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Das Alleinsein macht mich kaputt

Kgr


Hallo Leute, KGR wieder hier, nachdem im Moment sowieso ganz Europa vom Corona-Chaos beherrscht wird, dachte ich mir, ich schaue mal wieder im Forum vorbei.

Fast ein halbes Jahr ist es her, dass ich hier geschrieben hab, geändert hat sich nicht besonders viel, habe zwar die eine oder andere Frau kennen gelernt, aber es wird nie mehr daraus. Und jetzt kommt natürlich noch das alles mit den Ausgangssperren dazu, wodurch im Prinzip schon jetzt feststeht, dass ich auch die nächsten Monate (mindestens) alleine sein werde.

Mir bleibt wohl nichts anderes übrig, als mein Schicksal zu akzeptieren, dass ich eben einfach kein Glück in der Liebe habe.

Und wie geht's euch allen so, sind noch ein Teil der Leute hier, die vor einem halben Jahr geschrieben haben?

21.03.2020 04:46 • #3976


Mamelia

Mamelia


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Guten Morgen,

bin zwar relativ neu hier, aber das Thema beschäftigt mich doch auch sehr.

Ich war nach der Geburt meines Kindes fast 7 Jahre lang Single und das hat mir nie groß etwas ausgemacht. Ich konnte immer gut alleine sein und hab mich selten einsam gefühlt. Jetzt nach dieser Trennung sieht das ganz anders aus. Das sind jetzt Gefühle der Einsamkeit, die mir relativ fremd sind. Die aktuelle Isolation von Familie und Freunden macht es nicht besser.

Zu viel Zeit zum Nachdenken. Es ist schwer, sich den ganzen Tag mit irgendwas zu beschäftigen, so dass die Gedanken immer wieder zurück gehen und ich weiß langsam nicht mehr, was ich dagegen tun soll.

21.03.2020 06:40 • x 2 #3977



Hallo KGR,

Das Alleinsein macht mich kaputt

x 3#3


Kgr


Zitat von Mamelia:
Zu viel Zeit zum Nachdenken.

Ja, so geht es mir auch. Obwohl ich eigentlich weiß, dass es kontraproduktiv ist...

22.03.2020 04:21 • x 2 #3978


Schonwieder


Spaziergänge, Joggen, Krafttraining zuhause, vor der Tür eine rauchen und mit Nachbarn hinter der Hecke quatschen, mit Eltern telefonieren oder mit Freunden / Familie...

Ein bisschen geht was, aber kot zt mich auch an.

22.03.2020 17:49 • x 2 #3979


Hausgebrauch

Hausgebrauch


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Als ich gestern Abend meine Runde mit dem Hund drehte, es war schon richtig dunkel und ich konnte den ein oder anderen Blick in die Wohnstuben der Siedler werfen, nahm ich in einem Haus eine größere "Tafelrunde" wahr, die wohl zum Essen zusammenkam. Diese Wahrnehmung war für mich auch noch einmal ein Moment, in dem ich mein aktuelles Alleinesein, mein Dasein als eine von anderen abgeschnittene Existenz wahrnehmen musste. Die Coronadeprivation verstärkt diese Wahrnehmung, alleine schon dadurch, dass diese eigentlich alltägliche stattfinden könnende Sicht in das Wohnzimmer der mir Fremden, durch das Ausbleiben von Alltagsgeräuschen etc.. Was ist nun das Besondere an der Situation "Getrennt sein", wenn man das Trennende auch täglich wahrnehmen kann, ja muss?
Sehe ich meine Existenz in einem größeren Kontext, weiß ich, dass alle Individuen alleine bzw getrennt sind, da ja, wie jeder weiß, jegliche Existenz an unseren Körper gebunden ist und eine sächliche Verbindung mit einem anderen Körpern nicht möglich ist. Die Verbindung kann also allein auf einer geistigen, spirituellen Ebene stattfinden oder sich durch Handlungen des Miteinanders schaffen.

Ich finde die Erkenntnis, das Alleinseins von Allen hilfreich. Damit hebt man die Unterschiede zwischen des eigenen abgeschnittenen Daseins grundsätzlich auf und stellt sich in eine große Gemeinschaft der alleine Seienden. Das ist etwas, was für alle Menschen Gültigkeit hat und man ist gut aufgehoben in dieser "Gemeinschaft".

Schaut man mehr auf Sich, auf den eigenen Mikrokosmos, verlässt man diese Gemeinschaft und sieht sich mehr im Vergleich zu den anderen. So die meine Wahrnehmung der Familie zu Tisch, der ich nicht angehören darf. Allein der Vergleich ist es, der mir Schwierigkeiten macht, denn ich erkenne in diesem Augenblick des Vergleichs, dass ich nicht die Möglichkeiten habe, die andere aktuell haben. Ich kann mich nicht gemeinsam an einen Tisch setzen, Gespräche vis a vis führen, also eine geistige oder handlungsorientierte affirmative Nähe herstellen. Nichts kann werden, auch, da die Situation eine ist, die ich selbst gar nicht herbeigeführt habe.
Mir fällt bei diesen Gedanken gerade das Thema einer jungen Frau ein, die hier einen Beitrag veröffentlicht hat, in dem sie beschreibt und beklagt, dass sie "Getrennt wurde, einen Skiunfall hatte und mit Krücken seit Wochen im Zimmer liegt und nun noch mit der Coronadeprivation klarkommen muss". Die junge Frau litt, demgemäß, was sie schreibt entsetzlich in dieser Situation, auch und gerade, weil sie sich immer mit anderen menschen, die zwar auch unter der Coronaisolation leiden müssen, aber eben nicht zusätzlich unter den anderen, den ihr zugefallenen unglücklichen Hindernissen.
Ein Dasein, welches fast schlimmer als eine Gefängnisssituation erscheint. Ich wünsche dieser jungen Frau viele gute Gedanken und Menschen, die ab und an auf sie achtgeben. Und am allermeisten wünsche ich ihr, dass sie es schafft aufzuhören, sich mit anderen zu vergleichen.

Wie lässt sich nun das abgetrennte Dasein besser ertragen? Mir scheinen "Spaziergänge, Joggen, Krafttraining ..." zwar gute Betätigungen, aber ist es nicht die ausgeschaltete Wahrnehmung unseres Daseins, die uns diese Situationen nicht auch als "Allein" wahrnehmen lässt? Würde man sich der Situation "Joggen" gedanklich wirklich stellen, offenbarte sie uns, dass wir auch hier allein sind. Das können wir natürlich in Situationen, in denen wir uns Linderung versprechen, nun gerade gar nicht gebrauchen, also verdrängen wir dies und denken eben, dass wir "joggen" (und nicht alleine sind). Unser Unbewußtes sieht das natürlich anders und wir spüren das auch. Aber deswegen "helfen" diese Substitute auch nicht wirklich.

Mir persönlich hilft es, wenn ich diese Vergleiche lasse. Wenn ich meine Existenz als Individuum unter Individuen sehen, die alle gleichzeitig das Schicksal des Alleinseins tragen. Das schafft eine große Gemeinsamkeit. Manchmal kann man diesen vergleichen nicht entfliehen, ist ihnen plötzlich und unerwartet ausgesetzt. Wird dadurch an andere Tage und Situationen erinnert. Diese plötzliche Niedergeschlagenheit, diese Depression die der Wahrnehmung folgt, kann man aber wieder zurückdrängen, in dem man sich vergegenwärtigt, dass der Ursprung derselben allein in einem Vergleich liegt.

Nachtrag: immer wieder beneide ich meinen Hund. Er denkt darüber gar nicht nach

24.03.2020 08:52 • x 2 #3980


Tuvalu123

Tuvalu123


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Schöner Beitrag @Hausgebrauch

Die Wendung Deiner Gedanken lässt sich gut nachvollziehen. Ich möchte nur sagen

Zusammen ist man weniger allein.

24.03.2020 09:13 • #3981


Plentysweet

Plentysweet


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Hallo @Kgr da bist Du ja wieder . Hast Du Corona in Österreich getrotzt ?
Zitat von Tuvalu123:
Zusammen ist man weniger allein

Man kann auch in ner Beziehung bös allein sein. Wenn man nicht verstanden wird, sich nicht wahrgenommen fühlt. Ich glaub sogar, das ist die schlimmere Form der Einsamkeit .
Ich fühl mich nie abgetrennt, auch wenn ich allein bin. Ich genieße diese Ruheinseln, es ist wie eine Prime Time .

24.03.2020 17:01 • x 4 #3982


Tuvalu123

Tuvalu123


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Plentylein, du Corona-Beauftragte des Friedens

Ah ich schreibe bei KGR, ist mir gar nicht aufgefallen, werde langsam meschugge von dem ganzen Home Office. Ich nenns salopp Homie.

24.03.2020 17:05 • x 2 #3983


Hausgebrauch

Hausgebrauch


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Zitat von Plentysweet:
Man kann auch in ner Beziehung bös allein sein. Wenn man nicht verstanden wird, sich nicht wahrgenommen fühlt. Ich glaub sogar, das ist die schlimmere Form der Einsamkeit .
Ich fühl mich nie abgetrennt, auch wenn ich allein bin. Ich genieße diese Ruheinseln, es ist wie eine Prime Time .


Ja, natürlich "kann" man das, in einer Beziehung allein sein. Man muss sogar alleine sein, weil die Symbiose ja nur ein Hirngespinst ist.
Einige Neurowissenschaftler bestreiten, das überhaupt je ein Gehirn oder Wesen ein anderes Gehirn oder Wesen "verstehen" kann. Vulgo, die exakt gleichen Gedanken oder Gefühle erfahren, wie es die andere Person tut. Neben der philosophischen Betrachtung also auch eine biologische, die das Hirngespinst "wir sind eins" entlarvt. (Und deswegen muss eigentlich niemand Angst vor dem alleine Sein haben).

Die Erfahrung Einsamkeit oder das (hoffentlich nicht: ängstigende) Gefühl, alleine zu Sein (was ja der Normalzustand ist) resultiert m. E. aus der Existenz, die noch "werden" muss. Wir haben eine Vorstellung davon, wie es sich anfühlt und wie es zu sein hat, wenn man nicht alleine ist und auch für Außenstehende als nicht Alleinstehend gilt. Und wann machen wir diese erste Erfahrung des bedrohlichen Alleinseins? Folglich: eines der Lebensthemen ...

24.03.2020 17:31 • x 1 #3984


Kgr


Manche werden ja sehr philosophisch, ob man sich einsam fühlt, weil man sich vergleicht, ob man nicht gut Alleinsein kann usw...

In Wirklichkeit ist das aber ein ganz simples Thema, wie schon in einem der ersten Beiträge geschrieben wurde:

Zitat von Garibaldi:
Der gesunde Mensch ginge auf Dauer alleine zugrunde.

24.03.2020 18:58 • #3985


Plentysweet

Plentysweet


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Zitat von Hausgebrauch:
Man muss sogar alleine sein, weil die Symbiose ja nur ein Hirngespinst ist.

Ich mag Symbiose sowieso nicht . Dieser ganze Verschmelzungskram und Dualseelenmüll, ne, ne das ist nichts für mich . Immer schön bei sich und unten bleiben .
@Tuvalu123
Zitat:
du Corona-Beauftragte des Friedens

.
Zitat:
werde langsam meschugge von dem ganzen Home Office. Ich nenns salopp Homie.

Ich darf Do und Fr Home Office machen und bin ganz aufgeregt, weil ich das noch nie (Kindergarten) hatte . Aber ich freu mich und hab schon ganz viel vor .

24.03.2020 19:09 • x 1 #3986


Zugaste

Zugaste


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Zitat von Kgr:
Fast ein halbes Jahr ist es her, dass ich hier geschrieben hab, geändert hat sich nicht besonders viel, habe zwar die eine oder andere Frau kennen gelernt, aber es wird nie mehr daraus.


Hättest du dir das denn bei den Frauen gewünscht? Dass da mehr draus wird?
Hat sich auch in dir und an deiner Herangehensweise nichts verändert?

Zitat von Mamelia:
Zu viel Zeit zum Nachdenken. Es ist schwer, sich den ganzen Tag mit irgendwas zu beschäftigen, so dass die Gedanken immer wieder zurück gehen und ich weiß langsam nicht mehr, was ich dagegen tun soll.


Vielleicht es einfach annehmen? Ohne etwas dagegen zu tun? Es hat ja vielleicht einen Grund, warum die Gedanken dahin zurück gehen und das ist ja auch völlig normal und okay.
Ablenkung ist mal wichtig, aber ich finde sich Zeit für seine Gefühle zu nehmen auch wichtig.

Zitat von Plentysweet:
Ich mag Symbiose sowieso nicht . Dieser ganze Verschmelzungskram und Dualseelenmüll, ne, ne das ist nichts für mich . Immer schön bei sich und unten bleiben .


Es gibt ja schon Menschen, die glauben und sagen, dass sie ohne den Partner nicht leben können oder das Leben nicht lebenswert ist. Meinst du das mit Symbiose?

24.03.2020 19:44 • x 2 #3987


Plentysweet

Plentysweet


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Zitat von Zugaste:
Meinst du das mit Symbiose?

Ja schon so in etwa. Aber auch noch die Steigerung davon. Dass man so sein Individuelles aufgibt und alles miteinander teilt, zu Einem wird. Bei langjährigen Paaren gleicht sich z.B. mit der Zeit die Art zu reden an, die Art sich zu kleiden und zu denken, dieses in meinen Augen übertriebene Assimilieren...so Dinge. Mir ist das einfach zuviel. Aber das ist mein Empfinden- die Menschen sind ja verschieden, zum Glück .

24.03.2020 19:55 • x 1 #3988


Kgr


Zitat von Zugaste:
Hättest du dir das denn bei den Frauen gewünscht? Dass da mehr draus wird?
Hat sich auch in dir und an deiner Herangehensweise nichts verändert?

Es waren schon ein oder zwei, bei denen ich mir mehr hätte vorstellen können, wobei so hundertprozentig sicher war ich mir dann auch wieder nicht.

Herangehensweise hab ich inzwischen soweit geändert, dass ich es nicht mehr allzu ernst nehme. Dieses Nachdenken und Reflektieren, warum es nicht geklappt hat, hat sich als ziemlich nutzlos herausgestellt. Inzwischen denke ich, dass man nichts anderes tun kann als dem Glück und Zufall zu vertrauen, oder besser gesagt: Trial und Error. Schauen wir mal, wer mir in Zukunft über den Weg läuft...

24.03.2020 20:59 • x 2 #3989


Plentysweet

Plentysweet


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Zitat von Kgr:
Herangehensweise hab ich inzwischen soweit geändert, dass ich es nicht mehr allzu ernst nehme.

Das finde ich ne gute Devise und macht Dich sicher auch lockerer und souveräner ! Ich habe diese betonte Ernsthaftigkeit in Beziehungen eh nie so ganz verstanden . Eine Beziehung soll leicht sein und Beiden gut tun .

24.03.2020 21:08 • x 1 #3990




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