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Dating ab 35 unmöglich geworden?

Wurstmopped
Zitat von Balu85:
Ne, aber so hat es @Nalf ja auch nicht gesagt. So wie ich es verstanden habe ging es dabei ja um den Partner/Ehemann der nach außen hin den Status ...

Ich habe null Probleme damit, wenn eine Frau, meine Partnerin das Essen bezahlt oder die Hotelrechnung...ist doch Super, bleibt mehr Geld für mein Hobby

x 1 #841


alleswirdbesser
Zitat von Balu85:
Ne, aber so hat es @Nalf ja auch nicht gesagt. So wie ich es verstanden habe ging es dabei ja um den Partner/Ehemann der nach außen hin den Status ...

Sie schrieb aber, dass man schon beim kennenlernen die Bett-Eigenschaften des Mannes an seinem Zahlverhalten und sonstigem Benehmen im Restaurant ableiten könnte. Deshalb meinte ich, dass das rüberschieben des Portmonee unter dem Tisch da noch überhaupt kein Thema sein könnte. Als Ehefrau beim Essen gehen solche Schlüsse zu ziehen, ist doch schon bissl zu spät, zumal man da mitmacht, wenn man ihm das eigene Portmonee heimlich zukommen lässt. Und wie Ben richtig angemerkt - was lässt sich vom Verhalten der Frau ableiten, die sich einladen lässt? Dass sie im Bett passiv bleibt und geführt werden möchte oder wie er sagte den Seestern abgibt?

#842


A


Dating ab 35 unmöglich geworden?

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Wurstmopped
Zitat von alleswirdbesser:
dass man schon beim kennenlernen die Bett-Eigenschaften des Mannes an seinem Zahlverhalten und sonstigem Benehmen im Restaurant ableiten könnte.

Lach 🤣 na wenn das nicht in die Hose geht.

x 1 #843


N
Zitat von alleswirdbesser:
Aber ganz ehrlich, würde dein Papa bei McDonald’s in der Küche arbeiten und 20 K verdienen, wäre das wohl kaum möglich. Hättest du dann gesagt, er hat das Potenzial deiner Mutter nicht gesehen und wollte sie putzen und in der Küche sehen, nachdem sie einen ganzen Tag auch gearbeitet hat, anstatt aie zu fördern?

In dem Fall hätte meine Mutter wohl weitergearbeitet und bei meinem Vater wäre eine steile Lernkurve in häuslichen Tätigkeiten angesagt gewesen, wenn er es denn ausgehalten hätte.
Oder beide hätten sich gegen Kinder entscheiden müssen. Oder gegen ein Eigenheim. Oder gegen Urlaubsreisen.

Dass Beziehungen unter ständiger Mangelverwaltung leiden, bestreitet glaube ich keiner.
Die Frage ist doch eher, was passiert, wenn Überfluss herrscht.

Schönes Beispiel:
Zitat von Wurstmopped:
ist doch Super, bleibt mehr Geld für mein Hobby

Das ist genau die Haltung, die eine Beziehung nicht fördert.
Die Haltung, nach der z.B. ich bei Dates gefahndet habe, war dass dann Geld übrig bleibt, um dem anderen eine Freude zu machen oder eine gemeinsame Unternehmung zu finanzieren.

Zitat von QueenA:
Am Ende geht es um Haltung und Miteinander.

This! 💯
Und das geht als geringverdienender Student genauso wie als Doppelverdiener paar ohne Kinder. Und in beiden Konstellationen gibt es genauso Leute, die sich durch den Kühlschrank des anderen durchfressen oder peinlich genau darauf achten, nie ein "Verlustgeschäft" in der Partnerschaft zu machen.

Zitat von alleswirdbesser:
Ist das, also diese Großzügigkeit nicht eher die Frage des Einkommens?

Finde ich nicht. Es ist eine Frage der Einstellung. Man kann auch mit Zeit, Aufmerksamkeit und Zuwendung großzügig sein oder geizen. Wer aber beim Geld sehr auf sich bedacht ist, wird in anderen Bereichen sicherlich nicht großzügig sein.

Zitat von Balu85:
Dennoch muss man sich diesen Luxus leisten können. Egal wer der Hauptverdiener ist.

Fünf Häuser weiter lebt eine Familie mit drei Kindern, der älteste ich gerade zum studieren ausgezogen, der jüngste ist mit einem meiner Kinder befreundet. Da hat der Familienvater, der Hauptverdiener ist und sich dafür in Familienbelange nicht hauptverantwortlich oder gleichverantwortlich einbringt, sein Auto, mit dem er morgens zur Arbeit gefahren ist, abgeschafft, um sich eine Putzfrau leisten zu können.
Die Paare, in denen er mit dem ÖPNV oder Fahrrad fahren könnte, aber trotzdem lieber ein Auto hat, ohne Putzhilfe überwiegen in der Nachbarschaft aber deutlich.

Zitat von alleswirdbesser:
Siehst du deinen Vater auch so?

Definitiv.
Der hätte eine steile Lernkurve hinlegen müssen, wenn er sich umfassend und nicht nur als Opt-In in die Familienarbeit hätte einbringen wollen. Und er sagt auch selbst, dass morgens arbeiten zu gehen definitiv der leichtere Job war. Ich habe ja auch beides und auch in Kombination erlebt und würde stets die "traditionell männliche" Rolle als wesentlich energiesparender vorziehen. Und wenn man nach Hause kommt, kann man sich so viel oder wenig Familienverantwortung nehmen, wie man möchte. Am Wochenende und im Urlaub findet echte Entlastung statt. Ich kann also gut verstehen, warum Männer so sehr an dieser Rolle hängen und sie gerne wieder als gesellschaftlichen Standard sehen möchten.

Zitat von alleswirdbesser:
Und wie Ben richtig angemerkt - was lässt sich vom Verhalten der Frau ableiten, die sich einladen lässt? Dass sie im Bett passiv bleibt und geführt werden möchte oder wie er sagte den Seestern abgibt?

Aber das ist doch genau mein Punkt!
Die immer noch unterschiedliche gesellschaftliche Prägung führt dazu, dass Männer sich schämen, wenn sie nicht bezahlen können, und Frauen sich nichts dabei denken. Und dass Frauen, die bewusst nicht bezahlen, obwohl sie könnten, einem anerkannten traditionellen Rollenmuster entsprechen, während Männer, die bewusst nicht bezahlen, eine ganz andere Haltung offenbaren.

Während Ben ständig behauptet, dass diese Rollen biologisch vorgegeben seien und deshalb nicht gewechselt werden dürfen, was ja gegen seine "Seestern-Theorie" bei Frauen spricht.
Gehe ich davon aus, dass die gesellschaftliche Prägung und unterschiedliche Erwartung der einzige Grund ist, warum ich bei einem zweiten Date mit einem sehr netten Mann, mit dem abgemacht war, dass wir uns wechselseitig einladen, das Portemonnaie zu ihm rüberreichen sollte. Habe ich in dem Moment gemacht, um ihn nicht zu beschämen. Aber damit war auch klar, dass er die Form von gleichberechtigter Beziehung, in der ich leben wollte, gar nicht hätte aushalten können.

Ich würde mir wünschen, dass wir beim emotionalen Erleben von weiblich konnotierter Arbeit und fließenden Rollenmodellen schon weiter wären. Dann wäre die Scheidungsrate nicht so hoch.
Denn sowohl Männer als auch Frauen können sich in der Rolle des beruflich zurücksteckenden nur dann wohlfühlen, wenn all die Tätigkeiten, die sie dann übernehmen, vom Partner, durch sie selbst und durch die Gesellschaft genauso gewertschätzt werden, wie das Arbeitengehen außer Haus gegen Geld.

Solange das aber nicht so ist, hat Fenjal Recht, dass jede Frau auf finanzielle, organisatorische und berufliche Unabhängigkeit bedacht sein muss, um sich nicht zu schwächen. Was wiederum gegen das Modell der Arbeitsteilung spricht, die vielen anderen hier vorschwebt.

Diejenigen, die in einer Beziehung die Maximierung von Stärken suchen oder in Gewinn und Verlust bei der Partnerwahl denken, mal ganz außen vor, geht es ja darum, jemanden zu finden, mit dem die menschliche Ebene bereichernd ist, die ero. Ebene gegeben ist und die Haltungen zum Leben als Paar kompatibel sind. Und letzteres wäre wesentlich einfacher, wenn nicht die eine Gruppe in starren Bildern denkt (z.B., dass eine Frau "nachlässt", wenn sie Familienkultur und politische Meinungsbildung betreibt), während die anderen Gruppe wesentlich diverser in ihren Haltungen ist (von einer superautonomen Fenjal über eine eher traditionelle alleswirdbesser zu einer progressiven Blind-Meg) und diese Diversität auch bei Männern sucht.

Vielleicht erleben wir ja noch die Emanzipation des Mannes von seinen Geschlechterrollen. Dann könnte es auch mit dem Dating wieder erfreulicher werden.

x 4 #844


QueenA
Zitat von Nalf:
Solange das aber nicht so ist, hat Fenjal Recht, dass jede Frau auf finanzielle, organisatorische und berufliche Unabhängigkeit bedacht sein muss, um sich nicht zu schwächen.

Dem stimme ich zu 100% zu.

#845


Balu85
Zitat von Nalf:
Fünf Häuser weiter lebt eine Familie mit drei Kindern, der älteste ich gerade zum studieren ausgezogen, der jüngste ist mit einem meiner Kinder befreundet. Da hat der Familienvater, der Hauptverdiener ist und sich dafür in Familienbelange nicht hauptverantwortlich oder gleichverantwortlich einbringt, sein Auto, mit dem er morgens zur Arbeit gefahren ist, abgeschafft, um sich eine Putzfrau leisten zu können.
Die Paare, in denen er mit dem ÖPNV oder Fahrrad fahren könnte, aber trotzdem lieber ein Auto hat, ohne Putzhilfe überwiegen in der Nachbarschaft aber deutlich.

ok....und die Frauen sind alle mit ÖPNV und Rad zur Arbeit gefahren? Nur die Männer hatten ein Auto?
Und du kennst von allen deinen Nachbarn die Umstände (Job, Arbeitszeiten, Arbeitswege) natürlich aus dem FF?
Außerdem warum schreibst du das er SICH eine Putzfrau leistet....ist doch für die Familie. Wenn er SICH das gönnt ist es einfach eine persönliche Wichtung. Was ist ihm wichtiger, eine Putzfrau oder das Auto.
Die Frage würde sich z.B. bei uns auf dem Land nicht stellen. Ohne Auto geht hier nichts.

x 4 #846


T
Zitat von alleswirdbesser:
Im Fall der Trennung verlieren beide, nicht nur die Putzfrau.

Verlieren tun letzlich nur die Kinder, nämlich den einen oder den anderen. Warum wird an die Kinder eigentlich immer zuletzt gedacht, wenn das leidige Thema Geld eskaliert?

#847


E-Claire
Zitat von Nalf:
Das war mein erster Ansatz.
Dagegen sprach aber, dass er die Jahre der Beziehung und Ehe davor, als wir noch gleich viel verdienten, kein Versager war.

Zweiter Gedanke: Der Mann ist ein Psychopath, der jahrelang die Füße still gehalten hat, um dann pünktlich zur Schwangerschaft die Maske fallen zu lassen.

Hm, ich weiß nicht, ob Du das irgendwo mal angesprochen hast, aber mich würde interessieren, ob ihr in einem dritten Ansatz damals als ihr die Entscheidung getroffen habt, mal Deine und seine Prägung angeschaut habt?

Wenn wir im anekdotischen bleiben, sehe ich in meinem Umfeld durchaus eine Reihe von Männern, die sich an der Care-Arbeit beteiligen bzw zumindest ihre Vaterrolle sehr bewusst leben. (nicht alle, aber eben auch keine zu vernachlässigende Anzahl).

Was mir immer wieder auffällt, sind zwei Dinge:
Prägung. Das Macht-, Aufgaben- und Aufgabenbereiche-Verhältnis in dem jemand aufwächst, wird immer wieder nicht Ernst genommen und zwar von beiden Seiten. Ja, verschiedene Studien zeigen, dass Männer soziale Anerkennung durch ihre Ernährerrolle und vor allem von und vor anderen Männern empfinden, aber neuere Wege zu beschreiten oder beschreiten zu wollen, ohne intensive Auseinandersetzung mit der jeweiligen Prägung des Partners finde ich seltsam. Paargespräche drehen sich oft um die Bereitschaft aber selten um Ehrlichkeit hinsichtlich des tatsächlichen Könnens.

Zweitens: Wir sind ja jetzt in einem Alter, in welchem es auch mehr und mehr Scheidungen gibt. Und siehe da eine nicht unerhebliche Anzahl an Männern gelingt das Wechselmodell mit allem was dazu gehört, von im Bus vergessenen Handies über Kindergeburtstage bis hin zu Arztterminen. Und da frage ich mich dann schon auch wieso das vorher so problematisch war. Und wie da die Anteile verteilt sind.

Wenn ein Mann beruflich wahnsinnig unter Druck steht, so dass dieser überhaupt nicht mehr zur Ruhe kommt und letztlich dies dann auch zu einer Belastung des Familienlebens plus Burn-out etc führt, dann nehmen wir den Mann in die Verantwortung und in der allgemeinen Erwartung soll sich dieser dann um Abbau des Stress kümmern.

Passiert die Überlastung bei einer Frau, weil Beruf, Familie, Partnerschaft, Kindern zu viel sind, gibt es im Moment eine Tendenz dem Partner zu wenig Mithilfe zu unterstellen. Die Verantwortung der Entlastung scheint mir da anders verteilt.

Versteh mich richtig, ich bin absolut dafür, dass wir auch die unbezahlten Tätigkeiten, die ein Familienleben so mit sich bringt, sichtbar machen und ich bin auch dafür, diese gleichberechtigt(er) zu verteilen. ABER ich sehe da auch Frauen in der Verantwortung sich von tradierten Bildern zu lösen und für den eigenen Stressabbau die Verantwortung zu übernehmen.

Care-Arbeit kann nicht sein, ich erwarte, dass du Verantwortung dafür übernimmst, dass alles so gemacht wird und zu dem Zeitpunkt, wie ich glaube, dass es gemacht werden müsste.

Das bringt mich immer wieder zu dem Punkt, dass ich Care-Arbeit als schwierigen Begriff empfinde. Die Pflege kranker Angehörige oder Kinderarzttermine stehen da auf der einen Seite, neue Winterschuhe und Kindergeburtstage auf einer anderen.
Anekdotisch an der Stelle: Weihnachtswichtel. Keine Ahnung, ob es diesen Trend auch in Deutschland gibt, aber jeden Tag in einer ohnehin komplett überfüllten Vorweihnachtszeit noch irgendwelche Wichtelbriefe und Streiche zu planen, ist eine Entscheidung. Und diese wird selten gemeinsam getroffen. Da setzt man sich nicht hin und sagt, hey wollen wir das und lass uns das gemeinsam machen und welche Tage übernimmst Du?

Care-Arbeit betrifft unentgeltliche Arbeit mit gesellschaftlicher Relevanz. Mental Load wiederum stehe ich kritisch(er) gegenüber. Ich bestreite nicht dessen Existenz! Aber ich würde mir an der Stelle einen ehrlicheren Blick auf die Anteile wünschen.

Meiner Meinung nach, ist es nicht die Aufgabe des Feminismus Aufgabenverteilung in heteronormativen Partnerschaften zu regulieren.

x 7 #848


ElGatoRojo
Zitat von Nalf:
Die Haltung, nach der z.B. ich bei Dates gefahndet habe, war dass dann Geld übrig bleibt, um dem anderen eine Freude zu machen oder eine gemeinsame Unternehmung zu finanzieren.

Die Augenhöhe zu regeln kann auch bedeuten, das Geld gemeinsam zu kassieren und gemeinsam auszugeben. Für gemeinsame Unternehmen wird man sich einigen, dem anderen eine Freude machen kann man bei etwas mehr, das übrig bleibt und das eigene Hobby muss dann an die dritte Stelle wandern. Ob jemand mit dir zusammen (oder du mit ihm) dazu fähig ist, wird man nie nach den ersten Dates festlegen können, sondern nach gewisser Zeit. Ich kenne zumindest vier Paare (einschließlich meines eigenen), wo es so hinhaut.
Zitat von Nalf:
Wer aber beim Geld sehr auf sich bedacht ist, wird in anderen Bereichen sicherlich nicht großzügig sein.

Da ist sicher in den meisten Fällen ein Zusammenhang 🎯
Zitat von Nalf:
. Und er sagt auch selbst, dass morgens arbeiten zu gehen definitiv der leichtere Job war. Ich habe ja auch beides und auch in Kombination erlebt und würde stets die "traditionell männliche" Rolle als wesentlich energiesparender vorziehen.

Naja - 8 Stunden Arbeit in Büro ist nicht immer wie 8 Stunden Arbeit z.B. im Handwerk und oft genug sind es auch keine 8 Stunden, sondern mehr und manche haben eine Stunde Arbeitsweg. Da ergibt sich ein weiter Spielraum für den Energieaufwand für 1000 Euro Einkommen -- sowohl bei Frauen als auch bei Männern.
Zitat von Nalf:
Denn sowohl Männer als auch Frauen können sich in der Rolle des beruflich zurücksteckenden nur dann wohlfühlen, wenn all die Tätigkeiten, die sie dann übernehmen, vom Partner, durch sie selbst und durch die Gesellschaft genauso gewertschätzt werden, wie das Arbeitengehen außer Haus gegen Geld.

Ist das nicht auch eine Frage der inneren Einstellung der Beteiligten? Und manchmal auch eine Frage der Großzügigkeit? Will man denn jede klitzkleine Tätigkeit wertmäßig aufrechnen?

x 3 #849


ElGatoRojo
Zitat von E-Claire:
Care-Arbeit kann nicht sein, ich erwarte, dass du Verantwortung dafür übernimmst, dass alles so gemacht wird und zu dem Zeitpunkt, wie ich glaube, dass es gemacht werden müsste.

🎯

Diesen taktischen Fehler machen offenbar eine Reihe von Frauen.

Er würde es machen, so wie es funktioniert und wie man es machen könnte -- aber nicht, wie sie es vorschreibt und er es zu machen hat.

FunFakt = gilt es nicht umgekehrt genau so?

x 2 #850


MissLilly
Zitat von Blind-Meg:
Für mich bedeutet emotionale Abhängigkeit, dass man seine Emotionen nicht eigenständig regulieren kann, sondern dafür auf ein Gegenüber angewiesen ist, und dass die eigene Stimmungslage zu 100% von einer anderen Person abhängt, dh man kann zB nicht zufrieden sein wenn es dieser Person nicht gut geht - und zwar nicht aus Liebe, weil man für den anderen das Beste will, sondern weil man sich selbst die Erlaubnis nicht gibt. Quasi hat man kein eigenes emotionales Leben mehr, wenn man in emotionaler Abhängigkeit ist. Das führt dann oft dazu, dass man den anderen idealisiert, alles für ihn tun würde und dabei Gefahe läuft, sich selbst zu verlieren.


Für mich bedeutet emotionale Abhängigkeit, dass man es sich nicht aussuchen kann ein Gefühl (wahrhaftig) zu fühlen oder nicht zu fühlen. Es ist entweder da oder nicht da und (erstmal) vollkommen unabhängig davon was mein Gegenüber für mich fühlt!
Ein Beispiel : Wenn er / sie sich in den Finger schneidet und dir tut es weh Zwinkerndes Gesicht
Das was du beschreibst entspricht aus meiner Sicht und Erfahrung eher einem Suchtverhalten, basierend auf dem Umstand das Menschen sich entweder zu wenig, zu doll oder gar nicht spüren und daraus die unterschwellige Sehn(sucht) entsteht, das jeweilige Gefühl in seiner Form abändern zu wollen, indem man sein eigenes Verhalten vom Verhalten seines Gegenübers abhängig macht.....Denn wie bereits festgestellt können wir uns das entstehen eines Gefühls nicht aussuchen, wohl aber wir damit umgehen (möchten).

#851


Wurstmopped
Zitat von Nalf:
Das ist genau die Haltung, die eine Beziehung nicht fördert.
Die Haltung, nach der z.B. ich bei Dates gefahndet habe, war dass dann Geld übrig bleibt, um dem anderen eine Freude zu machen oder eine gemeinsame Unternehmung zu finanzieren.

Mhmm, sehe ich anders, in einer Beziehung behalte ich auch als Mann meine Eigenständigkeit, Freundeskreis, Hobbys ect.
Und, für gemeinsame Aktivitäten bleibt da auch genügend Geld und Zeit.

x 2 #852


Moody92
Sehr unterhaltsamer Thread, auch wenn es nicht mehr wirklich um das ursprüngliche Thema "Dating ab 35" geht.
Kam eigentlich jemals ein zweiter Beitrag vom TE mit weiteren Fragen/Anmerkungen oder blieb es beim Eröffnungspost und die Dinge nahmen ihren Lauf?

#853


ElGatoRojo
Zitat von Moody92:
oder blieb es beim Eröffnungspost und die Dinge nahmen ihren Lauf?

Was ist das Problem dabei?

#854


N
Zitat von Balu85:
ok....und die Frauen sind alle mit ÖPNV und Rad zur Arbeit gefahren? Nur die Männer hatten ein Auto?
Und du kennst von allen deinen Nachbarn die Umstände (Job, Arbeitszeiten, Arbeitswege) natürlich aus dem FF?

In diesem einen Fall ist die Frau tatsächlich vorwiegend mit dem Rad und ÖPNV gefahren, weil sie nach dem ersten Kind vom angestellten Vollzeitjob in eine Teilzeit in Selbständigkeit gewechselt ist, die sie von zu Hause aus arbeitet, da andernfalls die Familie, die beiden haben wollten, nicht mit den Mieten und Betreuungsmöglichkeiten, die hier vor Ort herrschen, vereinbar gewesen wäre.

In meinem Viertel haben Familien überwiegend ein Auto und seltener zwei oder kein Auto. Dafür ist Carsharing weit verbreitet und der ÖPNV ist sehr gut.

Und nein, ich lebe in einer Großstadt und kenne natürlich nicht sämtliche meiner Nachbarn. Aber wie die Verhältnisse in den Haushalten, in denen meine Kinder oder ich verkehren, aussehen, bekommt man ja unweigerlich mit, wenn man netzwerkz. Dafür muss man aber eben auch Familienarbeit leisten und aktiv das soziale Netz in der Nachbarschaft aufbauen und fördern. Auch das ist Arbeit (Zeit, Weg, Energie, Aufwand), die mein Ex-Mann z.B. gar nicht erledigt hat oder wichtig fand, die den Kindern aber unheimlich zugute kommt und auch die Familie entlastet.

Zitat von Balu85:
Außerdem warum schreibst du das er SICH eine Putzfrau leistet....ist doch für die Familie.

Und das Auto nicht? Er hat sich eine Putzfrau geleistet, genauso wie er sich vorher ein Auto geleistet hat. Ich gehe schwer davon aus, dass das mit seiner Frau besprochen wurde. Alles andere würde mich bei den beiden schwer wundern. Aber engagiert hat er sie und die Kosten gehen genauso von seinem Konto wie zuvor die Kfz-Steuer und die Versicherung. Halter des Autos war er, denn ihres wurde abgeschafft, als sie der Kinder wegen auf Homeoffice ungesattelt hat und nicht mehr zur Arbeit gependelt ist.

Darüber zu sprechen, weil man sich nach günstigen Werkstätten erkundigt oder sich beim Abholen der Kinder abwechselt, ist unter Frauen völlig normal und wird gerne mal als "Kaffeetrinken" oder "Gluckenrunden" abgewertet, dient aber tatsächlich auch der Familie.

Zitat von Balu85:
Was ist ihm wichtiger, eine Putzfrau oder das Auto.

Ich habe ihn nicht gefragt, weil es mich nichts angeht, und ich ihn aufgrund seiner Arbeitszeiten auch nicht mehr als 2-3 Mal im Jahr sehe. Aber so wie ich sie, die ich etwa alle 2-3 Wochen sehe und kurz spreche, einschätze, war ihm eine Frau, die am Wochenende nicht putzt, wichtiger als das Auto. Sie macht einen sehr geliebten und auch emotional versorgten Eindruck.

Zitat von Balu85:
Die Frage würde sich z.B. bei uns auf dem Land nicht stellen. Ohne Auto geht hier nichts.

Muss ja auch nicht. Es kann ja auch bei der Wohnungsgröße, bei Hobbies oder Urlauben gespart werden, wenn einem wichtig ist, dass der Partner nichts macht, wozu er keine Lust hat.

Einer meiner Partner hatte z.B. keine Lust, den Führerschein zu machen. War mit Rad und ÖPNV unterwegs, was leider bedeutete, dass alle voluminösen Anschaffungen und die Kinderwege und Ausflugsfahrten von mir abhingen und ich stets fahrtüchtig sein musste. Da hätte ich jetzt "Eigenverantwortung" rufen können und ihn nachts und bei Regen das selbstgewählte Schicksal ausbaden lassen können. Statt dessen gab's zu einem Feiertag einen Taxigutscheinblock.

An den Taten kann man die Haltung erkennen, ob jemand großzügig ist und Liebe auch als Gönnenkönnen versteht, oder ob Liebe vor allem auf Brauchen, Nutzen und Begehren fußt.

Und da wären wir wieder beim Bezahlthema im Restaurant. Ob es einem Mann Freude macht, sich mit einer (für ihn) attraktiven und interessanten Frau zu treffen und mit ihr eine gute Zeit zu haben, ist bei näherem Hinsehen genauso spürbar wie ein Mann, der auf der Suche nach einer emotionalen Stütze ist, die ihm 6, ein Ohr und das Teilen der Gemeinkosten bietet und dabei möglichst hübsch, fröhlich und unkompliziert ist.
Das sind unterschiedliche Haltungen zum anderen Geschlecht.

Und beim Ursprungsposting ging es ja darum, dass der TE gerne eine "unbelastete" Frau 35+ getroffen hätte.

x 2 #855


A


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