@Wolfstanz damit rennst du bei mir offene Türen ein.
Ich mag Menschen, die im Autismusspektrum sind tatsächlich teilweise lieber als andere, habe ich festgestellt, weil sie Eigenheiten und Charakterzüge haben, die mir sehr viel besser liegen als die der meisten neurotypischen Mitmenschen. (Denke dass auch seitens meiner Familie mütterlicherseits einige im Autismusspektrum sind, und auch mein bester Freund, der tatsächlich ziemlich clever ist und inzwischen fünf Uni Abschlüsse und einen extrem krassen Job hat.)
Genauso habe ich Null Probleme damit, wenn jemand "anders" ist.
Ich kann zwar "mitmachen", allgemein (in Gruppen), tue es aber nicht, wenn ich keinen Bock darauf habe - so sah ich mich zu Schulzeiten anders als viele andere, die ich kannte, niemals unter Gruppenzwang eine einzige Zig. zu rauchen, Dro. auszuprobieren oder mich zu besaufen. Ich hatte dafür meine eigenen Spleens und Interessen, die andere wiederum gar nicht nachvollziehen konnten. Fanden das manche uncool? Wahrscheinlich. Hätte mir aber nicht egaler sein können...
Also, ich möchte gerne mal betonen, dass es hier nicht um ein "normal" im Sinne eines spießbürgerlichen Lebens geht... ich bin da frei von Zwängen. Ich möchte leben wie es mir gut tut, und dasselbe würde ich immer auch meinem Partner zugestehen.
Hier geht es um Ängste. Konflikte. Aggressionen. Teilweise sogar Depression, Resignation und auch mal Verzweiflung. (Allgemein gesprochen.)
Das sind Themen... die haben im Leben auch ihren Platz und ihre Berechtigung, sollten aber keine überbordende Rolle spielen, weil man sonst nicht gut leben kann.
Ich sehe nicht nur das Thema Therapie wenig dogmatisch, ich sehe alles im Leben wenig dogmatisch. Ich habe meine eigene Lebensphilosophie, die sich teilweise wenig mit gängigen Dogmen deckt...
Und ja, der Punkt ist - ich möchte meinen Mann nicht verändern. Nicht charakterlich, ich liebe ihn so wie er ist.
Aber entweder wir bekommen unseren Sch*** gemeinsam in den Griff oder wir tun es eben nicht.
Ich versuche gerade, mich mental auch mit "eben nicht" anzufreunden, da nicht vorhersehbar ist, wie alles weiter- oder ausgeht.
Es gibt Verletzungen und Grenzüberschreitenden, ganz sicher auf beiden Seiten.
Ob da in erster Linie die Traumatisierungen schuld sind - durchaus möglich! Halte ich hier durchaus für wahrscheinlich.
Es bleibt eben trotzdem die Frage... kommt man da gemeinsam nochmal raus oder nicht...