Zitat von Nela-Mary:
Waren das generell Gedanken von dir? Ich frage nur, weil ich den Zusammenhang nicht ganz verstehe, ist also nicht böse gemeint.
Hier hat ja niemand geschrieben, dass jemand denkt er sei als Single glücklicher (oder doch? Habe ich ggf. überlesen).
Ich bin der Meinung, dass man sowohl in einer Beziehung als auch als Single glücklich sein kann. Oder eben unglücklich, auch das ist in beiden Fällen möglich. Sonst gäbe es ja nicht so viele kaputte Beziehungen, egal ob jetzt toxisch, voller Betrug, Affären, etc. pp.
Aber wie ich hier festgestellt habe, hat das auch viel mit den eigenen Überzeugungen zu tun. Ob man diese ändern kann, weiß ich nicht. Fest steht jedenfalls, dass jemand, der fest davon überzeugt ist, dass man nur mit Partner vollkommen glücklich sein kann, dies auch nur so erleben wird. Er/Sie wird als Single niemals richtig glücklich sein.
Jemand der hingegen der Meinung ist, dass er auch alleine glücklich werden kann, wird dies viel wahrscheinlicher auch schaffen. Und nochmal: Dabei geht es nicht darum, sich zwischendurch nach einem Partner zu sehnen. Das ist normal. Man kann sich aber auch nach etwas sehnen und trotzdem insgesamt glücklich sein. Wie @Arnika schon mehrfach schrieb: Niemand ist durchgängig überglücklich.
Hier klingt es nur teilweise so, als wäre man weniger wert, bzw. hätte man gar nicht die Möglichkeit glücklich zu sein wenn man keinen Partner hat. Vielleicht liegt es auch daran, dass so viele Beziehungen scheitern. Wenn man den den inneren Druck hat, dass man auf jeden Fall jemanden haben muss, dann lässt man sich ggf. viel schneller auf jemanden ein, der eigentlich gar nicht so super zu einem passt.
Liebe @Nela-Mary , liebe @Arnika !
Ich versuche es noch einmal zu erklären, allein es ist mir schwer dieses in Worte zu fassen. Ich vergleiche es mal mit einer andere Hintergrundgeschichte aus meinem Leben, um es zu verdeutlichen, auch wenn das nichts mit dem Thema Beziehungen zu tun hat, aber die Message dahinter dasselbe im Prinzip ist:
Als junger Mann in den Mittzwanzigern habe ich mal an einem spontanen Kraftwettkampf in Ostfriesland mitgemacht, seinerzeit war damals der amtierende Europameister im Amatuer-Kraftdreikampf dabei (den Namen weiß ich nicht mehr, sorry, ist auch egal).
Ich war seinerzeit dort mit ein paar Kumpels zum Ausspannen, als Spaß nahmen wir an ein paar Disziplinen teil, ich entschied mich für´s Kreuzheben. Der Wettkampf ging also immer weiter und weiter und am Ende hieß es: Der Champion oder ich. Er zog die 275,5 kg nicht mehr vom Boden, ich schaffte es einmal und gewann diese Disziplin (danach war ich mehrere Wochen k.o.

). Ich schlug den damaligen Europameister in einer seiner regulären Disziplinen, normalerweise hätte der mich wegfetzen müssen, aber, dass muss man auch fairerweise zugeben, der war gerade erst von einem Wettkampf zurück und daher nicht "frisch". Diese Leistung bescherrte mir ein Glücksgefühl, dass man kaum beschreiben kann. Nicht, weil ich den Champ schlug, sondern wegen der Leistung.
Denn diese 275,5 kg habe ich seither nie wieder hochgezogen! Das war eine vermutlich einmalige Lebensleistung und jetzt bin ich Lichtjahre davon entfernt, nicht nur 20 Lenze, sondern auch eben von der Leistung her. Aber dieses "Glücksgefühl", einmal in meinem Leben eine Grenze erreicht zu haben, die sonst kaum ein Breitensportler schafft, dass war ein ganz besonderes Gefühl.
Nun zu heute: Ich trainiere immer noch, aber vorwiegend zur Erhaltung von Gesundheit und Fitness und um stärker und fitter zu werden (und den Bauchumfang zu reduzieren, natürlich

). Ich komme nicht ansatzweise an diese damalige Kraftleistung heran, aber die Erinnerung daran versetzt mir noch heute Glücksgefühle. Auch wenn ich mal einen guten Trainingstag erwische - dieses Ereignis ist nicht zu toppen.
Da ist der Vergleich zum Thema Beziehungen: Die Ehe, bis zum katastrophalen Ende, war einige Jahre sehr schön und dieses Glücksgefühl, was ich da empfinden durfte, werde ich als Single schon mal überhaupt nicht erreichen können. Niemals. Ich bin deshalb nicht unglücklich, aber garantiert nicht so glücklich wie zu besten Ehezeiten. Mehr oder weniger ist das nicht, so ist es (bei mir) zu erklären, vermutlich auch bei vielen anderen.
Und nein, ich sitze nicht nur daheim rum, schaue nur TV, trinke irgendeinen Mist und warte auf´s Manna. Aber es kommt auch nicht von alleine, diesen Spruch sollte man bitte tunlichst unterlassen. Denn ich denke, ein Mix aus etwas machen und dann geduldig abwarten ist für uns leidgeplagte Singles der beste Weg. Oder, so hart das klingt, man muss jede sich bietende Gelegenheit annehmen, also auch ONS, Affären etc. Was ich bisher nie tat, nun bin ich an einer Kreuzung im Leben, wo sich sogar mehrere Affären anböten - weil seltsamerweise nur gebundene Frauen an mir Gefallen finden. Warum das so ist - keine Ahnung. In mir tobt da ein Gewissenskonflikt, dass ist aber ein anderes Thema in meinem Thread.
Aber ich denke, es ist nachvollziehbar, warum Singles, die nun nicht mehr in einer glücklichen Beziehung sind, niemals richtig glücklich werden können wie wenn sie es sind. Wenn Du einmal den Mountain erklommen und den Gipfel erreicht hast, wirst Du erst wieder so glücklich wie zu der Zeit, wo Du den Gipfel eben genommen hattest. Ansonsten fehlt Dir da immer irgendetwas. Ich denke, diese Vergleiche sollten nachvollziehbar sein.
Also, bitte liebe Leute, Singles können in den seltensten Fällen wieder so glücklich werden wie zu Paarzeiten. Es wird immer etwas fehlen. Das hat nichts damit zu tun, sich in Glück oder Unglück zu suhlen, es ist das Unerreichte zu Singlezeiten, was einst mal erreicht gewesen ist.
Diejenigen, die tatsächlich glücklicher sind als zu Zeiten einer Ehe etc., die haben dann aber definitiv schlimmes, unschönes und ungewolltes erlebt. Das ist dann auch nachvollziehbar. Aber eben kein Vergleich zu vorgenannten Personen, die im Gegensatz dazu etwas Besseres erleben durften.
Ich hoffe, damit diese leidliche Diskussion vom immer unglücklichen Single mal einen anderen Impuls gegeben zu haben. Wir Singles sind nicht per se unglücklich, aber wir können auch nicht mehr so glücklich sein, wie es mal war, als man eine Beziehung hatte. Das sind Momente im Leben, die sich im Grunde jeder Mensch irgendwo zurückwünscht. Und daher ist da eine Lücke vorhanden. Nicht eine durch einen neuen Partner zu füllende Lücke, sondern einfach eine Komponente von vielen, die das Glück eines Menschen abrunden. Daher - und da gebe ich allen Foris immer recht - ein Partner bereichert das Leben.
Darum finde ich alles Menschen irgendwo auch wundervoll, denn irgendwo ist irgendwie jede einzelne Person die Bereicherung eines irgendwen.
