@KGR
Zitat:Wie war es denn, als wir uns getroffen haben? (Lassen wir mal das Forum mal beiseite, scheiben ist ja sowieso etwas anderes als real.)
ich finde es schwer, das nur aufgrund eines gemeinsamen Tages zu beurteilen. Zumal wir, trotz der Menschlein um uns herum, fast nur aufeinander bezogen waren.
Man müsste schon mehr Zeit miteinander verbringen und auch gesellige Situationen, um das ernsthaft beantworten zu können.
Also bedenke bitte, dass meine Antwort auch totaler Quark sein kann.
Also mein Eindruck von Dir war schon aus der Ferne ein Intro-Eindruck, also wenig kontaktfreudig (tut nichts zur Sache, aber ich mochte Dich trotzdem schon auf 5 Meter Abstand nur von der Ausstrahlung und war erleichtert deswegen

).
Auf mich wirkst Du wie ein Mensch, der sich unsichtbar macht. Wie genau ich das meine, ist schwer zu beschreiben. Ich finde, dass Du optisch und Innerlich eine schöne interessante Persönlichkeit bist, aber es wirkt auf mich so, als würdest Du Dich stark zurück nehmen, Dich sozusagen nach Innen stülpen
Ich glaube, dass Dich viele Menschen deswegen übersehen.
Ich finde, dass das bis zu Deiner ärotischen oder auch männlichen Ausstrahlung reicht. Du bist von Kopf bis Fuß ein so attraktiver Mann mit Sehnsucht nach Kontakt, Liebe, gewiss auch Säggs. . .
Und damit meine ich jetzt nicht all das in Bezug auf eine Person, die Partnerin, sondern einfach wie all dies im Alltag, in auch nicht ärotischen Situationen, zum Ausdruck kommt.
Das kann man einfach durch Bewegungen, eine bestimmte Energie, Körpergefühl uvm. in sooo vielen banalen Situationen zum Ausdruck bringen.
Du wirkst wie ein verborgener Schwan

Ich finde, dass Du Dich sozusagen zum Mauerblümchen machst. In meinen Augen aber schlummert in Dir sogar eine markante Persönlichkeit, wenn auch eine vielleicht etwas sanftmütigere (was ich schön finde).
Es ist, als würdest Du diese Energie total zurück nehmen.
Mir persönlich sagt so etwas ja zu, aber ich bin eben auch ein spezielles Persönchen
Und eine spitzfindige Beobachterin

Ich picke mir die unsichtbaren Jungschwäne heraus und mag zurückhaltende Mensche
Nebenbei bemerkt: für mich ist diese Thematik in einem Punkt ja auch interessant: warum um Himmelswillen verstehe ich mich seit eh und je mit sehr nerdigen oder auch "autistischen" Menschen am besten?
Warum fühlte ich mich mit Dir wohler, als mit vielen anderen?
Ich denke übrigens nicht, dass Du ein Autist bist, weiß diese Wesensart nur nicht anders zu beschreiben.
Ich kann zwar auch sehr gut sogar mit lauten Extrovertierten, aber meine innigsten Beziehungen oder schönsten Begegnungen habe ich immer mit Kauzen wie Dir
Ich habe bis heute nicht verstanden, wieso es so ist

Als ich vor Jahren das letzte Mal in einer Singlebörse war, packte mich die Schreibe eines Mannes so sehr, dass ich mich ganz auf ihn konzentrierte. Wir schrieben immer intensiver und deswegen wollte er mich dann irgendwann "warnen"- er sei Autist und er erwähne es weil es die Menschen meistens etwas irritiere. Aus uns ist übrigens nichts geworden, aber das hat andere Gründe.
Zurück zu Dir, Sweety

Ich empfand Dich wie gesagt im Gespräch mit mir sehr lebhaft, interessiert, ganz "normal", nur kann das eben auch daran liegen, dass ich Deine Wesensart sehr gern habe und Du Dich deswegen vielleicht mehr öffnen und zeigen konntest. Ich vermute aber, dass einige andere Menschen nicht so offenherzig auf Deine verschlossene Ausstrahlung reagieren, sondern Dich entweder kaum wahrnehmen oder sogar eine "Wand" empfinden. Eben diese Verschlossenheit.
Es ist ja im oberflächlichen Alltagskontakt nicht gang und gäbe, dass eine Ysa einen so offenherzig und aufmerksam begegnet (was natürlich auch daran liegt, dass wir uns schon aus dem Forum kannten)

Erlebe ich selbst ja auch selten. Wenn ich mich nicht irgendwie einbringe, dann werde ich oft auch gar nicht wahrgenommen. Die Menschen sind ja Fremde, haben alle ihre Themen im Kopf und geht man nicht irgendwie auf sie zu, nehmen sie einen natürlich eher selten wahr (geht auch into, bin ich ja auch).
Du wirkst insgesamt ein bisschen wie ein schlafender Prinz, den man wach rütteln will
Und meinem Empfinden nach sprichst Du wenig über Dinge, die nur Dich betreffen, Dich unabhängig von menschlichen Beziehungen. Also Interessen, Ziele. . .
Mit alledem will ich aber gewiss nicht sagen, dass man Fnall auf Fall 20. enge Freunde hat, sobald man sich öffnet oder positiver (über sich selbst) denkt. mMn sind richtige Freundschaften und auch die Liebe so oder so etwas seltenes.
Du schriebst hier neulich, dass Du auch an einem Forumstreffen in Ö teilgenommen hast.
Wie erging es Dir da?
YsaTyto:
Zitat: Und ich bin auch so eine Fragerin, ein interessierter Mensch. Meistens führt es dazu, dass die Menschen sich öffnen, viel von sich erzählen, selbst neugierig werden. . .Erlebe es sogar ausgeprägt so.
KGR
Zitat:Dann mach ich anscheinend irgendetwas falsch. Oder treffe die falschen Leute. Keine Ahnung.
wie ist das eigentlich bei Dir?: wenn Du Menschen ansprichst oder Deine Fragen stellst, machst Du das aus purem Interesse am Thema, an den Menschen? Oder dient es "nur" dazu, um Nähe mit Menschen zu erleben?
KGR
Zitat:Nichts tun außer der Suche nach Nähe ist ja eben nicht nichts. Suche nach Nähe ist ja schon mal deutlich mehr als gar nichts.
natürlich! Aber ich unterschied ja zwischen: einerseits im sozialen Bereich etwas tun und andererseits nur für Dich selbst.
KGR
Zitat:Was würdest du denn tun oder was hast du gemacht, als du depressiv warst?
ich habe mich u.A. ganz viel mit meinem Inneren befasst weil ich wusste, dass da die Ursache ist.
Mit und ohne Hilfe, mit Büchern, dann suchte ich aber auch sehr lange nach therapeutischer Hilfe, die ewtas in mir bewegte. Und das allein bedeutete schon viel Engagement. Dauernd informieren, Termine machen usw.
Ich habe auch intensiv körperliche Übungen gemacht, meditiert, Atemübungen gemacht (all das kann auch ein 1. Schritt sein, diese seelische und körperliche Totalverspannung und die Angst zu lösen), Arbeit mit dem inneren Kind. .
Es mag wie ein banaler Ratschlag wirken, Atemübungen zu machen, wenn man leidet oder nicht essen kann. Ich selbst wurde damals wütend, wenn man mir dazu riet. Tatsächlich aber habe ich kaum etwas gefunden, was diese Leidensstimmung und/oder Appetitlosigkeit zuverlässiger auflöst.
Doch dafür muss man sich eben selbst ernst nehmen, wichtig nehmen. Und sich etwas anstrengen.
Oder mir mal ganz genau angeschaut, was ich so für Glaubenssätze in mir trage, wie meine täglichen automatisch ablaufenden inneren Monologe aussehen. Das halte ich für etwas absolut Wesentliches. Und die waren eben sowas von düster, dass es kein Wunder ist, dass es mir schlecht ging. Nur diesen einen Punkt umzutrainieren, kann schon eine irre Aufgabe sein, verlangt sehr viel Achtsamkeit und Zeit.
Irgendwann fiel mir auch auf, dass ich seeeehr düstere Musik höre, also suchte ich über Monate nach Musik, die mich öffnet und Leichtigkeit, statt Schwere auslöst.
Und dauernd gegen meine Ängste gegen an. Ich hatte z.B. Panikanfälle übelster Art und konnte dann plötzlich nicht mehr Bahn-oder Busfahren, ohne vor Angst fast zu kollabieren. Also übte ich genau das und zwar schweißgebadet.
Oder um mal etwas banaleres zu erwähnen: Du schriebst ja von Deiner Appetitlosigkeit. Ich konnte mal 2 Jahre kaum was essen und erlebe das heute auch ab und zu- schlecht drauf, traurig, mag nicht essen
Und in solchen Momenten versuche ich dann trotzdem so gut es geht für mich zu sorgen, wenn auch lustlos und schleppend. Koche mir etwas gesundes usw. Heißt, ich warte nicht, dass ein "Erlöser" kommt, mit dem das gemeinsame Essen wieder mehr Freude macht. Und an schlechten Tagen baue ich dann wenigstens um mein Bett ein paar gesunde Sachen herum und versuche wenigstens die zu essen- Bananen, Gemüsesaft, Nüsse und rede mir gut zu
Ich arbeite ja auch noch an mir, bin viel zu oft schwermütig. Aber ich bin absolut überzeugt davon, dass es ohne den Blick nach Innen nicht geht.
Ach noch etwas: während der Zeit meiner Panikanfälle fühlte auch ich mich immer kurzfristig in Gesellschaft besser, ein wenig wie erlöst. Kaum war ich wieder allein, ging wieder die Hölle los.
Ich denke, dass man das ganz ohne Kontakte auf keinen Fall allein lösen kann, dennoch habe ich diese schlimme Zeit nur durch den Blick nach Innen überwunden.
Ich glaube, dass ich den Kontakt zu mir selbst und somit auch zu anderen Menschen verloren hatte.
Hab ich hier auf der 1. Seite auch schon geschrieben: ohne es zu wissen, hatte ich mich selbst verlassen und wurde dementsprechend auch im Außen verlassen. Nur in dieser Zeit flohen die Menschen regelrecht vor mir und ich lechzte wie eine Verhungernde nach einem Zipfel Kontakt.
Zitat von YsaTyto:
Zitat: Und wann hast Du Dich zum ersten Mal wie oben im Leben gefühlt? Musst Du natürlich nicht beantworten.
KGR
Zitat:Wie schon gesagt, das hab ich seit der Trennung vor eineinhalb Jahren. Davor hab ich es noch nie erlebt, dass es so schlimm war.
an anderer Stelle im Forum schriebst Du, dass Deine Eltern sich trennten, als Du ein Baby warst.
Vielleicht war die Trennung von Deiner Freundin auch retraumatisierend?
Und ich meine ein wirkliches Trauma, nicht einfach nur wiederholten Schmerz.
Wurde das in Deiner Therapie mal thematisiert?
Und nach meinem Marathonbeitrag noch eine Frage: redet ihr in Therapie nur? Oder macht ihr auch mal körperliche Übungen? Oder fordert sie Dich z.B. mal auf, die Augen zu schließen, den Denker abzustellen und Deinen Körper zu spüren oder völlig "irrationale" Gedanken kommen zu lassen, macht ihr Traumreisen?. . .