Liebe Amilily,
ich habe die ganze Zeit mitgelesen und je mehr, desto weniger habe ich Lust Dir von meinem Fall zu erzählen, weil es einfach nicht passt. Da kamen mehr und mehr Details von Dir, durch die ich nur geringe Ähnlichkeiten mit unserem Fall sehe.
Zu einem, weil Du durchaus im Stande für Dich zu sorgen bist, aus Ängsten und Gewöhnheit schiebst das weg und stehst da wo am bequemsten ist, hinter Deinem Mann. Die Ehefrau von meinem Freund war todkrank, das alles konnte sie nicht! Plus war sie noch depressiver als Du. So klar zu sehen wie Du teilweise kannst, das konnte sie nicht mehr. Und das Leben hat ihr jegliche Chance genommen, jemals gesund zu werden oder irgendetwas in der Richtung zu verändern.
Und es ist rießen Unterschied in meinen Augen, diese kranke Frau die letzten Jahre zu begleiten und für sie da zu sein oder sich für eine aufgeben, die durchaus auch selbst könnte, wenn sie denn bemühen würde.
Ich will Dir ebenso Deine Krankheit nicht aberkennen, was psychische Probleme bedeuten, weiß ich nicht nur von Erzählungen, ich war leider mittendrinn.
Aber dann stehen gegenüber von Dir genannte Tatsachen wie:
alles abgebrochen, Jobs und Hobbys!
den Mann, der Dir helfen wollte, einfach weggeschoben!
Freunde keine, Familie mag Dich nicht!
Wie und womit lebst Du eigentlich?
Und wer kann Dir überhaupt helfen, wenn Du so beratungsressistent bist?
Kannst Du mir vielleicht besser folgen als wenn Alena Dir schreibt, schau in Dein Herz?
Also, ich würde das alles vielleicht nicht schreiben oder versuchen weicher einzubetten, aber wenn ich dann lese, wie Du doch eigentlich reflektieren kannst, zumindest teilweise, so sollte man zu Dir klare Worte sprechen und diese bist Du durchaus im Stande zu vertragen und auch zu verstehen.
Schau mal hier :
"und woher soll man wissen was aus dieser neuen liebe wird. und wenn es nichts wird dann hat sich nichts geändert.
ist das wirklich verkehrt?"
Nein, Amelily, man kann nicht wissen, aber man weiß ganz genau, wie es wird, wenn er bei Dir bleibt. Genau so wie Du es sagst :
.... dann hat sich nichts geändert!
Ich glaube kaum, dass ihr eine realistische Chance habt. Vor die Hunde gehen, ist hier vorprogrammiert.
Dass er Dir sagt, er lässt Dich nicht im Stich, will nur seine Freiheiten, das kann durchaus auch so gemeint sein. Aber in meinen Augen weiß der Herr gar nicht auf welchen Teufelspakt er sich da einlassen tut! Ihm ist das genauso wenig klar wie Dir Deine Position!
Hier hat jemand ein Beispiel mit Alki und CoAlki erwähnt und genauso ist es! Er lebt die 6 Jahre Dein Leben mit, welche psychische Stärke und klare, gesunde Entscheidungen kann man von ihm erwarten? Ihr habt euch beide angepasst, jeder auf eigene Weise, aber mit dem Ziel das alles ertragen zu können!
Und warte mal was passiert, wenn diese andere Frau, die heute noch viel Rücksicht zeigt und durchaus meint, sie wird so ewig können, eines Tages nicht mehr will oder nicht mehr kann?
Und glaube mir, keine Frau macht das ewig mit. Wenn, dann weiß sie genau, dass sie da eines Tages aussteigen wird. Wie geht es ab dem Tag Deinem Mann? Denken dass es so einfach vorübergeht, nach dem er nach 6 Jahren NebenherLebens endlich mal in sich Leben gespürt hat und dann plötzlich wieder alles verliert? Dann meinst Du, wird bei euch wieder wie es war? Niemals, liebe Amelily, es wird nie so wie es war, weil es zu 99,9% schlimmer wird!
An dieser Stelle entführe ich Dich für paar Einblicke in meine damalige Geschichte: nach dem er mich nicht mehr hatte, fing er an zu trinken, Firma vernachlässigt und fast verloren, Selbstmordversuche unternommen. Lethargie pur und da wo früher ein selbstbewußter Geschäftsmann und attraktiver, sehr interessanter Mann zu finden war, gabs nur einen Jammerlappen. Den gibt es auch heute, weil dieses Jahr war das 4. Jahr in Folge, wo ich wunderschöne Blumen zum Valentinstag und Geburtstag bekomme, inkl. Karte mit herzzerreißenden Zeilen. FLeurop machts möglich. Und auch wenn ich das alles überstanden habe und in meinem Herzen ein neuer Mann Platz gefunden hat, so habe ich Angst von dem Tag, wo seine Frau nicht mehr da ist. Und soweit die Infos stimmen, es ist nicht mehr weit.
Liebe Amelily, versuche die Kraft zu finden, die Kraft Deine Gedanken so zu lenken, dass Du Dir bewußt wirst. Ich muss hier nichts mehr schreiben, Alena hat schon alles gesagt, viele andere auch. Versuche Dich zu spüren, versuche Dich lieb zu haben, nimm Dich wahr. Haus putzen und die dreckige Wäsche kann doch nicht Dein Lebensinhalt sein! Ebenso ein Mann, der Dir ins Gesicht sagt, dass er eine andere Frau liebt. Erinnere an Dein früheres Leben, was hat Dir Spass gemacht, womit hast Du gelebt und was hat Dich getragen. Besuche Deine Tochter in USA, lasse Dich in den Arm nehmen, von jemandem, der ein Teil von Dir ist.
Man kann da rauskommen, liebe Amelily, wenn man will.
Ich wünsche Dir alles alles Gute!