Beziehungen mit mißbrauchten Menschen

Ehemaliger User


Liebe Gusi,
danke für Deine schnelle Reaktion.
Du hast sicher mit allem Recht was Du schreibst.
Ich will auch in keinem Fall meine Entscheidung von der Frau abhängig machen, dieser Eindruck soll auf keinen Fall entstehen. Uns ist auch beiden klar, dass wir auf keinen Fall sofort zusammenziehen (falls das überhaupt was wird).
Ich werden nicht erst im nächsten Jahr ausziehen.
Mein Beruf macht es mir im Augenblick sehr schwer mich nach Wohnalternativen umzusehen, trotzdem nutze ich jede Minute die ich habe und die meine Kraftlosigkeit zuläßt, mich umzuhören und umzusehen. Ich suche auch nach Alternativen, die mich vieleicht einen alten Traum verwirklichen lassen (altes Gebäude oder Ferienhaus im Zen-Stil ausbauen). Es gibt eine Menge Ideen. Aber der Beruf ist z.Zt. so hektisch.
Eine Selbsthilfegruppe suche ich schon lange, habe aber noch keine gefunden (selbst organisieren ist im Augenblick leider nicht drin).
Deine Erfahrungen mit der Trennung Deiner Eltern sind mir sehr hilfreich, vielleicht gibt es noch mehr Erfahrungen von anderen Menschen. Mich interessiert das sehr weil ich weis, dass ich schnell in Katastrophenstimmung verfalle.Ich möchte gern einiges realistischer sehen.
Sicher wollte ich den Kindern nicht unsere Verfehlungen in der Ehe erzählen und ihnen mein Herz ausschütten. Aber ich kenne sie, sie werden sehr genau wissen wollen warum ich gehe. was darf ich ihnen erzählen. Meine Frau hat in den letzten Monaten sehr dafür gesorgt, dass die Kinder mich als schuldigen ansehen. Und ich habe mich immer zurückgezogen, habe dazu nichts gesagt, weil ich keine Schlammschlacht wollte. Für die Kinder war das aber wohl wie eine Schuldanerkenntnis. Vieleicht habe ich sie schon verloren.
So viel für jetzt. Für weitere Erfahrungen wäre ich sehr dankbar.
Deine guten Gedanken kann ich sehr brauchen, sie geben Kraft.Vielen lieben Dank!

19.05.2001 21:47 • #16


Ehemaliger User


Lieber Einsam !

1. Die Idee mit der Selbsthilfegruppe halte ich auch für ziemlich gut.

2. zu Freundschaften:
Kannst du nicht vielleicht - trotz des Arbeitsstresses - verschüttete Hobbys ausgraben oder gar ein neues anfangen ? Das ist meiner Ansicht nach der effektivste Ansatzpunkt zum Schließen neuer Freundschaften.

Mal abgesehen davon freuen sich bestimmt einige alte Bekannte, mal einfach so von dir zu hören.
DU kannst die Situation nur aktiv verändern. Verändere ein wenig deine Einstellung zum Passivsein und du veränderst dein Leben.


3. zur Isolation
Du isolierst dich momentan gerne ? Liegt das vielleicht auch daran, dass du nach dir selbst suchst ? Nach deinen Interessen, Gefühlen ..... ? Ich hatte gerade so eine Phase und bin einfach kurzerhand mutterseelenallein ans Meer gefahren. Anfangs hatte ich unheimliche Angst davor, aber am Ende der Woche, nachdem ich mir einen meiner Kinderträume (das Wattwandern) erfüllt hatte, ging es mir merklich besser und ich kam sogar mit 2, 3 Leuten ins Gespräch (Und glaub mir, ich bin auch nicht sehr kontaktfreudig). Das Gefühl des frei werdens und sich selbst Findens wurde - glaub ich - auch durch die Landschaft unterstützt: das Meer, der breite Sandstrand von St.Peter Ording, die Pfahlbauten .... alles weit und unwirklich, genau das Richtige Nachdenken.


4. zu deinen Kindern:
Bezüglich des Hauses schließe ich mich der Ansicht von gusi einfach mal an: deine Kinder brauchen im Fall des Falles deine Zuwendung und sicherlich finanzielle Unterstützung, nicht aber das Haus an sich.


5. zu deiner neuen Liebe:
Ich glaube nicht, dass es notwendig ist, sie aufzugeben, weil du allein sein solltest. DU solltest dir einfach auch die Zeit nehmen, zu dir und deinen Interessen zu finden und nicht alle Energie in die neue Beziehung investieren, um dich aufzugeben, weil du so sehr liebst.

Sie will ja sowieso erst in einem Jahr etwas mit dir eingehen, also kannst du diese Zeit nutzen, um erstmal ein eigenes Heim und einen Freundeskreis aufzubauen. Eure Liebe könnt ihr auch ausleben, wenn ihr nicht gleich zusammen wohnt.

Um deiner Ungewissheit zu entgegnen, solltest du aber schon klären, ob sie definitiv mit dir eine Beziehung aufbauen will und insbesondere, ob sie dich wirklich liebt. Mit Scheuklappenblick auf jemanden Warten kann sehr zermürbend sein. Man soll niemanden Drängen, aber bei körperlichen Beschwerden ist eine Grenze erreicht, bei der aus meiner Sicht eine KLärung angesagt ist. Du hast ja einen tollen Schritt getan mit deinem mutigen Brief. Hast du schon eine Antwort ?

6. zu deiner P.S.: euer Verhältnis
Ich verstehe sehr gut, was du meinst. Ich definiere das als Liebe und habe es selbst gerade erlebt. Leider hat er dies trotz derselben Gefühle und Erlebnisebene anders definiert, nämlich als Freundschaft. Aber das ist eine andere Geschichte.....

Liebe Grüße und viel Mut
Susa

P.S.:  Beim Lesen deiner Zeilen ist mir aufgefallen, dass du immer wieder von Ängsten redest. Ich weiß nicht, ob ich mich wiederhole, aber ich möchte dir gerne das Buch "Traumfänger" von Marlo Morgan empfehlen. Das Buch kann Ängste nehmen, verhilft zu etwas mehr Gelassenheit und ist humorvoll geschrieben.  

Aus meiner Sicht sind Ängste ein elementarer Teil des Lebens, sie sollten nur nicht das Leben beherrschen. Vielleicht belohnst du dich einfach jedesmal, wenn du sie mal wieder überwunden hast. Immerhin hast du in der letzten Zeit sehr viel Mut bewiesen... Also sei stolz auf dich und gönn dir etwas, wie die Verwirklichung eines Traumes.    

Nochmal zum Thema Gelassenheit: Wie wäre es mit dem neuen Hobby: Autogenes Training ? Das kannst du bei Zeitnot auch im Selbstkurs erlernen. Du kannst damit bei steter Anwendung durch positive Gedanken dein Unterbewußtsein beeinflussen.    

21.05.2001 00:11 • #17


Ehemaliger User


Mist,wieder ein Jahr älter,stundenlang diesen Text getippt und dann : Text zu lang und Text weg!
Heute bleibt mir auch nichts erspart! Naja, den Text schreibe ich neu und in 2 Teilen (aber das Alter bleibt).

Liebe Susa,
Du hast Dir viel Zeit für mich genommen und Dir viele Gedanken gemacht. Das freut mich sehr, denn es gibt
nicht viele Menschen die das tun. Danke dafür.
Zu 1)        Finde ich auch, aber wie gesagt, ich habe bisher keine gefunden. Dabei kann ich mir bei der Masse der
missbrauchten Frauen  (und auch Männer  - das wird oft vergessen) nicht vorstellen, dass hier bei anderen
Paaren keine Probleme entstehen. Falls Interesse besteht: Betroffene bitte melden!

Zu 2)      Das ist schwierig. In den letzten paar Monaten arbeite ich fast ohne Ende.(wg. drastischem
Personalabau). Zwar sollen unsere Arbeitsprozesse dem Personal angepasst werden, aber wann?
Desweiteren arbeite ich seit einigen Jahren intensiv im künstlerischen Bereich (Malerei und Fotografie) und
beides ist mir so wichtig, dass ich fast jede freie Minute damit verbringe. Leider sind die freien Minuten nicht
so reichlich (neben Arbeit, Aufgaben im Haushalt, Reparaturen im Haus, Gartenarbeit, Kinder ......).
Kontakt zu Künstlern zu bekommen ist auch nicht einfach (wahrscheinlich liegt´s an mir).

Zu 3)      Zum Teil liegt es daran. Ich übe mich seit Jahren in der Zen-Meditation, was aber mit meinem Tinitus
und meiner inneren Unruhe , den Ängsten usw. nicht so einfach ist. Im Herbst werde ich wieder an meiner
alten Meditationsgruppe teilnehmen. Aber wirkliche Kontakte habe ich da auch nicht knüpfen können.

Meine inneren Gefühle sind wahnsinnig heftig, haben mich oft in der Hand.
Von mir habe ich in den vielen Jahren der Therapie sehr viel erfahren. Womit ich bisher nicht fertiggeworden
bin, sind meine Ängste vorm Alleinsein, vor Armut usw.
Deinen Vorschlag allein wegzufahren habe ich schon oft in die Tat umgesetzt. Meist mit großer Angst,
manchmal nach kurzer Zeit abgebrochen, aber immer mit Gewinn. Bei meinen Kontaktproblemen hat mir das
jedoch nicht geholfen. (Ich fühle mich noch immer wie der Jugendliche der ich war, als ich ,von Freunden zu
Tanzveranstaltungen mitgenommen, an die Wand gelehnt stand , mit ablehnender Haltung und doch so gern
mitgemacht hätte.
Aber diese Erfahrung allein zu sein und mich meinen Ängsten zu stellen möchte ich nicht mehr missen (es sei
denn ich hätte keine Ängste mehr!)

zu 4)      Klar, das Haus ist es nicht, aber das Umfeld, die Schule, Freunde usw. Das möchte ich ihnen nicht
auch noch nehmen. Das Problem ist wohl auch mehr meine Kindheitserfahrung mit Eltern die weder Eltern
noch ein Paar waren. Und mit der ständigen Angst dass meine Eltern sich trennen. So wie meine Kinder wohl
auch. Nun ist dieses Traumata wohl größer als die erwachsene Erkenntnis, dass diese Atmosphäre in der die
Kinder aufwachsen, so schlimm für sie ist.

Teil 2 folgt gleich.

22.05.2001 19:53 • #18


Ehemaliger User


Teil 2.

Zu 5)      Ich denke ich bin an der Stelle, wo ich mich nicht mehr für eine Frau aufgebe. Ich brauche Nähe
ebenso wie Distanz. Aber die  Sehnsucht nach Nähe frißt mich doch sehr auf. Und die Liebe zu dieser Frau ist
schon was ganz Besonderes.
Ich werde um die Frau kämpfen, mich aber nicht aufgeben, ich will klare Aussagen was sie von mir will und
wie sie sich das vorstellt. Sonst werde ich das nicht weiter verfolgen. (Puh - das wird bestimmt sehr schwer).
Eine Antwort auf meine Fragen habe ich noch nicht. Die Post in´s Ausland dauert immer etwas. Und sie soll
auch Zeit für die Antwort haben, denn das ist zu wichtig.

Zu 6)      Ist das nicht etwas ganz Großes? Diese Verstehen ohne Worte, zu wissen was der andere tut und fühlt
(auch auf große Entfernung). Und nichts dafür tun müssen außer offen zu sein.
Ich habe ähnliche Dinge nur in einigen wenigen Meditationen erlebt.
Es tut mir sehr leid, daß Du diese böse Erfahrung gemacht hast. Ich weiß wie schlimm es ist diese Antwort zu
hören   “.....ich Dich nicht“.
Danke für den Buchtip, Nächste Woche muß ich wieder beruflich nach Spanien, aber danach werde ich mir  
das Buch sofort besorgen.
Auch das mit der Belohnung werde ich ausprobieren.
Autogenes Training ist nicht das richtige für mich. Ich habe es mehrfach und unter unterschiedlicher Leitung
ausprobiert, komme aber nicht damit zurecht. Auch die Ärztin in meiner Tinitus-Kur hat mir letztendlich
davon abgeraten. Ich werde, wie gesagt, wieder mehr meditieren. Vielleicht habe ich auch bald ein kleines
Pachtgrundstück gefunden um mein Ferienhaus (als Wohnhaus ) im japanischen Stil daraufzusetzen. Das wäre
nicht teurer als eine Mietwohnung und ich hätte mir dabei einen Traum erfüllt.
Außerdem würde ich, was das Wohnen betrifft, unabhängig bleiben,
Vielen Dank für die lieben Worte und die guten Anregungen.
Meine Gedanken sind bei Euch, die ihr mir in dieser Zeit so lieb beisteht. Ich weis nicht ob ich das alles ohne
Euch schaffen würde,
Danke!


An alle die das lesen:
Wichtig wären mir auch Erfahrungen im Umgang mit den Kindern (“Wie sag ich´s meinem Kinde“).
Und - bitte entschuldigt die vielen Tippfehler. Ich bin halt ziemlich daneben.

22.05.2001 19:56 • #19


Ehemaliger User


hallo Ihr Lieben,
ich brauche Euch mal wieder (tut mir leid).
Am Anfang habe ich mal geschrieben ich wäre darüber hinweg nicht mehr weitermachen zu wollen. Stimmt wohl doch nicht ganz. Stehe wieder da, ist wohl ein Rückfall. Ich weis einfach nicht mehr weiter. Meine Kinder sind nur noch ekelig zu mir, meine Frau überträgt die Agressionen auf sie und sie führen aus! (Situation: Ich war heute morgen zum Arzt, habe das Auto mitgenommen, obwohl es vorher anders abgesprochen war. Nur hatte ich gestern verstanden, dass sie das Auto heute doch nicht braucht. Wie ich nachher erfahren habe, hat sie hier einen mörderischen Aufstand veranstaltet, worauf meine jüngste Tochter sich wutendbrand ans Telefon gesetzt hat und mich im Wartezimmer des Arztes per Telefon restlos zur Sau gemacht hat) Eine Situation wie so viele. Ich kann nicht mehr. Das kostet unendlich viel Kraft. Und nächste Woche wieder einen harten Job in Spanien. Gott sei Dank habe ich mich getraut alles meinem Kollegen zu sagen. Er wird mir auch einen Termin bei einem Rechtsanwalt vermitteln. Na ja, ein klein wenig habe ich ja doch schon geschafft. Ich habe auch etwas gefunden, wo viele schöne Ferienhäuser verkauft werden.Ein wunderschönes Vogelschutzgebiet in unserer Nähe. Weis nur noch nicht ob das finanziell passt. Weis jemand von Euch ob man darin auch im Winter überleben kann (Mobilheim )?
Habe versucht meine geliebte Frau in Holland zu erreichen, habe aber nur ihren Mann erwischt. Würg, freundlich sein obwohl das ein Ar. (´ntschuldigung) ist.
Eine Stunde später noch mal. Sie ist immer noch weg (oder wieder). Hält es wohl auch nicht aus zu Hause. Ich brauche Antworten von ihr. Ich gehe hier kaputt und sie antwortet nicht! Denkt sie noch nach? Hat sie Angst ?? Liebt sie mich nicht mehr??? Oder verarscht sie mich einfach ???? (Entschuldigt den Ton heute, aber heute bin ich leider nicht nur sensibel. Sondern auch wütend! Und gekränkt. Und, wie mein Name schon sagt, verflucht einsam).
Meine Freundin krank, ihr Mann hat mich mal wieder sitzengelassen, trotz Verabredung. Warum kenne ich nur solche Leute. Jahrelang war ich für sie da. Und jetzt alle weg. Verdammt noch mal ich will leben, lieben, glücklich sein.
Bitte schreibt mir, ich brauche Euch!!!!!!!!!!!!
(Ist schon komisch, dass die einzigen die mir in dieser Kriese beistehen,Menschen sind, die ich eigendlich gar nicht kenne.--Schade dass ich Euch nicht kenne---)
Danke dass es diese Forum gibt.

25.05.2001 21:59 • #20


Ehemaliger User


Hallo lieber einsam,

Deine Zeilen hören sich so furchtbar traurig an, da musste ich einen kurzen Trost schreiben, auch wenn ich Deine Beiträge nicht alle gelesen habe - hoffe Du siehst es mir nach, es ist so viel los hier mittlerweile.

Du hättest gestern Abend in den Chat kommen sollen, wir waren zu viert und mir persönlich hat das Gespräch mit den anderen Gleichgesinnten sehr geholfen. Du wärst der 3. mit einem bösen Tief gewesen! Das hätte doch gepasst....;D

Ich verstehe, dass Du momentan auf die ganze Welt böse bist, auf Deine Liebe aus Holland, auf Deine Kinder, auf Deine Freunde, usw.
Du brauchst verdammt viel Kraft, aber ich finde auch, dass Du schon einige Kraft gezeigt hast. Gut, dass Du einen Termin beim Anwalt hast und Dich nach neuen Häusern umschaust. Du machst Pläne für die Zukunft, das ist doch schon mal ein Schritt.

Aber versuche nicht, von den anderen in Deinem Umfeld zu erwarten, dass nur sie Dir wieder zu Glück verhelfen können. Sie können mit Dir reden und die Situation etwas erträglicher machen, aber letztendlich kannst nur Du selbst Dir Glück verschaffen. Und das dauert. Akzeptiere die Situation, wie sie ist, und tue Dir selbst gutes. Auch mal alleine. Erwartungshaltungen an andere können eine Enttäuschung sehr vergrößern.

Jaja, ich weiß, immer diese netten Ratschläge von Leuten, die sich gerade selbst nicht im Tief befinden, aber vielleicht hilfts Dir ja doch weiter.
Ich wünsche DIr alles Gute und viel Kraft.
Wir denken an Dich.
Mary

26.05.2001 09:24 • #21


Ehemaliger User


Lieber Einsam !

Deine Situation ist wirklich furchtbar. Du sagtest, dass du "schon wieder da stehst" und meintest damit wohl das Gefühl, sich im Kreis zu drehen. Sei sicher, dass du dich nicht im Kreis drehst mit deinen Gedanken und Gefühlen. Du läufst auf einer Spirale, die den Weg hinaus aus deiner Situation darstellt. Dabei passierst du Stellen, die dir - mehr oder weniger nah - den Blick auf untere Spiralebenen eröffnen.

Trotzdem läuftst du weiter auf dem Weg nach oben.

Du planst die Zukunft ohne deine Frau .... das ist aus meiner Sicht ein riesen Schritt .... du kannst jemanden lieben, trotz der großen Enttäuschung ...... ein weiterer Riesenschritt ..... du hast dich deinem Kollegen anvertraut, der dir etwas hilft ...... du hast eine kleine Kraftquelle hier im Forum gefunden.....

Sei sicher, du schreitest voran.

zu deiner neuen Liebe:
Gib ihr noch etwas Zeit.... guck dich an, wie schwer dir das alles fällt .... ihr geht es mit Sicherheit genauso ..... warte noch etwas auf ihre Antwort, du wirst sie mit Sicherheit erhalten... hab etwas vertrauen in eure Zuneigung füreinander .....

zu deinen Kindern:
ich hatte etwas herumgefragt, wie das so mit den Kindern läuft, aber selbst keine eigenen Erfahrungen damit. Irgendjemand hatte hier gesagt, dass man sie nicht mit hineinziehen sollte in die Probleme. Man sollte nur sagen, dass man sich trennt, weil man sich nicht mehr versteht. Das haben mir die meisten Leute bestätigt.
Problematisch ist, dass deine Frau die Kinder mit hineinzieht.
a) Da hilft es aus meiner Sicht nur, wenn du mit deiner Frau redest. Versuch die Vorwürfe gegen sie zurückzuhalten. (Sag nicht: du schadest mir durch dein XY Verhalten)  Mach ihr klar, dass es dir weh tut, wenn die Kinder sich gegen dich wenden, weil du die Kinder genauso liebst, wie sie. (Ich hoffe, so ein Gespräch ist noch möglich)
Frag sie vielleicht, wie man am besten mit den Kindern umgehen soll in der schwierigen Situation, was man ihnen erzählen sollte. Wenn sie die Idee nicht äußert, dann frag sie, was sie davon hält, die Kinder außen vor zu lassen, um sie nicht unnötig zu verletzten/belasten und ihnen lediglich von der Trennung zu erzählen, weil ihr euch nicht mehr versteht.
b) Solche Situationen, wie du beschrieben hast solltest du vermeiden, wenn es passiert ist (was bei deinem Alltag völlig normal ist) und die Kinder mit reingezogen wurden, dann entschuldige dich vor den Ohren deiner Kinder bei deiner Frau. Sag, dass du z.B. das Auto dringend für den Arztbesuch benötigt hast,  dass du etwas mißverstanden hast und  dass du es nicht böse meintest und entschuldige dich [Also: Grund erklären; Böswilligkeit ausschließen und entschuldigen;  ggf. vor den Ohren deiner Kinder, sofern sie sowieso involviert sind]
AUf keinen Fall: zum Vorfall schweigen oder mit Wut reagieren, das wäre ein Angriff auf die Mutter deiner Kinder (durch Ignoranz oder "Gewalt") aus der Sicht deiner Kinder.

zu deinen Freunden: deine Freundin war krank (blink blink), sie hat es nicht bös gemeint. MAnche freunde sind auch einfach überlastet, sie wollen dir helfen, können es aber nicht.... das ist unheimlich frustrierend - gerade weil sie dir helfen wollen - und manche (aus meiner Erfahrung insbes. Männer) fangen deswegen an, diese Situationen zu vermeiden. Sag ihnen, dass es dir bereits sehr hilft, wenn sie dir zuhören, dich mit ins Theater nehmen und einfach ab und an da sind. Bedanke dich dafür.  

Ich hoffe, ich konnte dir ein paar Denkanstöße geben.

Liebe Grüße und ganz viel Kraft

Susa:)

26.05.2001 21:56 • #22


Ehemaliger User


Hallo liebe Maryleen, hallo liebe Susanne,
ich habe Euch gerade einen shr langen (und ich glauge lieben) Text geschrieben. Dann wieder mal einen Rechnerabsturz und alles war hinüber. Heute Nacht bin ich nicht mehr in der Lage das alles noch mal zu schreiben. Morgen weis ich noch nicht, denn ich muß meine Spanienreise vorbereiten. Wenn ich in einer Woche zurück bin, antworte ich auf jeden Fall. Trotzdem möchte ich Euch noch einmal meinen ganz lieben Dank aussprechen. Ich finde es so toll, dass Ihr trotz eurer eigenen Situation so viel Hilfe geben könnt. Ich hoffe ich kann auch bald hier an dieser Stelle für andere da sein. Großen Dank an Euch großartige Menschen,
Euer Klaus

27.05.2001 00:24 • #23


Ehemaliger User


Mist, wieder so viele Tippfehler. Na egal, Ihr werdet´s verstehen. Da ich sowieso nicht schlafen kann versuche ich noch mal zu schreiben.
Liebe Maryleen,
Vielen lieben Dank für Deinen Trost. Eigendlich wollte ich in den Chat, aber habe mich dann doch nicht getraut. Habe es mal woanders versucht, doch das war mir viel zu oberflächlich. Keine Zeit um nachzudenken und wirklich etwas zu sagen. Nicht nur zu reden. Das ist wohl nicht sonderlich gefragt. Hauptsache schnell. So habe ich es gelassen.
Vielleicht probiere ich es noch!

Liebe Susanne,
ich hoffe ich kriege jetzt noch alles auf die Reihe was ich sagen wollte. Du weist beim 2.Mal ist alles nicht mehr so emotional (na ja, manche Dinge doch- siehe meine Geschichte).
Mit meiner Frau zu reden ist absolut aussichtslos. Ich bin ja ein Mann. Als Schwein, Vergewaltiger, ach was weis ich. Ob sie mir weh tut interessiert sie seit Jahren nicht mehr.
Wie soll ich diese Situationen vermeiden? Ich habe mich entschuldigt. Hat nichts genutzt. Die Agressionen werden nur noch größer. Habe mich dann (wieder ) zurückgezogen. Auf Grund meiner Ohren und um nicht zu expodieren. Für die Kinder war das wohl wieder ein Schuldeingeständnis.
Meine Freundin war sicher wirklich krank. Das war nicht das Problem. Das Problem war ihr Mann (auch ein Freund von mir), der mal wieder zugesagt hat mit mir was zu unternehmen und mich dann mal wieder (regelmäßig in den letzten Jahren!) sitzengelassen hat. Und das Problem ist, das ich jetzt sortieren, mit diesen Leuten nichts mehr zu tun haben will, wenn sie dieses Verhalten nicht ändern. (Kein Problem wenn sie keine Zeit haben. Aber ab und zu sollte die Zeit da sein und besonders wenn die Termine von den Leuten selbst kommen).
Ich bedanke mich übrigens immer wen jemand etwas für mich tut, weil ich das nicht für selbstverständlich halte.
Zu meiner neuen/alten Liebe:
Ich würde Ihr so gern so viel Zeit geben wie sie braucht. Aber sie muß mir sagen was ist. Das kann auch heißen, dass sie nachdenkt. Aber ehrlich soll sie sein und mich teilhaben lassen an ihrem Leben. Wie soll ich sonst meine Liebe aufrecht erhalten, besser: nicht daran zugrunde gehen?
Diese Frau hat mir zum ersten Mal in meinem Leben gezeigt was Liebe ist. Ich will sie nicht verlieren. Und desshalb habe ich unendliche Angst.
Verstehst Du das ? (Dumme Frage, Du verstehst das ganz sicher!)
Ich bin dieser Frau dankbar dass sie mir gezeigt hat was Liebe und Leben ist als sie es noch konnte. Und es tut so weh zu sehen wie sie jetzt lebt. Zu fühlen was wir beide verpassen. Und die Zeit fließt. Unaufhörlich.
Eine gute Nacht und süße Träume.
Euer Klaus

27.05.2001 01:19 • #24


Ehemaliger User


Hallo Ihr Lieben,
nach einer Woche spanischer Hitzewelle (z.T. 44Grad noch um 20.00Uhr) und fast durchgearbeiteten Nächten wieder zurück. Eben wieder hier und schon ist diese wahnsinnige Angst und diese schreckliche Einsamkeit wieder da. Vor allem habe ich immer wieder das Gefühl von vorn anfangen zu müssen mit meinen Bemühungen mich zu trennen. Immer wieder neue Anstrengungen weil ich das durch diese vielen Dienstreisen nicht kontinuierlich durchziehen kann. Und Antworten von der Frau die ich liebe bekomme ich wohl auch nicht. (Ob sie mich wohl doch nur warm hält weil ich eine bestimmte Funktion für sie habe? Aber welche genau?)
Wieder ist alles da: Angst, Kraftlosigkeit, Einsamkeit. Ich weis wieder nicht mehr wie es weiter gehen soll. Diese Sicherheit (?? Ich weis nicht wie ich es ausdrücken soll) oder vieleicht Klarheit in meiner Trennung weiterzugehen, die ich vor Spanien hatte, muß ich mir wieder neu erkämpfen. Langsam weis ich nicht mehr wie, denn meine Kraft wird immer weniger. Ich würde heute jedem raten niemals so viele Jahre mit der Trennung (mehr als 10) zu warten. Das kostet zu viel Kraft, die nach der Trennung fehlt.
Ach ich höre jetzt auf zu schreiben. Eigendlich wollte ich loswerden wie einsam und allein ich mich fühle und wieviel Angst ich wieder habe. Aber dann habe ich das Gefühl wieder zu viel rumzujammern. Höre hier lieber auf und würde mich freuen mal wieder was von euch zu hören.
Bitte laßt mich nicht auch noch allein.

02.06.2001 06:32 • #25


Ehemaliger User


P.S:
Habe gerade die neuesten Entwicklungen in der Geschichte von Lindi gelesen. OOH ist das schön. Man wird direkt neidisch auf so viel Glück. Beim Lesen tut es mir direkt weh im Herzen, so sehr vermisse ich dieses Gefühl.
Ich wünsche Euch alles alles Liebe und alles Glück dieser Welt.
Euer Klaus

02.06.2001 06:48 • #26


Ehemaliger User


Lieber Klaus,

>Angst, Kraftlosigkeit, Einsamkeit. Ich würde heute jedem raten niemals so viele Jahre mit der Trennung (mehr als 10) zu warten. Das kostet zu viel Kraft, die nach der Trennung fehlt. Eigentlich wollte ich loswerden wie einsam und allein ich mich fühle und wie viel Angst ich wieder habe.<

10 Jahre immer wieder die Trennungsgedanken führen zwangsläufig zu Kraftlosigkeit, die später Angst und Einsamkeit auslösen. Ich kann leider noch immer nicht verstehen, warum weshalb du nach dieser langen Zeit die Trennung nicht herbeiführst. Hast du denn jemals mit deiner Frau darüber gesprochen? Weiß deine Frau denn, dass du keine Gefühle mehr für sie hast? Sprich es doch mal offen an.

Du siehst ja bei mir, dass es irgendwann ganz anders kommt, als man selbst glaubt. Ich habe wirklich großes Glück gehabt, diesen Mann kennen lernen zu dürfen. Ich würde dir gerne, etwas von deinem Herzschmerz wegnehmen, denn ich weiß wie weh das alles tut. Ich umarme dich und versuche dir auf diesem Weg ein wenig von meiner Kraft und meinem Glück abzugeben.

Alles Liebe und viiiiel Kraft wünscht dir
Lindi

02.06.2001 16:19 • #27


Ehemaliger User


Liebe Lindi,
Deine lieben Worte tun mir gut. Vielen,vielen Dank dafür.
Komisch dass ich wohl noch nicht darüber geschrieben habe. Die Trennung der Beziehung ist vollzogen, nur die räumliche Trennung noch nicht. Und den Kindern haben wir es noch nicht gesagt. Wir hatten vor ca. 1 1/2 Jahren eine gemeinsame Therapie begonnen, die meine Frau nach 2 Sitzungen abgebrochen hat und in der wir unsere Beziehung beendet haben. Aber wir haben beide riesige Angst vor dem was jetzt kommt. Ich habe dann meine Therapie weitergemacht in der es um die Bewältigung meiner extremen Ängste geht. Auch sie macht weiter aber die Folge ihrer Geschichte ist, dass man mit ihr kein gescheites Wort mehr reden kann. Sie ist nur aggressiv und vollkommen unberechenbar. Ein vernünftiges Gespräch ist nicht möglich und Verantwortung für das was jetzt kommt übernimmt sie schon gar nicht. Das heist ich muß alles allein regeln. Und das obwohl ich die letzten 1 1/2 Jahre Angst um meinen Job haben mußte (ist jetzt zum Glück erledigt, ich bin einer der wenigen, die bleiben) und ich seit einem Jahr ständig tagelang beruflich unterwegs bin. Da wird es schwer noch eine Trennung zu regeln.Dazu noch ohne jede Unterstützung. Aber der Hauptgrund ist immer noch meine Angst an der ich natürlich in dieser Situation nur in größeren Abständen arbeiten kann.
Trotzdem, es geht voran.
Dir und Deiner neuen Liebe wünsche ich alles Liebe dieser Welt. (Ich hoffe meine Liebe meldet sich auch noch mal. Ich werde nämlich langsam stinksauer und fühle mich verar.....!)
Bis dann,
Klaus

02.06.2001 18:45 • #28


Ehemaliger User


Lieber Klaus,

Angst haben alle Frauen und Männer - die hatte ich aus sehr stark – die vor einer Trennung stehen. Was kommt danach? Wie geht´s weiter? Wie ertrage ich das Alleinsein? Ängste die durchaus verständlich sind. Ich finde es deswegen durchaus wichtig,  dass du weiterhin deine Therapie machst (mach ich auch noch), denn ich denke schon, dass die Gespräche dir in dieser extremen Lebenskrise helfen.

Die Aggressivität und Unberechenbarkeit deiner Frau rührt vermutlich daher, dass sie sich auch nicht mehr in deiner Nähe wohl fühlt. Doch ihr steckt anscheinend beide wie der Vogel Strauss  den Kopf in den Sand. NUR dadurch wird es nicht besser. Ich denke ihr solltet gemeinsam überlegen und falls deine Frau sich weigert, du alleine für dich die Trennung suchen. Nur dann kann es dir und deiner Frau irgendwann wieder besser gehen.

Deine neue Liebe meldet sich nicht. Liebt sich dich überhaupt? Wenn sie dich wirklich lieben würde, denke ich würde sie sich auch bei dir melden.

Sorry, das war jetzt alles etwas hart. Du weißt selbst, manchmal muss Frau/Mann der Wahrheit ins Auge sehen.

Ich wünsche dir wirklich alles Gute – gehe deinen Weg, wenn `s sein muss auch alleine.

Nochmals liebe Kraftgrüße von
Lindi

02.06.2001 19:23 • #29


Ehemaliger User


Liebe Lindi,

<Die Aggressivität und Unberechenbarkeit deiner Frau rührt vermutlich daher, dass sie sich auch nicht mehr in deiner Nähe wohl fühlt. >

Die Aggessivität hat vor allem mit ihrer Geschichte zu tun (verläßliche Info, mehr darf ich darüber nicht sagen). Ich bekomme vor allem das ab, was ihre Eltern abbekommen sollten. (versteht bitte dass ich darüber nicht reden kann, das ist nicht meine Geschichte).
Beziehungen dieser Art sind nicht wie andere und auch kaum mit ihnen zu vergleichen. Das macht es auch so schwierig. Kaum jemand kann das nachvollziehen was da passiert. Durch meine Therapeutin sind mir viele Zusammenhänge klar. Das macht es aber nicht einfacher (Verständnis macht es z.T. schwieriger).
<Doch ihr steckt anscheinend beide wie der Vogel Strauss  den Kopf in den Sand.>
Tue ich sicher nicht. Den ganzen Tag tue ich kaum etwas anderes als eine Lösung suchen. Neben Arbeit, Arbeit, Arbeit, mich um Kinder und Haus kümmern, meine alten Probleme lösen und und und .... Alles kann man mir vorwerfen, nur nicht dass ich mich nicht bemühe.Aber viel ist es.
<Deine neue Liebe meldet sich nicht. Liebt sich dich überhaupt? Wenn sie dich wirklich lieben würde, denke ich würde sie sich auch bei dir melden.>
Das ist zwar etwas vereinfacht denn es gibt noch viele andere Möglichkeiten (bis hin zur Krankheit), aber im Augenblick denke ich genau so. Das tut ganz schön weh.

<Sorry, das war jetzt alles etwas hart. >
Vielleicht etwas vereinfacht, aber im Kern hast Du recht. Die Realität ist härter.
Ich gehe den Weg weiter (Anwalt, Hilfe von außen, Therapie, malen, Unterkunft suchen). Ich denke mehr kann ich bei der Arbeitsbelastung nicht tun. Das Brot muß weiterhin verdient werden (bei den Kosten zur Zeit sogar noch mehr).
Danke für die Kraftgrüße und dafür dass ihr da seit.
(Danke auch an den Admin, meine Spende geht nächste Woche raus)
Liebe Grüße
Klaus

02.06.2001 22:33 • #30




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