Zitat von alleswirdbesser: Großzügigkeit nicht eher die Frage des Einkommens?
Finde ich persönlich nicht.
Meinen ersten Job neben der Schule hatte ich in einem Restaurant in dem ich als Servicekraft arbeitete. Schräg gegenüber des Restaurants war eine Fussgängerpassage mit mehreren Geschäften. Fast jedes Mal wenn ich arbeiten musste und aus dem Fenster sah, saß da in unmittelbarer Nähe der Geschäfte ein alter obdachloser Mann auf einem Campingstuhl und spielte auf seiner Mundharmonika. Eines Tages (es war ein brüllend heißer Sommertag und absolut nix los) kam er in unser Restaurant und fragte, ob er das WC benutzten dürfte um sich die Hände zu waschen. Mein Chef bejahte. Als er fertig war ging er erneut zu meinem Chef und fragte ob es möglich wäre auch nur ein B. bei uns zu trinken. Auch das bejahte mein damaliger Chef und verwies ihn an einen der vielen freien Tische. Als ich an seinen Tisch kam um seine Bestellung aufzunehmen, erzählte er mir das er gerne ein frisch gezapftes, kühles B. mit schöner Schaumkrone trinken wollen würde und fragte mich nach dem Preis. Nachdem ich ihm die verschiedenen Biergrößen inkl. Preis nannte, bestelle er das kleinste B. und blieb ca. 30 Minuten sitzen und laß dabei die Tageszeitung. Im Anschluß daran bestellte er die Rechnung, nahm einen kleinen Stoffbeutel aus seiner Jackenasche und zählte (mit leicht zittrigen Händen) akribisch das darin vorhandene Geld und bat mich noch einmal nachzuzählen. Ich nickte freundlich und sagte ihm, dass es zu viel sei und schob ihm den überschüssigen Betrag in Richtung seines Stoffbeutels zurück. Daraufhin sagte er :,, Nein, nein das stimmt schon so, der Rest ist für sie ." Ich werde niemals vergessen wie unangenehm und peinlich es mir im erstem Moment war ausgerechnet dieses Trinkgeld anzunehmen, denn es war mehr als das B. selbst gekostet hatte! Also versuchte ich ihn mit meinem ganzen Charme darauf aufmerksam zu machen, dass er mir viel zu viel gegeben hatte und davon zu überzeugen, dass es nicht im "richtigen Verhältnis" stehen würde. Er fing an sanft zu lächeln und sagte:,, Junge, hübsche Frau....freundlichen, warmherzigen und ehrlichen Menschen wie ihnen, kann man nie zu viel geben, sondern leider immer nur zu wenig. Bitte lassen sie sich niemals etwas anderes erzählen. Auch nicht von einem jungen und hübschen Mann:!"
Von da an kam er 1x die Woche, immer zur selben Uhrzeit, mit der immer gleichen Bestellung und ging stets mit leerem Stoffbeutel
☺