Zitat von Hallatar:Nee, nee. Ganz so, wie Du es verstanden hast, hab ich das nicht gemeint.
Okay, nach vielen Jahren des Onlinedatens bin ich vermutlich etwas geschädigt und mache das deshalb nicht mehr. Ich habe besonders in den letzten zwei, drei Jahren die Erfahrung gemacht, dass der Typ "Bedürftiger Mann" bereits vor einem ersten Treffen mit Herzen in Emojiform um sich wirft und immer wiederkehrend "Was wäre wenn"-Fragen stellt. Auch Fragen wie "Gefalle ich Dir?" oder ähnliche klingen in meinen Ohren nicht nur gruselig sondern bewirken im Prinzip meinen sofortigen Rückzug. Es wird verfrüht alles auf den Tisch gepackt, was an Empfindungen vorhanden ist. Das ist mir zuviel. Keiner ist mehr etwas zurückhaltend und vorsichtiger. Das war damit gemeint. Ich fühle mich davon erschlagen.
Na gut, das sind Deine Erfahrungen, die ich anders verstanden habe.
Also, derartige Fragen habe ich Frauen bisher noch nie gestellt. "Gefalle ich Dir?" - das ist ja wie in einer TV-Soap á la First Date oder so.
Es ist für mich als Mann sehr schwierig geworden, die Gefühlslage und Bedürfnisse und gewünschte Vorgehensweise der Frauen zu erfassen. Am unsympathischen sind mir jene Frauen, die Männer "austesten" wie ein Versuchskaninchen. Quasi regelrechte Fallen stellen und so - die sind z.B. bei mir sofort unten durch. Wenn sie so wild auf Testspiele sind, sollen sie sich bei Stiftung Warentest bewerben - die suchen bestimmt immer wieder mal "Lockvögel".
Und offen und ehrlich waren diese Singledamen zumeist nicht. Mir fällt da eine Frau ein, die auf dem ersten Blick sehr sympathisch und authentisch war. Beim Date drehte die sich aber nach allen Männern um, ihr Handy vibrierte alle paar Minuten wegen irgendwelcher SMS oder Nachrichten, dann kam später die Lüge raus, ne, sie wäre nicht getrennt oder geschieden, sie wolle sich von ihrem Mann trennen, der würde aber noch daheim leben und so .. alles irgendwie seltsam und verschroben.
Und - das ist der Witz an der Sache - die gebundenen Frauen, die ich kennenlernte und die an mir Interesse zeigten, waren, trotz der Tatsache, ihre Partner zu betrügen, in dieser Hinsicht direkter und ehrlich.

Verstehe einer die Frauen dieses Schlags.
Wen kann man(n) trauen? Es läuft auf beiden Seiten gleich. Gibt sich ein Mann viel Mühe, gilt er als bedürftig, siehe hier:
Zitat von Summersby:Ich auch. Da bekommt man gleich eine innerliche Sperre, besonders wenn man schon schlechte Erfahrungen gemacht hat. Und wenn der Mann allzu bedürftig ist...geht gar nicht
Merke ich sofort und bin weg.
Gut, dann mache ich weniger und die Frau denkt dann, er hat kein Interesse. Das Problem ist, es ist eine individuelle Sache, wann eine Frau Bemühungen eines Mannes als unzureichend, genau richtig oder überzogen ansieht. Da gibt´s keine allgemeine Waage, sondern eben eine individuelle Schiene. Und die kann niemand vorhersehen.
Darum halte ich auch nichts von Blind Dates und so, denn der Name ist hier Programm: Man(n) ist blind und muss sich rantasten, was aber viele Frauen kaum bis gar nicht zulassen. Weil sie schlechte Erfahrungen gemacht haben wie @Summersby o.ä..
Diese ganzen Vakanzen sind sehr stressig und mühsam - mir ist das nicht angenehm, mittlerweile nervt es nur und langweilt mich. So macht sich jede Frau für mich z.B. uninteressant. Sie wollen einen Kennenlernen - ziehen aber ganz schnell den *beep* ein, fühlen sich überrumpelt usw. Kein Wunder, dass sie alleine sind und bleiben. Ein normaler Mann tut sich das nicht an, ein Bedürftiger (da gebe ich @Summersby recht) wohl schon. Aber dazu zähle ich mich nicht. Ich bin ja seit zig Jahren Single, komme mit mir gut zurecht und muss leider immer mehr feststellen, dass verschiedene Faktoren eine Partnerwahl und Suche erschweren, mehr noch als in jungen Jahren, wo man unbelastet und unbeeindruckt in die Singlesuche ging. That´s a fact.
Frauen kann ich nicht ändern, will ich auch nicht. Frauen sind etwas wunderbares, sie bereichern das Leben. Eine Partnerin in einer glücklichen Beziehung mit mir bereichert mein Leben. Ich denke, ich bereichere ihres auch. Keine Abhängigkeiten, kein unnötiges Klammern, aber eine gesunde vernünftige Bindung mit allem Drum und Dran.
Und darauf zu warten lohnt sich, aber jeder gottverdammte Tag ohne ist auch ein Tag ohne dem, ein Verlusttag, würden wir es "buchhalterisch" beziffern.

Und jeder kann sagen, was er will: Wer mal länger in einer Beziehung war (und ich rede nicht von läppischen 2-3 Jahren, sondern mind. ein Jahrzehnt aufwärts), weiß, wie weh das tut, jeden fu...ing Morgen alleine aufzuwachen. Keine Hand, die man greifen kann. Keine kalten Füsse, die man wärmen kann. Kein Körper, an dem man sich anschmiegen kann. Die ersten Jahre tut das weh.
Mit der Zeit stumpft der Singlemensch ab. Heute bin ich es gewohnt, dass niemand mit mir aufsteht - außer mein Kater.
Kein Mensch, dem ich ein tolles Frühstück machen kann/darf. Kein Mensch, der mit mir lacht.
Ich mache das alles mit mir. Weil es ja sooo gesund ist. - Nein, weil es Fakt ist. Ich bin alleinlebender Single. Glücklich mit dem Umstand, alles alleine zu wuppen. Das war nie ein Problem. Wenn es drauf ankam, war ich immer eine 1-Mann-Armee á la Arnie.

Selbst zu Ehezeiten - das wäre mein größter Kritikpunkt - wenn es drauf ankam, war ich alleine.
Man entwickelt dann eine Wagenburgmentalität. Ich konnte in meinem Leben oft anderen Menschen helfen, aber selbst war ich oft eher alleine. Vielleicht, weil andere Menschen sahen: Der kommt alleine zurecht, kann´s alleine richten etc.
Ja, ich war immer der Fels in einer Brandung. Meine wenigen Lag's in meinem Leben, die ich tief liebte und denen ich sehr nahe war, wussten und nutzen das. Umgekehrt konnte ich das jedoch nie so sagen und/oder erleben dürfen. Das ist z.B. das, was ich bisher immer in einer Beziehung vermisst habe: Ich musste immer stark sein, egal, wie mies oder gut es mir ging. Schwäche war verpöhnt. Das ging schon in der Kindheit los. Aufgeben - ein Fremdwort. Eher aufrecht krepieren als kapitulieren.
Es wird so oft von Augenhöhe bei Beziehungen gesprochen, diese erwünscht. Gibt es die wirklich? Oder ist das eher Illusion, politische Correctness sozusagen? Es wird immer Unterschiede zwischen Männern und Frauen geben. Daraus ergibt sich ja eine Balance. Wären z.B. Mann und Frau ziemlich identisch, hätten sie beide auch gleiche Stärken und Schwächen - das würde vermutlich zu Disbalancen, Disharmonie und folglich Problemen führen.
Nun, das "Alleinsein" lässt einem Menschen ja keine Wahl: Er oder sie muss mit sich selbst auskommen. Ich sehe es als gutes Training an, auch für eine etwaige "neue" Beziehung. Ob ich jemals wieder in eine rein komme, wage ich aber zumindest zu bezweifeln, wenn ich die Anforderungen der heutigen Zeit daran sehe. Und an die "Jeder Deckel findet seinen Topf"-Mentalität glaube ich nicht, ist ja wie mit dem Weihnachtsmann.
Man kann nur sich selbst sein, offen und authentisch bleiben und hoffen/beten, dass mal irgendwann das Schicksal es gut mit einem meint. Oder eben, man hat etwas, dass Frauen anzieht. Geld, Status, Vermögen, Understanding, Berühmtheit, was auch immer. Das sind zwar nicht Garantien für´s Glücklichsein - erleichtern aber den Einstieg immens. Das kann nicht geleugnet werden.
Normalos müssen eben gewaltig mehr Geduld haben - oder alleine bleiben.
Zitat von KGR:Wahrscheinlich bist du sowieso ganz lieb und gibst es nur nicht zu
Keine Frau ist "nur lieb" - dann ist was faul.
