Zitat von AndiY: Dieses Muster, dass auf konkrete Fragen eine emotionale Reaktion folgt, finde ich problematisch. Ich glaube sie möchte sich einfach nicht festlegen oder sich an feste Regeln binden.
Und da war es wieder, das Sachebene versus Emotionsebene Problem und mit dem ist Ani nicht allein, denn du machst das an anderer Stelle ähnlich.
Auf meine Frage, was es braucht, damit Du Dich trennst, hast du nicht konkret geantwortet, sondern erst auf Nachfrage hiermit:
Zitat von AndiY: Ich meine damit - So wie es jetzt grade ist besteht die Chance in Kontakt zu bleiben und für das Kind da zu sein.
wenn ich ihr jetzt verkünde „Es ist aus“.
Wird sie mir das Kind vorenthalten. Sie verknüpft Partnerschaft und Elternschaft 1:1. Elternschaft ohne Partnerschaft schließt sie aus.
Du reagierst mit Angst und einer Vermutung und bist dabei vermutlich so gar der Meinung, dass es sich um ein Sachargument handelt.
Zunächst, Deine Angst ist eine furchtbare und es tut mir sehr leid für Dich, dass so etwas überhaupt im Raum steht. Natürlich möchtest Du, Verantwortung für das Kind übernehmen, Vater des Kindes sein, an dessen Leben teilhaben.
Aber sich über diesen Umweg der Eigenverantwortung für Dein Leben zu entledigen, ist zwar bequem, aber nicht richtig.
Ich kann mich nicht trennen, denn sonst entzieht sie mir das Kind, ist eine grauenhafte, tatsächlich in meinen Augen recht feige und vor allem völlig untaugliche Verdrehung von Verantwortungen.
Denn jetzt mal Butter bei die Fische, wer hat die Verantwortung dafür, wenn sie Dir das Kind entzieht? Wessen Entscheidung ist das? Wer kann einzig und allein diese Entscheidung treffen?
Ein wichtiger Schritt auf dem Weg in ein erwachsenes und authentisches Leben, ist die Erkenntnis, dass wir das Handeln anderer nicht in der Hand haben, sondern nur unser eigenes.
Wenn ein anderer Mensch sich dazu entschließt, etwas zu tun, was uns nicht gefällt, und Angst macht oder Schmerz verursacht, dann können wir das Gegenüber darum bitten, dies nicht zu tun, aber wir haben darüber hinaus keine Kontrolle.
Was Du in Deiner Hand hast, ist, wie Du darauf re-agierst, sollte sie Dir das Kind entziehen.
Also egal, wie sehr Du Dir Mühe gibst oder auch welche Kompromisse Du anbietest oder tausend Jahre Blumen schickst, selbst, wenn du den besten, perfekten Mann spielen würdest, den es weder gibt, noch der Du bist, das Kind zu entziehen oder nicht, ist einzig und allein ihre Entscheidung.
Demgegenüber ist es Deine Entscheidung und Deine verd*mmte Verantwortung für Dein eigenes Leben in einer solchen Beziehung sein zu wollen oder auch nicht. Und die versuchst Du über Ängste und Vermutungen, denn Du weißt schlicht nicht, wie sie auf eine Trennung reagiert oder was in fünf Jahren ist, zu umgehen.
Ich finde ihre Frage, zu welchem Zweck ihr Euch treffen wollt, gar nicht so verkehrt. Denn mir ist total unklar, was Du denn jetzt in diesem Moment erreichen möchtest. Sie hat Dir gesagt, dass sie Dir nicht (mehr) vertraut und sie Deinen Rechenaufgabengleiche Kompromissen nichts abgewinnen kann. Weil Sie keine besseren macht, glaubst Du das Du eigentlich im Recht bist und alles worauf das Treffen hinausläuft, wäre ein erneuter Versuch von Dir, dass sie doch "endlich einsehen" müsste, dass das ganze so am Besten ist. Du wirst wieder unglückliche Worte wählen (die Mutter Deines Kindes kann mit Deinem Kind, Deine Kinder und Dich "besuchen" ?), die weitere emotionale Verletzungen hervorrufen und dann hast Du es so alles nicht gemeint, wenn sie nur nicht immer so emotional wäre (die Frau ist schwanger und hat ganz offensichtlich eigene Päckchen zu tragen), dann (...).
Dann was?
Ihren Rückzug empfindest Du als Liebesentzug, ihre Versuche Dir zu sagen, wie sie sich fühlt, als Angriff. An beidem möchtest Du nicht arbeiten, sonst würdest Du nämlich anstatt Dich im drölfzigstens Chat abzumühen, mal auf einer Couch bei einem ausgebildeten Therapeuten sitzen und Deine Muster anschauen und erarbeiten, wie es in Deinem Leben jetzt weitergehen soll.
Wenn die andere Seite doch nur verstehen würde, dass (...) Ich verstehe es gut. Die Erkenntnis, dass es so aber nicht läuft, dass das alles Kinderhandeln ist, ist schmerzhaft. Sie ist letztlich auch befreiend. Sie ist vor allem unverzichtbar, um ein erwachsenes Leben zu führen.