E-Claire
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Zitat von langerWeg:@E-Claire was wäre Ihr Vorschlag, damit umzugehen?
Ich schriebe hier nicht, wüsste ich weiter.
Ich weiß nicht, ob ich einen konkreten Vorschlag habe. Grundsätzlich wäre wohl der fairste, aber eben auch schwierigste Weg Offenlegung.
Ja, das schließt natürlich mit ein, daß man dadurch vielleicht alles verliert, aber die Alternativen sind eben nicht so rein, wie die geschilderte Liebe es sein sollte.
Persönlich würde ich nicht wollen, daß jemand bei mir oder mit mir bleibt wegen der Kinder, aus Anstand, Pflichtgefühl oder Angst. Ich würde schon wollen, daß mein Partner mit mir redet und mir sagt, hey ich habe mich in jemanden anderes verliebt. Weil erst dann dem ursprünglichen Paar auch Gelegenheit gegeben wird, damit Umgang zu finden.
In heutiger Zeit endet es zwar noch oft genug in einem Wochenendvaterverhältnis, aber eigentlich muß es das nicht, weil es genug Möglichkeiten gibt, wenn Einigung erzielt werden kann.
Kinder groß zu ziehen, ist kein Spaziergang, da bleibt die Paarebene durchaus auch mal unbeachtet. Offenheit würde dies ändern, sicher mit unbekanntem Ausgang, aber niemand sagt, daß die gefühlte Liebe des Lebens eben noch genauso gefühlt bleibt, wenn an der ursprünglichen Partnerschaft gearbeitet wird.
Der Weg, den Sie im Moment wählen, ist ein gefährlicher. Irgendwie wird das (erstmal) Aufgeben der großen Liebe zu einem Opfer stilisiert, welches sich ganz schnell in Opferhaltung und noch größere Ressentiments verwandeln kann und der andere kann überhaupt nicht darauf reagieren, weil diese Kenntnis ja nicht gegeben ist.
Ich kann die Ängste, die mit Offenlegung einhergehen, sehr gut verstehen. Ich wüste ehrlich gesagt nicht, was ich täte.
Allerdings bezweifle ich, daß ich langfristig mit einer solchen Lösung leben könnte, ich würde unbewusst anfangen meine bestehende Beziehung zu sabotieren, der andere aber wüste gar nicht warum.
Hier ist mein Ausgangsgedanke: die Liebe des Lebens ist etwas seltenes, rares. Die passiert nicht jedem. Manchmal nutzen wir diese Worte vielleicht auch zu schnell. Aber wenn es wirklich die Liebe des Lebens ist, dann kann Angst vor den Konsequenzen doch nicht der Grund sein, sie nicht zu leben, oder?
Sollte die Liebe nicht doch immer stärker als die Angst sein?
