skully
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In fast allen Punkten, nein, in allen gebe ich dir absolut Recht. Es sit aber manchmal wirklich schwer, sich aus allem komplett raus zu halten. Da ging es z. B. kürzlich darum, dass sie "vergaß" den von hm gezahlten Unterhalt beim JC an zu geben und zu viel leistung bezogen hat, die sie aber jetzt nicht zurück zahlen kann. Also macht sie "klopf, klopf" an seine Tür (und an seinem mageren Geldbeutel). Da kam es zum Streit, er erzählte mir davon und war total frustriert.
Dann kam ein Brief vom FA, in dem 1.000 Euro Steuernachzahlung verlangt wird. Der Breif gerichtet an die Eheleute, die aber längst geschieden sind. Das hat er erst nicht verstanden, dann ärgerte er sich, dass da wohl was nicht angekommen ist beim Amt.
Solche Dinge bekomme ich mit und versuche ihm guten Rat zu geben, was er tun kann,. Ich habe ihm vor allem gesagt, dass er selbst etwas unternehmen muss und sich nicht daruaf verlassen soll, was SIE dem JC oder dem FA angeblich meldet oder nicht meldet.
Tja, was das trinken betrifft. Ich könnte dir ausführlich sagen, warum ich das zumindest ansatzweise nachvollziehen kann, dass das passiert ist: Seine Kindheit war von Gewalt durch den Stiefvater geprägt, die Mutter auch Alk.. Auf eigenen Wunsch hat er sich mit 10 Jahren in ein Heim bringen lassen und wuchs dort auf. Da er nicht nur in einem Heim war, sondern mehrfach "umziehen "musste, war sein sozialer Hintergrund nicht immer ideal. Er hatte keinen Schulabschluss, mit 18 wurde er für 3 Jahre obdachlos, es folgte eine Knastkarriere (5 Jahre). Als er endlich wieder bodenständiger wurde, heiratete, Kinder bekam, einen Job hatte ...nahm er trotzdem längst Antidepressiva (mehrere Kindheitstraumata, die ihn nachts bis heute unruhig schlafen lassen). Kurz bevor er diese dann absetzen sollte, da sein Leben endlich geregelt verlief, reichte seine Frau die Scheidung ein - wegen eines anderen. Anschließend kam es eben zu dem "Alk. am Steuer" Vorfall, bei dem er auch erwischt wurde. Eigentlich hätte es nur ein paar Monate Führerscheinentzug bedeutet, aber da er aus Angst, seinen Job zu verlieren dann noch sehr unverschämt zum Polizisten wurde, musste er mit auf die Wache. Dort wurde dann auch ne Blutprobe entnommen. Dummerweise hatte er zuvor am Ort des Geschehens noch getrunken, weshalb der Alk. bis zur Wache noch anstieg. Naja, es gibt nix zu entschuldigen, das weiss er, aber einiges ist echt blöd gelaufen in seinem Leben. Er hat keine Familie mehr. Der Stiefvater verschwunden, die Mutter in der eigenen Wohnung verbrannt. Das alles ist sehr lange her, aber ich kann mir vorstellen, das sowas einen Menschen sehr prägt.
Ich will nichts entschuldigen und das tut er auch nicht. Aber er ist wirklich sehr liebevoll, warmherzig und ehrlich zu mir. Keine Ahnung, wie ein Mensch trotzdem so werden kann...