Sleepless91
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bin hier im Forum (leider) schon länger unterwegs, gebe auch gelegentlich meinen Senf dazu. Will allerdings nicht andere Stränge mit meiner Geschichte vollspamen. Daher ein Neuer
Den Betreff habe ich von der lieben Ehemaliges_Mitglied stibitzt. (Entschuldige! Aber ich fand das so passend.) Wer Ihren Thread kennt, wird verstehen was ich meine.
Nun zur Story. Ich erhoffe mir Antworten von euch, unterschiedliche Sichtweisen und evtl. Anregungen was und wie ich endlich aus dieser Spirale heraus komme. Würde mich über regen Austausch sehr freuen! Leidensgenossen/innen gibt es ja mehr als genug.
Ich war knapp 4 Jahre lang Affäre eines verheirateten Mannes. Ich lernte ihn bei der Arbeit kennen. Er ist beinahe 20 Jahre älter als ich. Als ich fest stellte, dass ich Gefühle für ihn habe, wollte ich dies nicht wahr haben. Habe mir immer wieder gesagt "Das kannst du nicht machen, er ist verheiratet und ausserdem auch zu alt für dich" Hinzu kam, dass ich zu der Zeit selbst noch in einer Beziehung steckte. Ich spürte, dass er auch Gefühle für mich entwickelt hatte. Wir redeten immer mehr privat und schlussendlich kam es dann auch zu einem privaten "Kaffee trinken" dort gestand er mir dann seine Gefühle und küsste mich zum 1. Mal. Ich realisierte gar nicht was da passiert. Dann ging alles recht schnell, beide verliebt und im 7. Himmel.
Ich betrog meinen damaligen Freund für ca. 10 Wochen ehe ich es nicht mehr konnte. Ich trennte mich von meinem Ex, da die Beziehung sowieso für mich nicht erfüllend war, das wusste ich auch schon bevor ich die Affäre hatte. War aber selbst zu feige, die Beziehung vorher schon zu beenden. (Ich weiss, dass dies ein Fehler war. Ich bereue ihn bitter. Würde so etwas nie mehr einem Menschen antun. Es war auch nicht schön für mich, ich habe selbst darunter gelitten.)
Die Affäre war dann wenige Monate gut für beide Parteien. Ich dachte nichtmal darüber nach, dass er sich von seiner Frau trennen könnte oder sollte. Habe einfach die Zeit genossen. Aber je länger es dauerte, desto "unruhiger" wurde ich. Ich wollte endlich auch Momente der Zweisamkeit haben, die nicht nur gestohlen waren. Es wurde mir schlicht und ergreifend zu billig. Er sollte sich entscheiden, für mich oder die andere. Hauptsache es ändert sich etwas. Ich konnte es nicht mehr ertragen. Der Gedanke, dass er jede Nacht neben seiner Frau lag liess mich verzweifeln. Es kamen die üblichen Ausreden "Ich kann meinen Kindern nicht das Zuhause weg nehmen." etc. Im Bett lief NATÜRLICH nichts mehr mit seiner Frau. (Ist wohl bei allen so, was ich hier so lese. Scheinbar gibt es Sex in der Ehe gar nicht mehr
Glücklicherweise verliess ich im Juni 2013 das Unternehmen, somit war er nicht mehr mein Kollege und der Kontakt beschränkte sich auf SMS, Telefonate und gelegentliche Treffen. Die Affaire lief aber dennoch weiter.
Nach über 2 Jahren Affaire (Im Juli 2014) ging er dann tatsächlich den Schritt und trennte sich von seiner Frau. Aber dies auch nur aufgrund seltsamer Vorwände. Er ahnte schon länger, dass sie ihn auch betrügt und "überführte" sie nach 3 wöchigem Kuraufenthalt mit Emails von ihr an einen Mann, der dort auch Kur machte. Dieses Verhalten fand ich schon sehr armselig. Wo liegt das Problem darin zu sagen: Ich liebe dich nicht mehr, ich möchte mich scheiden lassen? Es ist doch sowieso offensichtlich. Warum braucht man hierzu unbedingt einen Betrug? Er meinte, er wolle nicht der "Buhmann" bei seinen Kindern sein. Nachdem ich erfuhr, dass er sich trennen möchte blühte ich richtig auf. Ich dachte mir.. Wow.. endlich können wir zusammen sein. Ich malte mir aus wie alles sein würde. Und wie schön es werden würde. Ich freute mich richtig auf eine Zukunft mit ihm. Er erklärte mir dann noch, dass seine Frau vorübergehend bei ihm wohnen bleiben müsse, da sie eine Wohnung renoviere, die noch nocht fertig sei und auch schon sehr alt. Diese Renovierung dauerte ca. 8 Monate! In dieser Zeit blieb sie bei ihm wohnen und sie lebten ihr Leben wahrscheinlich genauso weiter als zuvor. Diese Zeit war auch eine Qual für mich.
Im März 2015 zog sie dann aus. Und nocheinmal hatte ich das Gefühl der Erleichterung und freute mich wieder auf die Zukunft mit ihm. Ich dachte: Endlcih! Endlich! Wird es was. Wobei ich dazu sagen muss, dass die Euphorie durch die lange Warterei schon sehr abgenommen hat.
Kurze Zeit nachdem er nun offiziell Single war und sie ausgezogen war, versagte die Verhütung bei uns. Ich machte mir wenig Sorgen darum, der Zeitpunkt war ohnehin äusserst unwahrscheinlich schwanger zu werden. Er bekam Panik. Er machte mir dann eindeutig klar, dass er keine Kinder mehr möchte. (Anfangs der Affaire war das natürlich alles kein Problem und er wollte das auch mit mir, was er da gesagt hat, hat er dann aber wohl vergessen.) Wir hatten dann einige Diskussionen. Er betonte allerdings immer wieder. Er wollte das nicht mehr, er sei zu alt, ausserdem habe er ja schon 2 usw. Mir riss es den Boden unter den Füßen weg. Ich dachte auf einmal sehr viel weiter. Ich möchte schon Kinder haben. Zumindest möchte ich aber die Option und keinen Mann, der mir das von Beginn an schon verwehrt. Er sah das dann ein und meinte, es sei besser dann getrennte Wege zu gehen. Ich brach den Kontakt ab. Er meldete sich trotzdem ständig wieder. Er vermisse mich so sehr usw. (haben wir hier alle schon gehört, denke ich) Ich hatte nicht die Kraft jedesmal wieder das Kinderthema anzuschneiden. Jedesmal wäre es wieder ein Demütigung für mich gewesen.
Die Sache wurde dann mehr oder weniger unter den Teppich gekehrt. Aber in mir drin sitzt es tief. Er bemühte sich darauf hin schon um mich. Lud mich zu allen möglichen Dingen ein (Ausflüge mit Freunden oder Kollegen)um unsere Beziehung offizell zu machen. Ich sagte so gut wie alles ab. Ich wurde unausstehlich sowohl für ihn als auch für mich selbst. Ich wusste einfach, der Mann den ich da so sehr liebe und auf den ich so lange gewartet habe, will nicht das gleiche wie ich. Ich steigerte mich immer mehr in Eifersucht und Neid hinein. Ich war früher nie wirklich neidisch oder eifersüchtig. Ich besass immer die gute Eigenschaft, mich für andere sehr freuen zu können. Aber auf einmal war diese Eifersucht so präsent. Ich dachte ständig an seine (Ex)Frau und warum sie alles hatte was ich nicht bekomme? Ist sie so toll? Bin ich so wenig liebenswert? Ich entwickelte einen Hass auf sie. Ich zog mich immer weiter zurück. Ausserdem wurde ich extrem zickig, wie er es so schön nannte. Er wollte mich dann in sein Leben mit einbeziehen und erzählte mir alles mögliche von seinen Kindern und was er so macht. Ich wollte es nicht hören. Nicht mehr.
Bis ich schliesslich vor ca 8 Wochen den Kontakt komplett abbrach. Ich blockierte und löschte ihn. Er rief dann noch einmal an und sprach mir auf die Mailbox à la "wir sind doch so nah dran, bitte melde dich" Ich habe mich nicht gemeldet und er sich auch nicht. Er fuhr auch nicht in meiner Wohngegend herum, wie er es früher oft tat, wenn kein Kontakt zwischen uns war. Die ersten Wochen waren hart. Es tat sehr weh und manchmal hatte ich das Gefühl, den Alltag nicht bewältigen zu können ohne ihn. Ich habe es trotzdem geschafft und dann ging es auch langsam besser obwohl er mir schon oftmals fehlte. Um die Weihnachtsfeiertage wurde ich ziemlich sentimental und vermisste ihn schrecklich. Ich entblockierte ihn (vlt um zu checken ob er noch meine Handy Nummer hat?) und kurze Zeit später bekam ich dann auch eine Nachricht. Er würde verstehen, dass ich das gemacht habe aber er wollte nochmals wissen warum ich es getan habe. Wir schrieben dann eine Weile und die Tage darauf auch. Er schrieb ich würde ihm fehlen. Er wollte dann wissen wie es jetzt mit uns weiter geht. Den letzten Kontakt hatten wir am Sonntag. Er schrieb: "Er glaubt wir würden es hinbekommen, wenn wir das Niveau von früher wieder erreichen:" Ich habe darauf nicht mehr geantwortet. Ich merke jetzt auch, wie ich immer wieder aufs Handy schaue und warte bis er etwas schreibt. Genau mit dieser "Methode" habe ich bereits 4 Jahre meines Lebens verschwendet.
So, das war meine Story. Sehr lang, Sorry! Aber immerhin habe ich versucht 4 Jahre in diesen Text zu komprimieren. Ist mir hoffentlich gelungen.
Wie würdet ihr weiter vorgehen? Wie schätzt ihr ihn ein? Ich habe das Gefühl, ich sehe den Wald vor lauter Bäumen manchmal nicht.
Die Geschichten mit den Affairen sind alle unterschiedlich und doch so ähnlich. Ich fand mich schon in unzähligen Stories wieder.
Lg Sleepless