AndiY
Mitglied
- Beiträge:
- 315
- Themen:
- 4
- Danke erhalten:
- 759
- Mitglied seit:
Heute um 11 Uhr war Paartherapie Tag. Ich hatte eine längere Mittagspause für den Termin genommen und musste danach wieder arbeiten.
Gestern Abend war noch alles ganz okay zuhause, der Burgfrieden hat gehalten.
Sie hatte mir schon im Vorfeld gesagt, dass sie Angst vor dem Termin hat. Ich hatte sie gefragt wie sie sich den Termin vorstellt, wer reden soll, was sie erwartet usw. Sie meinte ich soll ruhig reden.
Die Stunde verlief so:
15 min Organisatorisches
20 min „Warum sind sie hier“
Sie wollte, dass ich erzähle. Ich habe - in etwas abgewandelter Form - den ersten Beitrag in diesem Forum sinngemäß wiedergegeben (ohne den Verdacht auf eine Krankheit bei ihr).
Er stellte ein paar Verständnisfragen. Ich fragte immer wieder ob meine EF den Teil der Affäre oder andere Parts ergänzen möchte oder sie weiter erzählt. Sie schwieg bzw. lies mich weiter erzählen. Ich war sachlich, habe aber an der ein oder anderen Stelle hervorgehoben wie sch^%^ ich mich fühle/ gefühlt habe. Mein Herz klopfte wie verrückt, der Körper reagierte total beim erzählen, die Augen wurden wässrig.
Der Therapeut war sehr gelassen, verständnisvoll und hat keine Wertung abgegeben.
Meine EF hat dann 5-10 min davon erzählt wie es zu der Affäre kam, wie die die letzten 2 Jahre empfunden hat, wie sie sich selbst gefühlt hat während der Affären/ONS und dass sie Strategien entwickeln möchte um davon los zu kommen.
Der Therapeut hat versucht sie auf das Burnout anzusprechen, ist aber ein bischen dabei ins Leere gelaufen. Er hat vorgeschlagen, dass sie sich mal Gedanken machen soll wie sie sich in ihren Rollen in der Familie sehen möchte und welche Ziele sie hat. Das ganze schriftlich. Wie definiert die sich als Mutter, als Ehefrau, als Freundin im Freundeskreis, als Karrierefrau, usw.
Danach habe ich immer mal wieder gefragt ob ich etwas zum Verständnis für den Therapeuten ergänzen darf. Sie hat bejaht, aber in Nachhinein war es vielleicht falsch. Ich hatte am Ende bestimmt 40minuten Redeanteil, sie 10.
Er hat und nun empfohlen bis Weihnachten- für die Kinder - uns auf die schönen Seiten zu konzentrieren und für die Kinder da zu sein.
Er meinte Ehrlichkeit ist das wichtigste - sofern es die Gefühle der Gegenwart noch berührt, soll auch ehrlich mit der Vergangenheit umgegangen werden.
Er hat gefragt wie es grade zwischen uns steht. Ich meinte, dass ich vor einigen Tagen die Trennung ausgesprochen hatte und über Betreuungsmodelle sprechen wollte, worauf sie nie einging. Ich meinte, dass ich Abstand von ihr brauche und sie einfach nicht mal ne Woche weg geht.
Sie hatte viel geweint als es um sie ging und ihre Gefühle zum AM, den Burnout und den Phasen davor. Sie sagte, dass der AM zu einem Zeitpunkt kam wo sie empfänglich für ein Abenteuer war und er bei ihr emotional einfach die richtigen Knöpfe gedrückt hat.
Nach dem Termin - nur wir zwei im Auto - hat sie mir dann gesagt:
- ich habe zu viel geredet und sie nicht zu Wort kommen lassen (das habe ich wirklich und sie hat es nicht verhindert oder selbst gesprochen)
- sie dachte wir wären nicht getrennt
- sie wusste nicht, dass mein Wunsch nach räumlicher Trennung (sie soll mal ein paar Tage weg) so groß war
das hat alles keinen Sinn.
- Zum nächsten Termin kann ich alleine gehen
- Sie hat die letzten Tage sich bereits mit Trennungsthemen, Anwalt, Scheidung usw auseinandergesetzt.
- sie fährt jetzt mit den Kindern ein paar Tage weg. Wohin? Wie lange? Ich habe keine Ahnung.
Ich meinte zu ihr, dass wir den Termin sacken lassen sollten und nochmal in Ruhe reden.
Sie hält mir vor, dass ich den Termin genutzt habe um mir Luft zu machen, den Therapeuten auf meine Seite zu ziehen und sie als „Täterin“ darzustellen und sie anhand meiner Art, Körpersprache, Wortwahl und Auftreten nicht sieht, dass ich ihr noch eine Chance geben kann.
Ja, ich habe die Fakten erzählt und gesagt wie ich mich fühle und das ganze aus meiner Sicht sehe und dass ich ihr die Affäre nicht verzeihen kann und wir nur zueinander finden, wenn die diese Triebe entweder mit mir auslebt oder sich davon lossagt.
Sie sagt, wenn ich so rede, dann hat das alles keinen Sinn.
Ich bin gespannt was jetzt passiert.
Habe ich mich fehl verhalten?
(Und bitte seid ehrlich, ich mache das auch zum ersten Mal und war sicher etwas emotional und im Redeschwall und habe meine EF unterbrochen wenn sie ihre Taten beschönigen wollte)
PS: Ich glaube das schlimmste für sie war die Erkenntnis, dass ich meine Worte „ich habe die Trennung ausgesprochen und es herrscht Burgfrieden“ wiederholt habe. Sie hatte den Burgfrieden als Ent-Trennung interpretiert.
Ich war bis eben auf Arbeit und noch nicht zuhause - halte euch heute Abend auf dem Laufenden.