JS87
Gast
kurz zur Vorgeschichte:
ich lernte sie im Februar 2017 kennen, es funkte auf Anhieb und es gab so eine starke gemeinsame Wellenlänge, dass mir schon Bange wurde. Sowas habe ich nie erlebt. habe ich mich Hals über Kopf in sie verliebt. Dummerweise hatte ich mich erst vier Monate vorher von meiner letzten Freundin getrennt und das ganze noch nicht richtig verarbeitet. was auch die kommenden paar Monate ab und zu Thema wurde. Ich vermisste sie nicht, aber fühlte mich wütend und verletzt und fragte mich, was genau ich falsch gemacht hatte, vor allem um die neue Beziehung nicht zu versauen.
Später entwickelte sich zur neuen Freundin Liebe, ich sagte ihr das auch. Dummerweise begannen da unsere Schwierigkeiten. Ich hatte, in meinen Augen, mit einer Art Bindungsstörung zu kämpfen, sicher bin ich mir da aber nicht. Ich hatte zwischendurch das Gefühl, mir meine Gefühle einzubilden und fühlte mich häufiger unbehaglich und wollte eher allein sein. Manchmal dachte ich, es sei besser, wieder allein zu sein.
Später wurde mir klar, dass ich sie wirklich liebe, aber diese Gefühle der Beklommenheit kamen immer wieder. Ich konnte mir keinen Reim darauf machen. Ich sagte ihr das alles erst in der Endphase der Beziehung, vorher habe ich mich nicht getraut.
Es kam häufiger zu Streit, wegen meiner komischen Launen, bei dem ich erst immer das Ruder herumriss, wenn sie weinte, bzw. alles bereits zu spät war. Es gab Konflikte wegen Sex, weil ich mich abgelehnt fühlte, wenn sie keine "Lust" hatte. Meine Launen, Impulse und Stimmungsschwankungen bestimmten unsere Streitkultur, ich nahm ziemlich viel Raum ein. Ich denke nicht, dass es zwischenmenschlich grundlegende Probleme gab, der ganze Stress ging von mir aus. ich kümmerte mich auch einfach nicht genug um sie, habe ich auch nun erkannt. Ich wollte es so gern am Ende ändern.
Wir hatten im März 2018 kurz für zwei Wochen Funkstille, wegen eines einschneidenden Konflikts, ich drängte sie irgendwann zu einem Gespräch und sie floh, weil sie ihre "Grenzen" nicht respektiert sah. Sie brauchte eindeutig Zeit zum Nachdenken und die hatte sie demnach nicht. Sie holte ihre Sachen ab, um sich zu trennen, ich schrieb ihr einen Brief, legte ihn ihr hin, zwei Tage später waren wir bereits wieder "zusammen". Alles in allem war da nicht genügend Abstand zum Nachdenken und für Reflexion, stellte ich nun im Nachhinein fest.
Die folgenden 3-4 Monate liefen recht harmonisch, kaum Streit, kaum Reibereien. Wir hatten wieder recht regelmäßig Sex und verbrachten sehr viel Zeit miteinander. Wir wohnten schon fast zusammen, hatten sogar eine Haushaltskasse. Später kam es wieder zu meinen destruktiven Verhaltensmustern. Viel Streit, viel "um den Block gehen", viel "Ich fahre jetzt nach Hause". Sehr unschön. Die Konflikte wiederholten ständig ihr Muster. Und ich weiß bisher nicht ganz wieso. es hieß immer nur, es müsse sich etwas ändern und dass sie nicht ewig Kraftreserven hätte, was mich total unter Druck setzte. Ich sagte ihr auch, dass ich mich nicht von heute auf morgen ändern könne, dass es ein Prozess sei. Sie unterstellte mir, dass ich eine "Drama Queen" sei. Womit sie nicht ganz Unrecht hat.
Ich schrieb ihr einen "Partnerschaftvertrag", in dem ich genau formulierte, was ich an mir ändern möchte, um sie glücklich zu machen. Das war das letzte mal, dass ich sie vor der Trennung sah (am Trennungstag sah ich sie noch). Sie gab mir sogar an der Tür noch einen Kuss.
Zum großen Knall kam es nun vor Kurzem, nachdem ich "abermals" ihre Grenzen nicht respektierte (sprich, sie in Ruhe zu lassen, wenn sie sich zurückzieht), sie sagte mir wohl am Tag, an dem ich ihr den Vertrag gab, dass sie nun "Abstand" braucht (wie lange und ob totale Kontaktsperre war mir nicht bewusst), ich drängte sie nach 2 Wochen vollkommener Funkstille (in der ich aber eine E-Mail voller Zuversicht und später eine Gute Nacht-SMS schrieb - beides unbeantwortet) zu einem Gespräch, da ich es nicht mehr aushielt. Ich wünschte mir Klarheit und dass wir aufeinander zugehen würden.
Die Antwort lautete, dass ich nicht im Recht sei, Ansprüche zu stellen und sie es unverschämt fände, dass ich wieder ihre Grenzen nicht respektiere. Ich mache die gleichen Fehler immer wieder, schrieb sie. Ich solle meine Sachen abholen.
Ich versuchte entgegenkommend zu reagieren und schrieb ihr, dass ich sie verstehe (was nicht ganz stimmte, ich verstand sie letztlich erst nach der Trennung), aber dass sie sich ganz genau überlegen solle, ob sie wirklich die Trennung will und ich auf keinen Fall aufgeben will und dass ich zu neuen Erkenntnissen kam. Sie antwortete, dass sie keinen Sinn mehr darin sieht, zu diskutieren, sie keine Kraft mehr hätte und ihr die Beziehung nicht mehr gut täte. (eigentlich ein klarer Hinweis, dass sie nicht mehr will.)
Ich fuhr zu ihr, holte meine Sachen und wir hatten sogar noch im Flur ein kleines, ruhiges und tränenreiches Gespräch, in dem ich noch mal sagte, dass ich wirklich ein paar mehr Dinge verstanden hätte - "Das hast du schon so oft gesagt" und wir sollten noch mal richtig reden - "Ich habe keine Kraft mehr." Ich sagte ihr, wenn es jetzt wirklich aus sei, dann solle sie es jetzt sagen. Eine klare Antwort kam nicht. Ich ging und sagte ihr, dass sie sich jederzeit melden könne.
Dummerweise machte ich den Fehler und schrieb ihr noch am selben Abend eine riesenlange Mail, in der ich mein Verhalten analysierte und ihr sagte, dass sie meine Seelenpartnerin sei und ich noch nie jemanden so sehr liebte und dass ich mir einen anderen Ausgang gewünscht hätte. alles in allem nahm ich die Schuld 100% auf mich, ich versuchte Erklärungen für meine Verhaltensmuster zu finden. Es liest sich teilweise aber, als sei ich total beziehungsunfähig, z.b. dass mit jedem Monat meine Angst, sie zu verlieren, stieg, ich Angst hatte, sie würde sterben, krank werden oder mich verlassen und ich mich durch meine destruktiven Verhaltensmuster teilweise vor Nähe schützen wollte, weil sie mir aufgrund meiner tiefen Gefühle und Verlustangst irgendwie wehtat (klingt total paradox, ich weiß. aber eine andere Erklärung hätte ich dafür nicht. )
Im Januar 2019 gehe ich für ein Jahr nach Japan, es war abgemacht, dass ich wieder komme und wir danach schauen, wie es mit uns weitergeht (zusammenziehen?), das Ganze war nie ein Riesenthema, dass wir es nicht überstehen würden, vor drei Wochen sprach sie noch darüber, dass wir dann zusammenziehen könnten.
in der Mail formulierte ich noch, dass es mein größter Wunsch war, nach diesem Jahr ein gemeinsames Leben mit ihr aufzubauen und dass ich den Aufenthalt sogar ihr zuliebe drastisch verkürzt hätte. ich beendete die Mail mit den Worten, dass ich sie immer in meinem Herzen tragen werde, ganz egal wie es jetzt nun ausgeht. Ich schrieb "Vielleicht sieht man sich wieder - ich will ja eigentlich nicht aufgeben."
Ich bin nun der festen Überzeugung, dass ich mit der Mail wohlmöglich alles schlimmer machte, zumal ich dadurch wieder die Kontrolle über die Situation bekommen wollte. Ich sagte ihr ja eigentlich, dass sie sich jederzeit melden könne. Am Anfang der Mail formulierte ich aber, dass sie die Mail lesen könne, wann immer sie will und dass ich nicht einmal eine Antwort erwarte. Bisher kam keine, immerhin kam keine Antwort wie "Lass mich bitte in Ruhe, ich habe alles gesagt."
Ich will sie keinesfalls verlieren. Ich fühle nichts als Schuld und Wut über mich selbst, dass ich mein Glück mit ihr (jeder Mann würde sie auf Händen tragen) so brutal zerstörte. ich will ihr noch so viel sagen, aber alle raten mir, jetzt absolut die Füße still zu halten. ich habe solche Angst, dass wir uns nie wieder sehen und dass sie nun wirklich gegangen ist. ich habe mir das Ende selbst zuzuschreiben, mit meinem Verhalten, meiner Egozentrik und dass ich ihre Grenzen nicht respektierte. im Januar fliege ich - und ich stelle mir schon jetzt vor, wie wir danach wieder irgendwie zusammenkommen könnten. Ich kann mir keine andere Partnerin vorstellen, ich liebe sie abgöttisch.
Was soll ich jetzt tun? Warten? Einen Brief schreiben? Im Januar hat sie auch Geburtstag. ich würde ihr gern eine Karte schicken und sie wiedersehen. bin vollkommen ratlos.
Ich sehe meine Felle davonschwimmen, aber ich will ihr beweisen, dass ich mich WIRKLICH ändern und ihr ein guter Partner sein kann. Seit Samstag gab keinen Kontakt mehr.