Zitat von Ameise_78: Das ist ein massiver Vertrauensbruch.
Die Lösungsorientierung finde ich sehr gut, ich selbst bin auch so, aber dabei herunterzuspielen, was der andere macht, wenn er so etwas macht, grenzt in meinen Augen an Selbstverleugnung.
Nicht jedes Verhalten eines anderen ist ok/angemessen. Und das darf man auch benennen dürfen. (Meine das hier nicht speziell auf den TE bezogen sondern allgemein. Natürlich darf es einen verletzen, wenn der Andere einem grundlos etwas nicht rechtschaffenes unterstellt. Zeigt es doch, dass es an der wichtigsten Basis, dem gegenseitigen Vertrauen, fehlt.)
Ich denke genau da unterscheiden wir uns.
Den der Wunsch nach einem Vaterschaftstest des TE's oder in meinem Fall nicht einfach blind irgendwelche Vaterschaftspapiere zu unterschreiben (auch wenn die Intension eine andere war) empfinde ich eben nicht als massiven Vertrauensbruch.
Ich denke weil ich es nicht auf mich persönlich und meine Rechtschaffenheit beziehe, sondern die Gesamtsituation betrachte.
Es ist , wie hier bereits geschrieben wurde, nun mal so das wir Frauen uns schlicht keine Sorgen machen müssen, ob es wirklich unser Kind ist. Wir würden niemals in die Sitiation kommen anzuzweifeln, ob wir bei der Zeugung dabei waren. Wir kennen diese Art des Zweifels, der Angst oder Sorge einfach nicht. Wir haben eben immer die 100% Sicherheit wirklich die biologische Mutter zu sein. Männer haben diese 100%ige Gewissheit/Sicherheit mal hart gesagt nicht. Mal blöd gesagt, bleibt Männern in erster Linie nichts anderes übrig als sich auf die Tugend und Ehrlichkeit der Frau zu verlassen. Ein Indikator für die Wahrscheinlichkeit der Vaterschaft ist dann noch, ob es optische Ähnlichkeiten gibt, aber ansonsten -so ohne Vaterschaftstest- sind das hart gesagt auch nicht immer zwei sehr zuverlässige Indikatoren sich der Vaterschaft sicher zu sein.
Baby's bzw. Kinder erben nicht immer optische Züge des Vaters und Kuckukskinder gibt's ja nicht weil alle Frauen so zuverlässig sind in der Vaterschaftsangabe.
Die deutliche Mehrheit der Männer/werdenden Väter vertraut glücklicherweise zurecht darauf der biologische Vater zu sein.
Aber ich glaube, ich habe diesen Wunsch nach Gewissheit nie als Abwertung der Frau wahrgenommen, sondern vielmehr als eigene Unsicherheit der Männer bzw. einem natürlichen Bedürfnis der Gewissheit. Hmm...schwer zu beschreiben wie ich das meine
😅 In der Sitiation des TE's kann ich den Wunsch nach einem Vaterschaftstest verstehen. Grund: Vor und nach der Schwangerschaft stuft ihn sein Arzt als nicht zeugungsfähig ein. Ja, da wäre ich als Mann auch verunsichert und zwar unabhängig davon ob bereits Kinder existieren bzw. gerade dann...
In meinem Fall habe ich anfangs auch Verständnis dafür gehabt, das er nicht blind die Papiere unterschreiben wollte. Die Schwangerschaft war ungeplant wir kannten uns zu dem Zeitpunkt auch tatsächlich erst knapp 1,5 Jahre. Man hat in 1,5 Jahren eine gewisse Vertrauensbasis, man möchte vertrauen, aber ich verstehe das es Situationen gibt in denen man sich Gewissheit wünscht. Zumal wir in dieser Zeit eine heftige Seggsflaute hatten und selbst für mich völlig absurd war plötzlich schwanger zu sein. Trotzdem war für mich damals sonnenklar das nur er als Vater in Frage kommt, deswegen war ich damals überrascht über seine Offenbarung. Als ich zu Beginn dachte er hat Sorge wegen der Vaterschaft, war das für mich kein Verrat an mir oder unserer Beziehung. Im Gegenteil ich habe das eher als Möglichkeit gesehen uns die Sicherheit zu geben, die wir zu dem Zeitpunkt nach so kurzer Zeit eben noch nicht hatten. Ist ja was anderes als in einer langjährigen Beziehung oder einer Ehe. Eigentlich wollte ich aus dieser Situation die Erfahrung schaffen das auch Unsicherheiten ihren Platz haben und ernst genommen werden, deswegen war es mir wichtig mit ihm über die Beweggründe zu sprechen, ich hätte da gerne ein Erlebnis gehabt sich gegenseitig Sicherheit zu geben.
Ja....war dann leider ganz anders
😅 Für mich ist es also nicht einfach "Der Mann fordert einen Vaterschaftstest und unterstellt der Frau damit unehrenhaftes Verhalten". Ich frage mich lieber was diese Unsicherheit oder Zweifel überhaupt erst auslösen und wieso ein Test an der Stelle so verkehrt sein soll oder persönlich genommen werden muss.