So nach einem viertel Jahr Pause, kann ich mich mal wieder mit (nicht so tollen) Neuigkeiten melden. Das Thema mit meiner (Ex-)Frau hatte ich zum Glück schneller überwunden und abgeschüttelt als erwartet.
Aber nun ein neues Dilemma…
Um Weihnachten 2025 herum, kam ich durch Zufall wieder in Kontakt mit einer langjährigen, flüchtigen Bekannten. Wir hatten die ganzen Jahre über ganz selten mal schriftlichen Kontakt (durch ihren Umzug Jahre zuvor ca. 250km Distanz), jedoch immer über völlig belanglose Dinge oder zu besonderen Anlässen (Geburtstag, Weihnachten, Jahreswechsel, Geburt der Kinder etc.). Ich hatte im Spätsommer/Herbst immer wieder mal Bilder und Sprüche in ihrem Whatsapp-Status gesehen, die darauf hindeuteten, dass es bei ihr und ihrem Partner auch nicht rund läuft. Es war mir aber auch zu blöd nachzufragen, da wir ja sonst kaum Kontakt hatten. Nach den besagten Weihnachtsgrüßen und anfänglichem Smalltalk, kamen wir immer weiter und tiefer ins Gespräch. Irgendwann habe ich dann doch mal nach ihrer Partnerschaft gefragt. Sie waren zu dem Zeitpunkt bereits ein halbes Jahr getrennt und sie erzählte mir ihre ganze Geschichte. Nachdem sie mir die Gegenfrage stellte, habe ich ihr meine Geschichte erzählt.
Wir konnten uns beide sehr gut in die Lage des anderen versetzen und haben uns gegenseitig viel gestützt und aufgebaut. Gerade sie hat immens viel Zeit, Kraft, Geduld, Worte und Emotionen investiert, um mich aus meiner noch schwierigen Phase mit meiner Ex-Frau heraus zu holen. Ein gewisses Eigeninteresse ihrerseits konnte man da nicht abstreiten. Immer wieder betonte sie, wie gut wir uns gegenseitig tun.
Der Kontakt wurde immer mehr und immer intensiver. Das Ganze hat sich dann sehr schnell in eine Richtung entwickelt, die wir beide niemals für möglich gehalten hätten; es sind beidseitig Gefühle füreinander entstanden. Nach wochenlangem Schrift- und Telefonverkehr, haben wir uns dann Ende Januar bei ihr zu Hause getroffen. Zwei Wochen später habe ich sie erneut besucht, sogar über 5 Tage. Alles war so wunderbar offen, ehrlich, kommunikativ, respektvoll, wertschätzend, locker und leicht.
Eines Tages schrieb sie mir, dass sie gerade durch eine ganz banale Alltagssituation eine Panikattacke bekommen hatte, die sie an all das negative mit ihrem Ex Partner erinnert hat und dass sie die Vergangenheit in dem Moment eingeholt hat. Sie hatte während der Panikattacke auch das Gefühl, er würde plötzlich neben ihr stehen. Sie sagte auch, dass sie dieser Vorfall ziemlich runter gezogen hätte, da sie dachte, psychisch viel weiter zu sein. Da ich an diesem Abend spät nach Hause kam, telefonierten wir am nächsten Abend über diesen Vorfall. Nach dem Telefonat kam noch eine Nachricht, dass sich zwischen uns und an unserem Status nichts ändern wird und dass ich mir keine großen Gedanken um sie machen soll, es sei mittlerweile wieder alles in Ordnung bei ihr und sie könne damit umgehen.
Die folgenden Tage verliefen wie immer mit viel Kontakt, den selben Bezeichnungen und Worten füreinander, mit viel Gefühl und Humor, Nachrichten mit vielen eindeutigen Emojis etc., also schien alles bestens zu sein. An Tag 2 nach dem „Vorfall“ sagte sie noch, dass wir am folgenden Wochenende unbedingt die Planung für die Osterfeiertage besprechen müssten. An Tag 4 nach der Panikattacke sprachen wir noch über das kommende Wochenende, an dem sie mich besuchen wollte und was wir dann so alles unternehmen wollen. Sie sagte, sie freue sich schon sehr darauf und hoffe dass die Woche schnell vorüber geht. An Tag 5 nach der Attacke, war sie plötzlich anders. Es kamen kaum Nachrichten und wenn, nur kurz, knapp und sehr emotionslos. Da sie in der Phase massiven beruflichen Stress und Druck hatte, dachte ich mir erstmal nichts böses dabei, im Gegenteil, ich versuchte noch sie zu ermutigen und zu bestärken. Nachmittags schrieb sie dann, ob wir abends telefonieren könnten. In diesem Telefonat teilte sie mir dann aus heiterem Himmel mit, dass sie nicht so fühlen würde wie ich und dass sie sich generell nicht mehr binden möchte und auch sehr zufrieden mit ihrem Leben sei, so wie es ist.
Hierzu gab es vorab jedoch wie erwähnt keinerlei Anzeichen. Im Gegenteil, es kamen immer wieder sehr deutliche Signale und Aussagen in der sie ihre Gefühle und Wünsche nach einer gemeinsamen Zukunft ausdrückte, wie z.B.
· Sie sprach als erste davon sich verliebt zu haben
· Sie hat mich zuerst geküsst
· Sie sprach als erste von einer Partnerschaft
· Sie sprach davon miteinander weiter zu wachsen und zu heilen
· Sie hat mich immer wieder in mittelfristige Zukunftsentscheidungen mit eingebunden
· Sie hat mich wochenlang bekniet, sie in ihren bereits gebuchten Sommerurlaub zu begleiten bis ich endlich nachgebucht habe
· Sie hat mich ihrem kleinen Sohn vorgestellt, in dessen Leben sie sonst niemanden einfach so rein lässt
· Sie wollte auch unbedingt schnellstmöglich meinen Sohn kennen lernen und immer wieder betont was für ein wundervoller Vater ich sei
· Sie hat mich wochen- und monatelang in den Himmel gehoben, mir die ganze Welt versprochen und betont wie glücklich sie mit mir sei und dass sie noch nie von jemandem so angesehen, respektiert und wertgeschätzt wurde und dass sie sich noch nie bei jemandem so sicher, aufgehoben und angekommen gefühlt hätte
· Sie sagte immer wieder, was für ein unfassbar attraktiver Mann ich für sie wäre
· Sie sagte, es sei kein Wunder dass sie mich so spät gefunden hätte, denn das Beste kommt ja immer zum Schluss
· Sie sagte, dass ich zwar nicht ihr erster wäre, aber dass sie mir versprechen könne, dass ich ihr letzter sein werde
· Sie sagte immer wieder, dass sie mich niemals wieder verlieren möchte und egal was kommt niemals aufgeben wird
· Der krasseste Moment: Da wir beide je ein Kind haben, waren wir uns von Anfang an einig, dass für uns das Thema Kinderplanung abgeschlossen ist. Eines Abends standen wir auf ihrem Balkon und sie sagte zu mir, wenn es weiter so gut laufen würde bei uns, ob wir uns zu gegebener Zeit bitte doch nochmal über ein gemeinsames Kind unterhalten könnten
Und dann heißt es von heute auf morgen: Sorry, ich fühl doch nicht so und möchte mich nicht binden? Was muss mit jemandem passieren um plötzlich so eine 180 Grad Kehrwende zu machen? Kann ein solch krasser Wandel allein von der besagten Panikattacke kommen? Bindungsangst, Verlustängste etc.? Schutzreaktion?
Natürlich tut es verdammt weh, aber ich respektiere und akzeptiere ihre Entscheidung natürlich, etwas anderes bleibt mir ja auch gar nicht übrig. Jedoch ist und bleibt es mir völlig schleierhaft wieso sie plötzlich das genaue Gegenteil von dem will, tut und sagt, was wochenlang völlig anders war…