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Dating ab 35 unmöglich geworden?

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Zitat von Plague:

Fürs Bindungssystem ist der Ganztagskontakt mit pädagogischen Fachpersonal allerdings immer noch besser als mit egozentrischen Müttern, die nur die eigene Karriere im Kopf haben, bei der das Kind bestenfalls ein Statussymbol darstellt.


https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/...vielerorts

Wäre nur anekdotisch, aber ich könnte Dir von meiner Schwester, die eine Kita leitet und seit 30 Jahren in dem Job ist, ( und aus eigenem Erleben) dazu einiges erzählen, was da in Kita´s so alles sein kann.

Die von Dir als Beispiel genannte "karrieregeile" Mutter ( was heißt das eigentlich? Ist der Vater der arbeitet auch karrieregeil oder nur sie?) würde sich ja wahrscheinlich eh nicht gegen Fremdbetreuung sperren.

x 3 #1756


Plague
Zitat von ElGatoRojo:
"Unter Blinden ist der Einäugige König"

In dem Fall ist tatsächlich ein bisschen positive Bindungserfahrung besser als das Gefühl vermittelt zu bekommen, dass das ich als Kind zwar gut fürs Bild nach außen, aber ansonsten eher eine Belastung bin.

x 1 #1757


A


Dating ab 35 unmöglich geworden?

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QueenA
Ich möchte gerne aus eigener Erfahrung etwas zu der oft sehr pauschalen Kritik an berufstätigen Müttern und Fremdbetreuung sagen.

Ich selbst bin als Kind in den Kindergarten gegangen, meine Mutter war immer bis zu ihrer Rente berufstätig und ich bin heute ebenfalls Mutter, die gearbeitet hat, während die Kinder einen Kindergarten besucht haben. Meine Erfahrung auf beiden Seiten ist durchweg positiv.

Nach einer gewissen Zeit mit kleinen Kindern kommt bei vielen Eltern und so war es bei mir, vermutlich auch bei meiner Mutter, der Punkt, an dem man merkt: Ich bin nicht nur Mutter, ich bin auch noch ein eigenständiger Mensch mit Fähigkeiten, Ausbildung und beruflicher Identität. In meinem Fall haben meine Eltern viel in meine Bildung investiert, und ich empfand es als sinnvoll und verantwortungsvoll, diesen Teil meines Lebens nicht einfach aufzugeben. Zudem bin ich in einer Generation aufgewachsen, in der finanzielle Eigenständigkeit und Altersvorsorge für Frauen selbstverständlich dazugehören sollten.
Wichtig war mir immer die Qualität der Betreuung. Ich habe die Einrichtung sehr bewusst ausgewählt, war im engen Austausch mit den Erzieher:innen und habe auch klar Rückmeldung gegeben, wenn mir etwas nicht gefallen hat. Gleichzeitig war ich sehr dankbar für die professionelle Betreuung und dafür, dass meine Kinder täglich Kontakt zu Gleichaltrigen hatten, Freundschaften aufbauen konnten und ein abwechslungsreiches Programm erlebt haben, das ich als Einzelperson so nicht jeden Tag hätte leisten können.

Unsere gemeinsame Zeit war dafür sehr bewusst gestaltet: Nach der Arbeit ging es fast immer erst noch auf den Spielplatz. Das war für alle ein schöner Übergang, meine Kinder konnten spielen, ich konnte nach der Arbeit abschalten. Abends wurde immer gemeinsam gegessen, gebadet, vorgelesen. Diese Zeit war intensiv, nah und qualitativ hochwertig. Am Wochenende hatten wir ohnehin viel gemeinsame Zeit.

Meine Kinder sind immer gerne in die Betreuung gegangen, hatten dort Freunde und Freude. Gleichzeitig war auch die Vorfreude auf unser Zusammensein da. Für mich war es ebenso stimmig: Ich konnte mit gutem Gefühl arbeiten und wusste, dass wir uns später wiedersehen und Zeit miteinander verbringen.

Ich halte es deshalb für problematisch, wenn berufstätige Mütter pauschal als egozentrisch oder kinderschädigend dargestellt werden. Diese Entscheidung kann verantwortungsvoll, liebevoll und im Sinne der Kinder getroffen werden. Sie steht nicht automatisch für schlechte Erziehung oder mangelnde Bindung. Dem würde ich klar widersprechen, aus meiner eigenen Biografie, aus meiner Erfahrung als Mutter und aus dem, was meine Kinder heute selbst darüber sagen würden.

VG

x 3 #1758


Plague
Zitat von SchlittenEngel:
aber ich könnte Dir von meiner Schwester, die eine Kita leitet und seit 30 Jahren in dem Job ist, ( und aus eigenem Erleben) dazu einiges erzählen, was da in Kita´s so alles sein kann.

Brauchst du nicht - so jemanden hab ich auch hier zu Hause.

Die Frage ist halt nur, warum die Fachkräfte fehlen. Weil sich das heute kaum eine mehr antuen will - vor allem die einseitige Verschiebung der sog. Erziehungspartnerschaft. Was ist denn für Erzieherinnen der weitaus stressigste Teil der Arbeit? Nicht die mit den Kindern, nein - die mit den Eltern, die alles bestimmen und kontrollieren wollen, aber sonst jegliche Verantwortung für die Erziehung des eigenen Gengemüses an die Kita abgeben.

#1759


Besserwisser60
Zitat von QueenA:

Ich halte es deshalb für problematisch, wenn berufstätige Mütter pauschal als egozentrisch oder kinderschädigend dargestellt werden.

Macht hier kein Mensch.Es ging nur darum, dass Kinder heute viel zu früh in die Betreuung gesteckt werden.

Zitat von Plague:
Gengemüses

😂😂😂

x 2 #1760


QueenA
@Besserwisser60 was wäre zu früh für unbeteiligte und wer entscheidet das außer den Eltern oder Alleinerziehenden Elternteilen?

#1761


Balu85
Zitat von QueenA:
Ich selbst bin als Kind in den Kindergarten gegangen, meine Mutter war immer bis zu ihrer Rente berufstätig und ich bin heute ebenfalls Mutter, die gearbeitet hat, während die Kinder einen Kindergarten besucht haben. Meine Erfahrung auf beiden Seiten ist durchweg positiv.

meine auch, aber es steht und fällt halt mit de Qualität der Kita. Unsere Kleine hatte da Glück, öfters war sie enttäuscht das der Papa schon da ist um sie abzuholen. Dabei hab ich mich beeilt wie blöde um sie rechtzeitig im 9h Betreuungsfenster abzuholen. Auch Vorschule usw. war wirklich gut. Jetzt in der Schule sieht man das andere Kitas im Umfeld da "sehr locker waren"....das Problem haben die Kinder jetzt in der Schule. Und alle anderen gleich mit.
Wenn ich an einen Arbeitskollegen denke, die Kita seines Sohnes war eher sowas wie eine "besser Beaufsichtigung zur Unfallvermeidung".
Aber sein Kind selbst betreuen muss man sich eben leisten können...also als Familie.

Zitat von Besserwisser60:
Macht hier kein Mensch.Es ging nur darum, dass Kinder heute viel zu früh in die Betreuung gesteckt werden.

das war in einem Teil von Deutschland schon früher so...

x 3 #1762


S
Zitat von Plague:
Was ist denn für Erzieherinnen der weitaus stressigste Teil der Arbeit? Nicht die mit den Kindern, nein - die mit den Eltern, die alles bestimmten und kontrollieren wollen, aber sonst jegliche Verantwortung für die Erziehung des eigenen Gengemüses an die Kita abgeben.


Hast du Dich schon mal 8h lang um 5 Kleinkinder gekümmert?
Die bespielt, gefüttert und gewickelt werden müssen, schlafen sollen?

Das ist natürlich gar nicht stressig Zwinkerndes Gesicht, wenn nur die doofen Eltern nicht wären.

Vom Kita Besuch ( also in den Jahren 0-3) profitieren v.a. Kinder aus sozial schwachen und bildungsfernen Familien, das ist ausreichend erforscht.

Gerade die kommen aber da am wenigsten in diese Option, weil es ja schon zu wenig Plätze gibt, für Eltern, die arbeiten müssen.

Ab 3 sieht es anders aus, da hilft gerade das soziale Miteinander allen.
Ob es dann aber 5 oder 8h im Kindergarten sind, ist wiederrum Nebensache.

x 2 #1763


Besserwisser60
Zitat von QueenA:
@Besserwisser60 was wäre zu früh für unbeteiligte und wer entscheidet das außer den Eltern oder Alleinerziehenden Elternteilen?

Dazu habe ich bereits meine Meinung geschrieben.
Und außer den Eltern hat wohl niemand Mitsprachrecht. Allerdings versuche ich, als Oma des demnächst mit 10 Monate alten Jungen, der in die Kita soll ,schon vorsichtig anzudeuten, dass ich das nicht für so besonders sinnvoll halte.
Meine Tochter meinte dann allerdings, wenn sie das nicht dann macht, muss sie noch ein Jahr länger warten, weil die Kitaplätze immer jährlich vergeben werden.
Und da sie eine leitende Position hat (Flugzeugbau), kann ich auch ihre Argumente verstehen.

Ansonsten steht es mir als Oma nicht zu, mich da einzumischen.

x 1 #1764


S
@QueenA
Zitat von QueenA:
Ich halte es deshalb für problematisch, wenn berufstätige Mütter pauschal als egozentrisch oder kinderschädigend dargestellt werden.


Da gebe ich Dir recht, hätte ich hier allerdings auch hier nirgends gelesen?

x 3 #1765


Plague
Zitat von Balu85:
das war in einem Teil von Deutschland schon früher so

Ist allerdings noch ein Unterschied, ob das echte Überzeugung oder einfach Teil der politischen Agenda und der Umstände ist, denen ich mich als gut sozialistisch durchgeformte Frau nicht einfach entziehen kann.

Zitat von SchlittenEngel:
Hast du Dich schon mal 8h lang um 5 Kleinkinder gekümmert?
Die bespielt, gefüttert und gewickelt werden müssen, schlafen sollen?

Das sind Gruppengrößen in Schulkindergärten für Kinder mit speziellem Förderungsbedarf - daher eine ganz andere Hausnummer.

Bei Regelgruppen mit 10, 15 oder noch mehr Kindern kann es selbstverständlich auch stressig werden - stelle ich gar nicht in Abrede. Aber bitte Vorsicht mit zu viel Polemik.

Zitat von SchlittenEngel:
wenn nur die doofen Eltern nicht wären.

Ich empfehle dir dann mal den Besuch von Supervisionsangeboten für Erzieher/innen.
Dann können wir weiter über die tatsächlichen Verhältnisse sprechen.

x 1 #1766


Besserwisser60
Zitat von SchlittenEngel:

Ab 3 sieht es anders aus, da hilft gerade das soziale Miteinander allen.
Ob es dann aber 5 oder 8h im Kindergarten sind, ist wiederrum Nebensache.

Einer meiner Enkel ist dieses Jahr mit 6 Jahren eingeschult worden. Der sitzt nun mit 36! Kindern in einer Schulklasse.
Ich finde das nur schrecklich.
Kürzlich ist er einfach weggelaufen, weil er nach der Schule nicht in die Ogata (nachfolgende Betreuung) wollte. GsD war Mama Zuhause (sie macht Homeoffice)

x 1 #1767


E-Claire
Zitat von Blindfisch:
ob Mama arbeiten muss, weil die Kohle sonst nicht reicht oder ob Mama aus "karrieretechnischen" Gründen lieber einem Arbeitgeber ihre Zeit schenken möchte als dem eigenes Kind.

Hm, heißt das, dass jede Frau die sich für Mutterschaft entscheidet, natürlich unproblematisch einem Beruf nachgehen kann, wenn es anders finanziell nicht reicht, aber wenn es finanziell reicht (durch wen?) ihre Karriereambitionen automatisch zurückstellen sollte?

x 1 #1768


QueenA
Zitat von SchlittenEngel:
@QueenA Da gebe ich Dir recht, hätte ich hier allerdings auch hier nirgends gelesen?

Ich schon. Ansonsten hätte ich nichts geschrieben. Aber hey, Nix wildes.

x 1 #1769


QueenA
Zitat von SchlittenEngel:
Vom Kita Besuch ( also in den Jahren 0-3) profitieren v.a. Kinder aus sozial schwachen und bildungsfernen Familien, das ist ausreichend erforscht.


Respektvoll:
Was ich schwierig finde, ist die Verkürzung auf „Kita lohnt sich nur für sozial schwache oder bildungsferne Familien“. Die Studienlage ist differenzierter: Gute frühkindliche Betreuung kann grundsätzlich soziale Kompetenzen, Sprachentwicklung, Gruppenfähigkeit und Selbstständigkeit fördern, entscheidend ist die Qualität der Einrichtung, nicht allein der soziale Hintergrund der Familie. Dass benachteiligte Kinder besonders profitieren können, heißt nicht, dass andere Kinder keinen Nutzen haben oder dass Betreuung für sie sogar schädlich wäre.

Dass es zu wenige Plätze gibt und dass Fachkräfte stark belastet sind, ist ein strukturelles Problem->das sollte man politisch lösen.

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