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Wie geht es nach der Affäre weiter?

B
Zitat von Wurstmopped:
Gibt es kleine Schuld und große Schuld...wie ist die Strafe bei großen Vergehen?

Schuld hat nichts mit Strafe zu tun.
Es ist, glaube ich, anzuerkennen dass man aufgrund seines Menschseins sich am anderen schuldig macht.
Jeden Tag mehr oder weniger.
Und manchmal eben auch sehr viel.
Dies gilt es einerseits anzuerkennen und andererseits auch auszusprechen.
( Was in meinen Augen noch viel schwieriger ist.,)

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B
Zitat von Wurstmopped:
Wann ist es für dich gesühnt?

Mit Sühne hab ich nichts zu tun. Ich kann nur verzeihen was ich schon lange will und zu 99% auch geschafft hatte, ohne zu beachten dass es doch noch einen Stachel hatte.
Jetzt ist er wirklich weg.und vor allem,
Ich glaube zwar dass der Sex nicht weniger toll und die Orgasmen nicht weniger intensiv waren, aber dies wird mE überkompensiert durch die Erkenntnis was man angerichtet hat.

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A


Wie geht es nach der Affäre weiter?

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B
@Wurstmopped
Sie war mit dem eigenen Liebeskummer beschäftigt. Sich zu entlieben ist harte emotionale Arbeit

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E
Zitat von BernhardQXY:
Sie war mit dem eigenen Liebeskummer beschäftigt. Sich zu entlieben ist harte emotionale Arbeit

Genau! Und das kann ich als ehemalige AF bestätigen, solange man sich noch nicht vollständig entliebt hat, ist man nicht bereit, die Verletzungen zu sehen, die man dem EM angetan hat. Dieser Prozess dauert halt und nur die wenigsten betrogenen EP halten das durch. Insofern Glückwunsch!

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Wurstmopped
Zitat von Elfie1:
Genau! Und das kann ich als ehemalige AF bestätigen, solange man sich noch nicht vollständig entliebt hat, ist man nicht bereit, die Verletzungen ...

Darf ich dir Frage stellen, wäre es dir schneller gelungen wenn sich dein Partner erst einmal von dir getrennt hatte?

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Wurstmopped
Zitat von BernhardQXY:
@Wurstmopped Sie war mit dem eigenen Liebeskummer beschäftigt. Sich zu entlieben ist harte emotionale Arbeit

Das kann ich mir vorstellen.
Konntest Du ihren Schmerz mitfühlen und sehen?

#456


B
@Wurstmopped
Sehen ja, aber mitfühlen nein. Das war für mich immer ihre Baustelle und der Preis, bzw. Folge, die sie tragen muss

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Wurstmopped
Zitat von BernhardQXY:
@Wurstmopped Sehen ja, aber mitfühlen nein. Das war für mich immer ihre Baustelle und der Preis, bzw. Folge, die sie tragen muss

OK, danke für die Antwort.
Und dennoch war sie in dieser Zeit, ich sage mal blockiert und mit dem Wissen, dass sie emotional noch ein Stück weit beim AM ist, fühlt sich die Beziehung doch nicht richtig gut an? Fühlt man sich da nicht doppelt " hintergangen"?
Wenn ja, was macht das mit einem?
Ist man ungeduldig, verletzt, wütend, enttäuscht, desillusioniert?

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I
Nur ganz kurz an Bernhard
Die Szene "Ich schäme mich so und dann weinend" wäre für mich das Ende der Ehe gewesen. Wie klein und winzig fühlt man sich da und der andere schließt mich wohlwollend in seine Arme und verzeiht mir endlich vollständig, in dem Moment, in dem ich mich bis zur meiner Schamgrenze hinunter gearbeitet habe. Für mich entsteht hier ein Ungleichgewicht, das mich endgültig vertrieben hätte.

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Wurstmopped
Zitat von Isolde:
Nur ganz kurz an Bernhard Die Szene "Ich schäme mich so und dann weinend" wäre für mich das Ende der Ehe gewesen. Wie klein und winzig ...

Interessanter Aspekt, stolz und Selbstachtung spielen wohl auch eine große Rolle. Auf beiden Seiten.
Kann man nur bereuen, wenn man sich schämt?
Ich habe gelesen, mit Schäm bestraft man sich nur selbst, die Aufforderung sich zu schämen, ist somit die Aufforderung sich selbst zu bestrafen.

x 1 #460


B
@Wurstmopped
Man weiß ich nicht
Ich habe zunächst aus Angst vor einer Trennung durchgehalten
Dann dachte ich mangels Erfahrung, man könne sich arrangieren, hatte Zuwenig auf mich gehört.
Das fühlte sich schlecht an, aber nicht doppelt hintergangen.
Dieses Gefühl stellte sich ein, als die beiden heimlich auf emotionaler Ebene Kontakt hatten. Diesmal hatte ich die Reißleine gezogen und bin ausgezogen.
Ich glaube dass meine Frau dann erst kapierte, dass sie jetzt am Zug ist.
Und erstaunlicherweise ( ich war da sehr skeptisch) hat sie ernsthaft den entliebungsprozess gestartet. Es gab hier Hilfe von außen.
Über die nächsten 3 Jahre hatten wir unseren Kurs über Beziehungen. Jedes Jahr kam etwas zum Vorschein, was noch nicht passt. Dieses Jahr kam heraus dass wir noch die Basis breiter aufstellen müssen. Da waren wir etwas zu flüchtig.
Wie?
Das bekommen wir gerade heraus.

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Wurstmopped
Zitat von BernhardQXY:
Diesmal hatte ich die Reißleine gezogen und bin ausgezogen.

Ich denke, dass war eine große Hilfe für deine Frau.

#462


B
@Wurstmopped
Nö. Obwohl. Gute Frage.
@isolde
So ist jeder anders. Im übrigen war es kein wohlwollendes umarmen.
Stolz und liebe schließen sich nebenbei bemerkt gegenseitig aus.

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I
Für mich geht da die Augenhöhe verloren. Mit Stolz hat das weniger zu tun. Entweder man verzeiht wirklich aus Liebe, weil dies der eine Mensch oder lässt es. Es ist für Wertschätzung, Respekt und gesehen werden um meiner selbst willen. Diese Umarmung nach so langer Zeit würde in mir arbeiten und mich entfernen von dir.

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E
Zitat von Wurstmopped:
Darf ich dir Frage stellen, wäre es dir schneller gelungen wenn sich dein Partner

Klar darfst du fragen. Aber ich war ja selbst bereits ausgezogen, als der AM die Affäre abrupt beendete. Und da ich zuvor schon an einer schwere Depression erkrankt war, kam es dann zum Zusammenbruch. Ich entwickelte Angststörungen, Suizidgedanken und alles was sonst noch so dazu gehört. Und das trotz Medikamenten. Mein Mann holte mich dann zurück. Hätte er mich damals fallen gelassen, wäre ich heute sicher nicht mehr am Leben.

Trotzdem dauerte es noch eine ganze Weile, bis ich über den durch das Affärenende verursachten Liebeskummer hinweg war. Eigentlich gelang mir das erst so richtig, als ich in Therapie war. Und erst dann dämmerte es mir, was ich meinem Mann und meinen Kindern angetan hatte. Das hatte ich vor der Therapie komplett abgespalten.

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A


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