Zitat von SilentOne78:Das klingt so, als ob Du vieles nur deshalb tust, weil sich das halt so gehört. Um den Erwartungen der Gesellschaft zu entsprechen und nicht aus dem Rahmen zu fallen.
Wenn Du Dich mal in Gedanken von diesen Erwartungen und Vorgaben der Aussenwelt trennst - Dir Deine ganz eigene Welt vorstellst, in der Du die "Regeln" bestimmst und alles so gestalten kannst, dass Du Dich wohlfühlst, wo alles erlaubt ist, was Du willst... wie würde diese Welt aussehen? Wenn Du so könntest wie Du wolltest - welche Art Leben würdest Du leben? Welche Beziehungen würdest Du führen und wie würdest Du die gestalten?
Versuch das mal für Dich zu beantworten. Ein Gespür dafür zu bekommen, was Deine ganz persönlichen Wünsche und Werte sind, ohne Rücksicht darauf, was "normal" ist.
...ein gewisses Maß an "sozialverträglichem" Verhalten gehört nun mal dazu, wenn man nicht gerade als Eremit irgendwo ein völlig autarkes Leben führen will. Aber vielleicht lassen sich ja doch zumindest Teile davon umsetzen - so, dass Du Dich nicht völlig ins gesellschafliche Aus schießt, aber insgesamt doch zufriedener wirst mit Deinem Leben. Wenn Du ein besseres Bild davon hast, was Dir wirklich wichtig ist, kannst Du auch bewusster entscheiden, wo Du mitschwimmen willst beim "Mainstream" und an welchen Punkten Du lieber Dein eigenes Süppchen kochst.
Naja, ein Eremit bin ich momentan mehr oder weniger - und von diesem Zustand will ich ja wieder weg. Das ist ja auch das Ziel, warum dieser Thread existiert.
Ich tue vieles nicht nur weil es sich so gehört, sondern weil ich mich an den "Regeln" scheinbar festhalten kann. Auf der anderen Seite weiß ich auch genau, wie ich diese Regeln aufheben kann. Letztlich halte ich mich an gar nichts, eine bunte Mischung von allem.
Im 2. Absatz nennst du aber den Kern meines Problem. Dass ich Regeln für mein Leben bestimme, so dass ich mich wohl fühle, ist mir fremd. Mein Blick ging bisher nur dahin, dass es mir nicht schlecht geht. Ich gehe lieber an schwierige Sachen als an leichte "wenn was getan werden muss, dann gehts halt los". Zum "wohl fühlen" habe ich also nicht wirklich einen Bezug. Ich nehms hin, wenn sich so ein Zustand mal einstellt, aber selbst die Weichen dahin stellen ... ist mir fremd.
Was zum Teufel ist mir wichtig? Das ist auch so eine Frage, die ich mir ungern stelle. Ich gebe mir viele Antworten, um überhaupt Antworten zu geben. Aber ich merke meistens, dass ich mir was vormache. So ähnlich ist die Rumeierei auch mit Frauen. Ich weiß nie so wirklich, ob mir eine nun gefällt, was mich so alles stört, ob die Ansprüche zu hoch, zu niedrig oder völlig irrwitzig sind - und was ich letztendlich nun tun soll. Auf die Gefühle hören? Die sagen meistens "ne" und machen mich doch nur zum Dating-Faulpelz.