Grace_99
Gast
ich bin in Therapie, weil ich nach der Trennung Ende 2014 in eine leichte Depression gerutscht bin und aus dem Loch nicht mehr heraus kam. Ich habe vor vielen Jahren eine Therapie bei der Dame gemacht und sie kennt mich sehr gut und hat mir damals gut helfen können; daher hatte ich mich wieder an sie gewandt.
Die Diagnose hat etwas mit Selbstbild / Selbstliebe / Verlust zu tun - an diesem Thema arbeiten wir u. a.
Mein Freund weiß von der Therapie, aber ich spreche nicht darüber, nur wenn er fragt wie es war, sage ich wahrheitsgemäß "anstrengend / ging so / gut". Ich möchte (noch nicht?) mit ihm über Details reden.
Bücher sind nicht so meine Sache - nicht weil ich nicht gern lese - ich lese für mein Leben gern - aber ich muss Dinge plastisch verstehen können, muss sie besprechen, brauche Austausch - das klappt in der Therapie sehr gut.
Gestern hat mir meine Therapeutin z. B. meine jetzige Situation mit dem Bild erklärt: Ein Abgrund. Über dem ist aber eine Brücke und über die muss ich gehen - ohne Navi, ich ganz allein, Schritt für Schritt. Nur sehe ich diese Brücke nicht - sie ist aber da. Damit kann ich was anfangen.
"Witzigerweise" habe ich ihr gesagt, dass ich gern hätte, dass sie vor mir geht, mich an die Hand nimmt (also über diese Brücke). Ich finde, dass sagt sehr viel darüber aus, was ich brauche. Nur, ich muss meinen Weg ja allein gehen.