nun nach 10 Jahren (in denen ich auch immer mal wieder einen Verdacht hatte), in denen sich mein Mann auch sehr veränderte (Eifersucht, depressive Phasen etc.) sagte er mir (da er derzeit an dem Punkt ist mit seiner Vergangenheit aufzuräumen), dass er mir noch etwas Wichtiges sagen müsse. Er hat an diesem Abend, als wir zu 3. weg waren und ich früher nach Hause bin, mit meiner "besten Freundin", was somit seine Ex-Freundin war/ist, geschlafen. Beide hatten wohl noch viel getrunken und waren dann auch sehr betrunken und sie weinte wohl und war zutiefst erschüttert, wegen ihrer Trennung und dann kam dieses "dann führte eins zum anderen". Das Schlimme daran ist, dass dies bei uns zu Hause stattfand, während ich oben lag und schlief, da sie von der Feier zu uns nach Hause gelaufen waren (sie sollte bei uns schlafen). Der "Akt wurde nicht zu Ende geführt", da er abgebrochen habe. Mir hat es bei diesem Geständnis den Boden unter den Füßen weg gerissen, denn diese beiden Menschen waren damals meine engsten Vertrauten und sie die einzige Freundin, die ich hatte - für mich wie eine Schwester. Sie haben wohl nie wieder über diesen Abend gesprochen, gesagt haben sie es mir beide nicht. Im Nachhinein wurde mir vieles klar: Sie wich mir daraufhin in den kommenden Monaten aus bzw. unser Kontakt wurde rapide weniger und wenn ich ihr von dem Verdacht erzählte, bei meinem Partner eine Frau der ein Geheimnis zu vermuten (ich vermutete jedoch niemals sie als diese Frau), wich sie mir ebenfalls aus oder konnte sich aus diversen Gründen nicht mit mir treffen.

Mein Mann hat mir alle Fragen beantwortet - ich wollte alles wissen. Natürlich ist es nach 10 Jahren aber auch so, dass nicht mehr alle Details "abrufbar" sind. Mit ihr habe ich seit 2013 keinen Kontakt mehr, da ich damals zunehmend spürte, dass das mit ihr nicht mehr stimmig ist. Dennoch hatte ich noch gute 2 Jahre nach dem Ereignis auch eine Freundschaft mit ihr, zeitweise auch wieder intensiver. Nun habe ich versucht sie zu kontaktieren, da ich auch ihre Version hören wollte. Sie hat dies boykottiert und ließ mich per Mail lediglich wissen "Dein Mann wollte damals mit mir schlafen, aber ich habe es abgebrochen und den Rest musst Du mit ihm klären. Ich wünsche Euch alles Gute für die Zukunft". Dies hat mir erneut einen tiefen Stich versetzt. Sein Geständnis sagte aus, dass sie auch (kurz) miteinander schliefen, während sie sagt, so weit sei es nicht gekommen und da sie abbrach, sei sonst nichts gewesen. Natürlich fragte ich mich, auch bei diesen wenigen Zeilen, was sie dann abbrechen musste, wenn nichts war...

Kurzzeitig zweifelte ich wirklich daran, ob er sich etwas eingeredet hat, da sie sagte, mehr war da nicht - doch das war wohl eher ein Wunschdenen von mir. Denn da er alles tut um mir die volle Wahrheit zu schenken, sehr um uns kämpft und derzeit generell an einem Wendepunkt in seinem Leben steht, an dem er mit seiner Vergangenheit aufräumt, würde dies aus meiner Sicht einfch keinen Sinn machen, unnötige Verletzungen zu erzeugen. Und er ist selbst sehr betroffen und schämt sich für das, was vorgefallen ist - kann sich selbst dafür kaum im Spiegel ansehen, doch er sagt, er habe es immer wieder versucht zu verdrängen und dies habe auch einige Jahre funktioniert, bis es immer wieder hoch kam und ihn vereinnahmte.

Mich schmerzt es so sehr, dass es meine beiden geliebten Menschen waren, die das getan haben. Das er mir an diesem Abend sagte, er möchte ein weiteres Kind mit mir und in der Nacht etwas mit ihr hatte, auch wenn es abgebrochen wurde (was ja beide getan haben wollen). Ich weiß, dass ich damals alles andere als einfach war und ich habe meinen Partner, rückblickend betrachtet, sehr vereinnahmt. Doch diese Frustration hätte viele Wege finden können, statt diesen. Auch erzählte ich meiner Freundin alles über uns und sie wusste schon zuvor von meinem starken Kinderwunsch. Im Nachhinein kommt es mir fast so vor, als hätte sie das alles nicht ertragen können, da ihre Beziehung mit Kinderwunsch gerade gescheitert war und mein Partner hatte nicht den Mumm, über die wirklichen Probleme zu sprechen und das als Ventil zu nutzen und hat sich stattdessen zu so etwas verleiten lassen. Auch dass er 10 Jahre schweigen konnte tut mir sehr weh, zumal ich ihn auch mit meinem Verdacht konfrontierte, als ich etwas vermutete, auch wenn das erst einige Zeit später war. Er wurde zunehmend eifersüchtiger und das engte mich stark ein, da ich sehr freiheitsliebend bin. Das führte zu sehr vielen Streitigkeiten und im Nachhinein erkenne ich natürlich noch klarer, weshalb er sich so veränderte: Er glaubte mir nicht, dass ich die ganze Zeit über treu sein könne (was mir zeitweise auch schwer fiel und das wusste er), während er es nicht war und von sich selbst dachte, er wäre zu so etwas nicht in der Lage. Er hat seine Ängste und seine Problematik so auf mich projiziert, obwohl es meinerseits dazu keinen Anlass gab, da ich nichts getan habe.

Ich wollte mir das alles von der Seele schreiben - vielleicht gibt es hier ja andere, die Ähnliches erlebt haben und mir ein paar Worte sagen können.

Danke fürs Lesen!

21.02.2020 21:44 • #1


juliet

juliet


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hallo, liebe Firewoman,
erst einmal willkommen hier. Einen großen Pluspunkt sehe ich, nämlich, dass er es dir von selbst erzählt hat.
und: du kannst deiner inneren stimme trauen, denn sie sagte dir ja offenbar auch schon längere Zeit, dass irgendetwas unstimmig ist.

ich habe vor einigen Jahren erlebt, dass mein Mann, ähnlich wie deiner, seine Ängste und Eifersucht auf mich projiziert hat. Er dachte, ich könne nicht treu sein, und würde ihn sowieso verlassen, weil ich vor ihm immer recht unstet gelebt hatte. er dagegen war sooo fest in seiner treue- ich hätte meine Hand für ihn ins Feuer gelegt ....
tja, er hat dann heimlich eine Affäre mit ausgerechnet meiner engsten weiblichen bezugsperson angefangen, der ich auch ganz viel über unsere Probleme und unsere Situation erzählt habe. Das lief ein halbes Jahr, ich wäre nie auf den Gedanken gekommen, dass diese beiden Menschen, denen ich absolut vertraut habe, mich aufs Feinste besch***.

Kurzfassung ist: er hat mir dann gebeichtet, wir haben uns letztendlich wiedergefunden.

bei euch war es nur einmal, dazu kommt noch der Á.lko.hol.einfluss - kannst du ihm verzeihen?

wie ist eure Beziehung heute?

21.02.2020 22:04 • x 1 #2



Hallo FireWoman,

Betrogen und nach 10 Jahren erfahren!

x 3#3


Emma75

Emma75


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Ich verstehe Deine Verletzung, aber bitte bohre nicht in Details - wer da wie, was abgebrochen hat ist nicht mehr wichtig. Dass Dein Mann nach so vielen Jahren reinen Tisch machen will ehrt ihn! Klar ist es falsch so etwas zu tun, aber beide haben es schwer bereut! Versuche, ihm zu verzeihen - so schwer das sicher ist. Menschen machen Fehler. Für mich klingt das nicht nach einem Hallodri der Dich locker hintergeht. Sprecht miteinander, überlege, ob Du Dich immer noch durch diese Sache bedroht fühlen musst und was das an der doch offenbar insgesamt guten Beziehung zu Deinem Mann ändert.

21.02.2020 22:04 • x 6 #3


FireWoman

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@ juliet, vielen Dank für Deine Antwort. Was Du schreibst ist bei uns genau so (gewesen): Ich habe vor dieser Partnerschaft sehr unstetig gelebt und er war stets derjenige, der Treue ganz weit nach oben stellte und daher dachte ich sogar, bevor es ihm passieren kann, würde es mir passieren können, Auch deshalb hat es mich bei ihm so schockiert.

Ich habe es erst vor gut 6 Wochen erfahren. Wir haben inzwischen etliche sehr offene und ehrliche Gespräche geführt und auch reflektiert, wie es soweit kommen konnte.
Ich habe nur das große Problem, zu verzeihen - nicht nur bei ihm, sondern ich bin generell ein sehr nachtragender Mensch und daher habe ich große Bedenken, ob dies zu überwinden ist. Ihn hat es über die Zeit aufgefressen und mit anderen Dingen zusammen dazu geführt, dass er psychisch nicht mehr stabil ist - daher haben wir aktuell Abstand, da er für ein paar Wochen in therapeutischen Händen ist. Daher habe ich nun umso mehr Zeit - ob ich möchte oder nicht - mich damit auseinander zu setzen.

Ich danke Dir sehr für Deine Antwort!

21.02.2020 22:11 • x 1 #4


FireWoman

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Zitat von Emma75:
Ich verstehe Deine Verletzung, aber bitte bohre nicht in Details - wer da wie, was abgebrochen hat ist nicht mehr wichtig. Dass Dein Mann nach so vielen Jahren reinen Tisch machen will ehrt ihn! Klar ist es falsch so etwas zu tun, aber beide haben es schwer bereut! Versuche, ihm zu verzeihen - so schwer das sicher ist. Menschen machen Fehler. Für mich klingt das nicht nach einem Hallodri der Dich locker hintergeht. Sprecht miteinander, überlege, ob Du Dich immer noch durch diese Sache bedroht fühlen musst und was das an der doch offenbar insgesamt guten Beziehung zu Deinem Mann ändert.


auch Dir danke ich sehr für Deine Antwort. Ja ich weiß dass diese Details nicht mehr wichtig sind. Inzwischen kann ich das auch so stehen lassen - anfangs ging ich sie immer wieder und wieder durch, das hat mich zerrissen...
Ich glaube ehrlich gesagt auch nicht, dass er "ein Hallodri" ist, der das einfach so mal macht. Für mich ändert es an der - ja ich finde tatsächlich, bis auf dies nun, guten Beziehung - dass er dazu imstande war. Nicht der Betrug an sich, denn wie Du sagst macht jeder Fehler. Doch dass es diese Umstände waren und er es 10 Jahre geheim halten/verdrängen konnte, das lässt mich sehr an ihm und seiner Aufrichtigkeit zweifeln (und das ist etwas, was ich für mich sehr groß schreibe - Aufrichtigkeit).
Nein, ich schätze sie hat es nicht schwer bereut, sonst wäre sie nun dazu gestanden. Doch das kann ich im Nachhinein natürlich nicht mehr ändern und muss ich so hinnehmen.

Vielen Dank!

21.02.2020 22:16 • #5


juliet

juliet


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liebe Firewoman,
ich habe mich damals gefragt, ob mein Mann es wert ist, dass ich ihm verzeihe.

Wenn du jetzt die letzten zehn Jahre anschaust, wirst du eine Antwort darauf für dich auch finden. Ist er ein guter Partner, ein guter Vater, ein guter Freund? Wenn dieser Fehler ein zwar großer, aber doch mehr oder weniger einziger Fehler ist, der ihm passiert ist, wirst du für dich irgendwann zu der Überzeugung kommen, ob es sich lohnt, erneut Vertrauen zu ihm aufzubauen.

Du könntest es auch so sehen: er hat tatsächlich schon eine gehörige Strafe davongetragen, in dem es ihn so lange zerfressen hat. Natürlich hätte er das viel früher vom Tisch bekommen können. Aber das ist nun mal passiert. Es stimmt, wir Menschen machen Fehler... ich weiß, dass ich in der Beziehung vor der Affäre auch erhebliche Fehler begangen habe, die ihn auch sehr verletzt haben (nur untreue nicht, paradoxerweise) .
Wir haben uns beide verziehen. Und es hat sich gelohnt.
ich wünsche dir, dass du auch einen guten Weg findest und verzeihen kannst!

21.02.2020 22:17 • x 2 #6


FireWoman

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Zitat von juliet:
liebe Firewoman,
ich habe mich damals gefragt, ob mein Mann es wert ist, dass ich ihm verzeihe.

Wenn du jetzt die letzten zehn Jahre anschaust, wirst du eine Antwort darauf für dich auch finden. Ist er ein guter Partner, ein guter Vater, ein guter Freund? Wenn dieser Fehler ein zwar großer, aber doch mehr oder weniger einziger Fehler ist, der ihm passiert ist, wirst du für dich irgendwann zu der Überzeugung kommen, ob es sich lohnt, erneut Vertrauen zu ihm aufzubauen.

Du könntest es auch so sehen: er hat tatsächlich schon eine gehörige Strafe davongetragen, in dem es ihn so lange zerfressen hat. Natürlich hätte er das viel früher vom Tisch bekommen können. Aber das ist nun mal passiert. Es stimmt, wir Menschen machen Fehler... ich weiß, dass ich in der Beziehung vor der Affäre auch erhebliche Fehler begangen habe, die ihn auch sehr verletzt haben (nur untreue nicht, paradoxerweise) .
Wir haben uns beide verziehen. Und es hat sich gelohnt.
ich wünsche dir, dass du auch einen guten Weg findest und verzeihen kannst!


Vielen Dank, Du hast mit vielem Recht. Es ist sehr schön, das zu lesen und macht Mut. Ich wünsche mir auch, dass ich einen guten Weg finde.

21.02.2020 22:23 • #7


FireWoman

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Zitat von juliet:
tja, er hat dann heimlich eine Affäre mit ausgerechnet meiner engsten weiblichen bezugsperson angefangen, der ich auch ganz viel über unsere Probleme und unsere Situation erzählt habe. Das lief ein halbes Jahr, ich wäre nie auf den Gedanken gekommen, dass diese beiden Menschen, denen ich absolut vertraut habe, mich aufs Feinste besch***.


Darf ich Dich fragen wie lange das her ist?

21.02.2020 22:27 • x 1 #8


paulaner

paulaner


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@FireWoman
Zehn Jahre...
...ja, ist eine lange Zeit.
Und diese zehn Jahre fühlen sich jetzt auf einmal völlig "falsch" an (im Sinne von "hätte ich das gewusst...")
Aber...
Bitte, Bitte... es war ein ONS. Es war ein "Ausbruch", oder "Ausrutscher".
Es war keine Affäre über Wochen, Monate oder Jahre.
So etwas darf eure Beziehung, die ja immerhin zehn Jahre lang in irgendeiner Weise "funktioniert" hat, nicht kaputt machen!
Versuch das mal, trotz all dem Schmerz, so zu sehen.

21.02.2020 22:47 • x 9 #9


FireWoman

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Zitat von paulaner:
@FireWoman
Zehn Jahre...
...ja, ist eine lange Zeit.
Und diese zehn Jahre fühlen sich jetzt auf einmal völlig "falsch" an (im Sinne von "hätte ich das gewusst...")
Aber...
Bitte, Bitte... es war ein ONS. Es war ein "Ausbruch", oder "Ausrutscher".
Es war keine Affäre über Wochen, Monate oder Jahre.
So etwas darf eure Beziehung, die ja immerhin zehn Jahre lang in irgendeiner Weise "funktioniert" hat, nicht kaputt machen!
Versuch das mal, trotz all dem Schmerz, so zu sehen.


Danke für Deine Antwort!
Ja genau, das war mein Gedanke "hätte ich das gewusst"... Immerhin ist noch im selben Monat unser 2. Sohn entstanden und ich frag(t)e mich, wie er das mit sich vereinbaren konnte.
Ja Du hast Recht, so sage ich es mir auch, vor allem wenn ich höre, dass es bei anderen oft in Affären mündete. Aber gerade da ich so sehr auf Ehrlichkeit poche oder mir dies schon immer so wichtig war, hätte ich arg viel mehr auch nicht wirklich verkraftet (glaube ich). Ich versuche sehr, es nicht zu "überdramatisieren". Doch lieber wäre mir gewesen, er hätte (ich sage das jetzt mal ganz direkt), eine Fremde genagelt, irgendwo... Doch nicht meine beste Freundin ein Zimmer unter mir

21.02.2020 22:51 • x 1 #10


juliet

juliet


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ja, ich weiß, bei mir war das auch so, der doppelte Betrug wog auch doppelt so schwer. Das ging mir ganz genauso wie dir! Ich hätte mir auch gewünscht, dass es irgendeine fremde gewesen wäre, aber nicht ausgerechnet diese Person, die so vieles wusste,die nun auch für sich genommen mich hintergangen hat auf übelste weise. sie Hat mir noch zugeredet, ihn zu verlassen, etc.... und ich ahnte nicht, dass sie mit meinem Mann schläft.
sie sah sich schon in unserem Haus, an meiner Stelle.
aber das ist ein anderes Thema. Bei uns ist das jetzt 4jahre her.
im Vergleich dazu, bedenke bitte, dass es bei euch nur ein einmaliger Ausrutscher unter Al.k.ohol- Einfluss war.
ich kann mir gut vorstellen, dass ihr einen weg aufeinander zu findet!
so eine Sache sollte wirklich keine Familie kaputtmachen, wenn ihr euch sonst gut versteht!

22.02.2020 00:20 • x 3 #11


Lathgertha

Lathgertha


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Hallo und herzlich Willkommen, auch wenn der Anlass kein schöner ist.

Viele vor mir haben Dir ja bereits tolle Ratschläge gegeben und versucht die Situation zu analysieren. Deswegen lass ich das jetzt erstmal außen vor.

Wichtig sollte für dich nun sein - zu entscheiden ob du damit klar kommst oder nicht.

Ich persönlich bin ein sehr nachtragender und sensibler Mensch, der weder mit dem Betrug - noch mit dem Schweigen über 10 Jahre klar kommen würde. Ganz egal wie lang die Ehe nun geht. Das spielt für mich keine Rolle, wenn mich der Gedanke an diese Situation Tag für Tag quält und mein Lebensstandard darunter leidet. Das bin jedoch Ich. Ob das bei dir auch so ist, musst du selber entscheiden.

Triff die beste und schmerzfreieste Entscheidung

22.02.2020 00:50 • x 2 #12


FireWoman

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Zitat von juliet:
ja, ich weiß, bei mir war das auch so, der doppelte Betrug wog auch doppelt so schwer. Das ging mir ganz genauso wie dir! Ich hätte mir auch gewünscht, dass es irgendeine fremde gewesen wäre, aber nicht ausgerechnet diese Person, die so vieles wusste,die nun auch für sich genommen mich hintergangen hat auf übelste weise. sie Hat mir noch zugeredet, ihn zu verlassen, etc.... und ich ahnte nicht, dass sie mit meinem Mann schläft.
sie sah sich schon in unserem Haus, an meiner Stelle.
aber das ist ein anderes Thema. Bei uns ist das jetzt 4jahre her.
im Vergleich dazu, bedenke bitte, dass es bei euch nur ein einmaliger Ausrutscher unter Al.k.ohol- Einfluss war.
ich kann mir gut vorstellen, dass ihr einen weg aufeinander zu findet!
so eine Sache sollte wirklich keine Familie kaputtmachen, wenn ihr euch sonst gut versteht!


...ja, der doppelte Betrug, genau das ist es. Ich tue mir sehr, sehr schwer damit nachzuvollziehen, wie dies so ein nahestehender Mensch fertig bringt - sowohl bei Dir wie bei mir, wenn diese Person noch die ganze Geschichte und somit auch über die Probleme und Defizite Bescheid weiß. Mir fällt es daher schwer hier an einen "einfachen Ausrutscher" zu glauben. Sie bekam die Wochen/Monate zuvor unsere partnerschaftlichen Konflikte sowie meine tiefsten Empfindungen mit und dann auch, wie ich auf ein 2. Kind hin fieberte...
Später wenn ich sagte mein Mann sei anders o.ä. kam ein "ich weiß ja auch nicht, was mit ihm los ist - Männer eben"...

Nach diesen 4 Jahren bei Dir - redet ihr darüber noch bzw. ist da ab und zu mal noch Bedarf? Oder ist es auch für Dich so, dass es nicht mehr arg/oft "schmerzlich hoch kommt"?

Liebe Grüße

22.02.2020 10:53 • x 1 #13


FireWoman

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Zitat von Lathgertha:
Ich persönlich bin ein sehr nachtragender und sensibler Mensch, der weder mit dem Betrug - noch mit dem Schweigen über 10 Jahre klar kommen würde. Ganz egal wie lang die Ehe nun geht. Das spielt für mich keine Rolle, wenn mich der Gedanke an diese Situation Tag für Tag quält und mein Lebensstandard darunter leidet. Das bin jedoch Ich. Ob das bei dir auch so ist, musst du selber entscheiden.


Ich danke Dir fürs Lesen und Antworten!

Ja, genau so bin ich auch - schon immer gewesen - und darin liegt meine Problematik. Sobald ich zutiefst verletzt/hintergangen wurde, trage ich einem Menschen das sehr nach und verschließe mich dieser Person gegenüber auch. Daher frage ich mich innerlich, wie ich es hier nun machen und schaffen soll, wirklich zu vergeben.
Ich werde schauen müssen, wie ich für die Zukunft damit leben kann und ob ich irgendwann, so weit wie möglich, Frieden damit schließen kann...

22.02.2020 10:58 • x 1 #14


juliet

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Liebe Firewoman,
nun, bei mir war es so, ich habe zunächst sehr rational überlegt, ob es sich lohnt, ihm erneut zu vertrauen.
Das habe ich für mich persönlich abgewogen, das musst du natürlich für dich auch tun. Nachdem ich diese Entscheidung getroffen hatte, es war wirklich eine Entscheidung!, Habe ich die Verletzung auch versucht zu verarbeiten und nicht immer wieder hochgekocht.
die Verarbeitung sah bei mir so aus, dass ich ihn mit allem konfrontiert habe, auch mit den vielen Flashbacks, die in der ersten Zeit sehr oft kamen. Habe ich ihn zB angerufen, und nicht erreicht, ging bei mir die Post ab.
er hat sich alles angehört, solange es bei mir eben gebraucht hat. Er hat mir Rede und Antwort gestanden, er hat mir absolute Ehrlichkeit geboten, so, wie ich das brauchte.Er hat meinen Schmerz, meine vorwürfe, meine Wut, einfach alles, was an Emotionen hochkam, ausgehalten.
ich würde sagen, nach einem halben Jahr wurde das bei mir deutlich besser. da nahmen die Flashbacks erheblich ab
heute tut es mir überhaupt nicht mehr weh. Ich glaube, wichtig ist diese initiale Entscheidung, ob wir dem Mann erneut trauen können, oder nicht. Eine halbherzige Sachen macht keinen Sinn, dann köchelt es im Unterbewusstsein immer weiter vor sich hin und zerstört euch beide!
Ich konnte für mich diese rationale Abwägung für und gegen ein erneutes vertrauen sehr genau führen und positiv in seine Richtung entscheiden. damit ist dann aber auch eine Verantwortung (an mich selbst) verbunden gewesen, wirklich an der Verarbeitung interessiert zu sein und es wirklich (!) hinter sich lassen zu wollen. Wenn du das nicht vollkommen ehrlich und aufrichtig für dich so entscheiden kannst, macht es glaube ich keinen Sinn.

wie gesagt, ich bin mit ihm gemeinsam durch jedes Detail gegangen, aber ich wollte ihm verzeihen und ich habe ihm auch verziehen. Umgekehrt hat auch er mir verziehen, denn ich war wahrlich kein Engel!


Übrigens habe ich es für mich auch so eingeordnet: ich war früher extrem oft untreu, also vor unserer gemeinsamen Zeit. Ich habe mir nie etwas daraus gemacht, was ich eventuell anderen Menschen damit antue. Ich habe diesen Crash dann für mich so gesehen, dass ich nun weiß, wie weh das tut, und habe es sozusagen als Karma angenommen, mit einer gewissen Demut, verstehst du, was ich meine?

22.02.2020 11:30 • x 3 #15