Schorschi
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Zitat von Vollgas:Wie ich eben schon geschrieben habe, möchte ich dir deine Gefühle nicht absprechen. Diese sind real!Positiv, wie negativ... Sicher ist es nicht einfach für dich in so einer Situation. Ich kenne die Hintergründe nicht. Du hast geschrieben, du kennst sie schon seit Jahren. Ich frage mich, ob dieses Misstrauen ihr gegenüber aus der Vergangenheit herrühren. Da du sie schon länger kennst? Ob diese erst in der letzten Zeit gewachsen sind oder ob es sich durch diese besondere Situation zwischen euch ergeben haben. Du schreibst sehr vage und meintest im Eingangspost, dass du keine konkrete Frage hast. Ich wollte nur verstehen, wieso du dich als Mittel zum Zweck siehst, wenn sie ihrem Mann doch reinen Wein eingeschenkt hat, was dich betrifft. Die Trennung ist ausgesprochen und die Scheidung steht wohl an? Oder nicht?
Ah, okay, jetzt verstehe ich.
Ich denke, das Misstrauen hat zwei Ursachen.
Die eine Ursache liegt in mir. Das Misstrauen schützt mich, denn die Gefühle sind sehr stark und ich möchte nicht enttäuscht werden.
Die zweite Ursache liegt aus meiner Sicht in ihrem völlig uneindeutigen Verhalten.
Unsere Gespräche wirken normalerweise sehr offen und gehen Richtung einer gemeinsamen Zukunft. Und dann kommt immer wieder eine Handlung, die mir das absolute Gegenteil signalisiert.
Ein ganz aktuelles Beispiel, um nicht vage zu bleiben:
Sie ist gestern zur Nachtschicht gefahren. Wir haben uns am Handy sehr lange und sehr liebevoll unterhalten und auch über das Thema zusammen ziehen gesprochen. Sie hat dabei eindeutig erklärt, dass sie sich vorstellen kann, mit ihren Kindern zu mir zu ziehen. Mein Misstrauen war winzig klein, fast nicht mehr vorhanden.
Sie hat sich ganz herzlich verabschiedet und hat mir nach dem Ende der Schicht eine Nachricht aufgesprochen, dass sie mit ihrem Mann noch einmal sprechen wird, um zu klären, wie die Trennung denn nun praktisch vollzogen werden kann.
Gleichzeitig bat sie mich um Verständnis, dass sie das Handy für das Wochenende nun zur Seite legen möchte, um sich den Kindern aufmerksamer widmen zu können. Auch das ist für mich prinzipiell total in Ordnung, aber...
Sie hat ihr Profilbild ausgetauscht. Mitten in der Nacht. Auf dem vorherigen Bild war sie mit den Kindern zu sehen. Das aktuelle Bild zeigt sie mit Mann und Kindern in glücklichen Tagen.
Das finde ich in der gegenwärtigen Situation völlig unangebracht, unnötig und respektlos mir gegenüber. Selbst wenn sie nicht zweigleisig fährt, was ich zwar nicht glaube, aber auch nicht ausschließen kann, weil sie 100km entfernt lebt. Aber dann ist das Misstrauen wieder da, in voller Größe. Und das tut weh, sehr weh.
Deswegen sehe ich eben auch die Möglichkeit, Mittel zum Zweck zu sein.
Mir ist ihr Verhalten zu uneindeutig. Ich möchte einfach nicht der Steigbügelhalter sein, der ihren Ehemann aus Eifersucht und Angst davor, sie zu verlieren, dazu bringt, sich plötzlich doch noch so zu verhalten, wie sie sich das früher immer gewünscht hätte. Ich mache mir da nichts vor, sollte sie doch noch Gefühle für ihn haben, wird sie eher beim Vater ihrer Kinder bleiben, als mit mir ein Risiko einzugehen.
Nur ich kann handeln, und ich werde meine Gefühle schützen, schützen müssen, mir zu Liebe.