Ach Gottchen, was wird hier ja immer Abenteuerlicher. Ich habe die letzten 20 Seiten zwar nur bruchstückhaft gelesen, aber liebster U-I-D, ohne die böööse Emanzipation und ihrer Begleiterscheinungen, wie zB die Errungenschaften der Frau in der Medizin sowie dem Sozialstaat, wärst du vermutlich überhaupt nicht mehr am Leben. Und wenn, dann wärst du, wenn eine Frau von dir finanziell abhängig sein müsste, doch überhaupt weg vom Fenster. Vor der Emanzipation im 19. Jahrhundert hättest du nicht mal heiraten DÜRFEN, wenn du nicht allein eine Frau und die zu erwartenden 5 Kinder erhalten konntest - ohne Sozialstaat, versteht sich.
Und an die Freunde Osteuropas: Eine osteuopäische Frau erwartet zumeist (kommt auf das Land und die Frau an, aber zB alle Russinnen, die ich kenne), dass mann sie hofiert und finanziert, inkl Nobel-Taschen, Designer-Schuhen, echtem Schmuck, Frisörbesuche, Oper, Urlaube. Und natürlich stehen diese Frauen meist doch eher auf erfolgreiche Männer, die was darstellen. Sind sie doch selber meist (nochmal, jene die ich kenne, und das sind einige) sehr ehrgeizig und anspruchsvoll. Dafür kümmern sie sich auch oft mehr um den Haushalt, Kinder und ihr Äußeres. Und bestimmten zuhause auch, wo es langgeht. Das wäre euch dann auch wieder nicht recht. Da müsste man ja plötzlich auch wieder aus der Komfortzone in der Außenwelt raus. Und das liegt vielen von euch scheinbar nicht.
Was mir hier auffällt, ihr lebt nicht in der Gegenwart. Ihr träumt euch in eure idyllische Vergangenheit, die es so nie gegeben hat, ihr träumt euch in eine gesellschaftliche Vergangenheit, die es so schon gar nicht gegeben hat, ihr träumt euch in eine Zukunft, die ihr nicht in der Hand habt, ihr träumt euch in andere Kulturen - und überall wäre es angeblich leichter als hier - und schuld sind immer die anderen. Die Emanzipation, die digitale Revolution, die bösen (deutschen) Frauen (oder Männer), die Konkurrenz, der Status, die Gesellschaft, die Zeit, das Land, die Umstände. Übernehmt doch mal selbst Verantwortung für euer Leben. NIEMALS hatte man es leichter als in unserer Zeit und Region, Menschen des anderen oder selben Geschlechts grenzen- und statusübergreifend näherkommen zu können. Leute, die durchs Sieb gerutscht sind, ob wegen evolutionärer Auslese oder finanz- wie statustechnischen Gründen, gab es immer - früher mehr als heute.
Ihr seid zerrissen, weil ihr in mehreren Zeitzonen lebt - nur nicht in der gegenwärtigen. Und weil ihr euch Umstände erträumt, die nicht da sind, statt endlich mal zu begreifen, dass ihr die alleinige Verantwortung für eure Zufriedenheit habt - nicht die anderen, nicht die Gesellschaft, sondern nur ihr selber. Herrgott nochmal. Das kann doch nicht sooo schwer zu begreifen sein. 75 Seiten später, und da klingelt scheinbar noch immer nichts.

Und dazu kommt bei einigen eine inhärente Frauenverachtung dazu. Glaubt ihr denn, Frauen sind blöd und merken das nicht? Wünschen sich ein anschmiegsames Weibchen, sind aber selber sehr weit vom Abbild des aktiven starken selbständigen Mannsbildes entfernt, das zu diesem Rollenbild halt auch dazugehört.
Und ja, ich weiß schon, was von einigen hier jetzt kommt, die böse böse Arnika, glücklich vergeben und hat deswegen ja überhaupt keine Ahnung. War ja auch selber offenbar noch nie in der shice. Und ist ja auch eine Frau, da ist ja prinzipiell alles easy-cheesey. Und hängt hier auch noch rum, statt ihrem Mann permanent sein Patschhandi zu halten. Da hört sich doch alles auf.
Ich trink aber jetzt dennoch im Gastgarten auf euch noch ein B. Und hoffe, dass ihr euer Leben (wieder) lernt in die Hand zu nehmen, statt alles auf die furchtbaren Umstände und alles und sowieso und überhaupt zu schieben.. Das ist zwar anfangs anstrengend, aber wird dann auch spannend und spaßig, das kann ich euch versichern.
