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Die Veränderungen nach dem Tiefpunkt - Eure Erfahrungen

Deion

Zitat von Kerstin_2016:
Beim Betrachten meiner Zeilen stelle ich dann doch fest: ich bin generell lieber allein; wüßte aber nicht wie ich das begründen sollte. Ja, es ist eine weitere Veränderung nach dem Tiefpunkt. Schlecht geht es mir jetzt nicht mit der Erkenntnis, jedoch werde ich die Tage da noch mal genauer nachsehen. Gefühlt hat das nichts mit Vertrauen zu tun, bauchtechnisch würde ich behaupten: ich möchte einfach Ruhe und Zeit für mich. Ich habe meine wenigen, aber guten Freunde und das reicht mir an Gesellschaft.



Ich sehe das im Prinzip sehr ähnlich. Parties, Veranstaltungen mit Massencharakter o.ä sind auch nicht so mein Ding, gut von Messen, Börsen o.ä. abgesehen, da ist so etwas aber ja normal.

Meine letzte Betriebsfeier ist schon über 25 Jahre her, da kann ich nicht mitreden.

Seit der Trennung/Scheidung hat sich enorm viel verändert bei mir. Manches zum Guten, aber eben auch manches zum nicht so schönen. Ich denke, man muss auch bereit sein, Veränderungen in beiden Richtungen zu akzeptieren und für sich den Mittelweg, der am besten ist, zu wählen.

Davon abgesehen, manches ist auch eine logische Konsequenz der neuen Lebensumstände (bei mir z.B.: Früher, auch aufgrund des großen Hauses und des Gartens, war oft viel Besuch da, von Klein bis groß. Heute lebe ich in einer kleinen 2-Zimmer-Mietwohnung, habe nicht mal einen Balkon, mitten in der City. Anderes Leben, andere Umstände). Damit komme ich jedoch sehr gut klar, denn ich habe die jetzige Wohnsituation bewusst gewählt, weil mir aufgrund meiner eigenen persönlichen Umstände da nur ein gewisser Vorgaberahmen gestellt war. Daraus habe ich und versuche ich das beste zu machen.

Hier in Bremerhaven finden viele Events und Veranstaltungen statt. Wäre ich ne "Partymaus", ich könnte locker jeden Tag auf die Piste gehen. Zum einen geht das jedoch ins Portemonnaie, andererseits wäre mir das auf Dauer auch zu "anstrengend". Viele Menschen mit allem Drum und Dran können anstregend sein, sehe ich ja auch bei meinem aktuellen Job. Die Ruhe daheim (my home is my castle) ist da ein guter Gegenpol.

Insofern kann ich Deine Gedankengänge, lieber @Kerstin_2016 , sehr gut nachvollziehen.

L.G.

22.09.2018 08:41 • x 1 #16


Kerstin_2016

Kerstin_2016


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Zitat von Deion:
Die Ruhe daheim (my home is my castle) ist da ein guter Gegenpol.


Da sagst Du etwas

Mein Haus = meine Heimat = meine sichere Burg.
Ich habe mich noch niemals so "angekommen" gefühlt wie in meiner neuen Bude. Es hat Monate gedauert. Anfangs dachte ich: uff, das wird hier nicht wirklich was. Mittlerweile betrete ich nur das Grundstück und ich fahre runter, fühle mich sicher, aufgehoben, geborgen und angenommen von diesen Wänden. Mein Reich was ich abgöttisch liebe und sehr zu schätzen weiß.
Mein Job ist nicht ganz ohne, daher trifft das mit dem Gegenpol sehr gut zu. Es stellt sich mir grad die Frage, ob ich deswegen lieber allein mit mir bin, gerade weil ich mir hier so superdolle wohl fühle. (Die Kids übrigens auch). Meine mir wichtigen Menschen lasse ich sehr gerne hier herein, alle anderen brauche ich nicht hier haben und will ich ein Stück weit auch nicht.

Auch eine Konsequenz der neuen Lebensumstände . . .richtig. Von der Seite aus habe ich das noch nicht so bewusst betrachtet.

Ja, doch. . .das fühlt sich gerade strimmig an
Danke für Deine Zeilen, das hat mich in eine interessante Blickrichtung gebracht

22.09.2018 08:59 • x 1 #17


solonely

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@ Kerstin 2016
Ich verbringe gerne Zeit mit mir selbst und bezeichne das als "Qualitätszeit"
Als Ausgleich zum Job bin ich gerne draußen : Rad fahren, wandern , fotografieren - da komme ich zur Ruhe wenn ich alleine bin.
Gruppenberieselung wäre da störend.
Beim Lesen benötige ich ebenfalls keine Gesellschaft
Alleine sein zu können empfinde ich als herausragende Eigenschaft - gerade in einer Zeit wo viele Menschen die ach so tolle Gruppendynamik eher als Außendarstellung nutzen

22.09.2018 09:24 • x 1 #18


Kerstin_2016

Kerstin_2016


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Aus einem anderen Beitrag:
Zitat von Kerstin_2016:

Vielleicht als Ansatz:

Vergib anderen nicht, weil sie Vergebung verdient haben, sondern, weil Du Frieden verdienst.
Denn vergeben bedeutet nicht zu vergessen. Es bedeutet sich zu erinnern und dann loszulassen.


Jetzt musste ich glatt selbst daran denken.
Manchmal bin ich mir selbst gegeüber noch recht misstrauisch unterwegs. Fühle ich das wirklich? Bin ich wirklich drüber weg? Immer mal wieder zwischendurch aus dem Nichts.

Nun kamen gerade zwei Lieder im Radio, fast in Folge, die es früher in sich hatten. Das eine Lied verband mich mit dem Forengrund. Kam das Lied wurde es ein paar Sekunden per Voice aufgenommen und dem jeweilig anderen rübergeschickt. Dieses Lied steht irgendwie für den Beginn für das "was immer wir da hatten". Das andere Lied ist etwas, was ihm, aus damaliger Sicht, hätte persönlich gewidmet sein können. Vor zwei Jahren habe ich Musik generell vermieden, vor einem Jahr habe ich den Sender umgestellt oder das Radio ausgemacht.Und jetzt?
Ich habe das erste Mal seitdem wieder den beiden Liedern zugehört, versucht die Texte zu verstehen, das mit ihm in Verbindung zu bringen und zu fühlen. Ich fühlte Nichts was ich mit ihm in Verbindung bringen könnte. Ich mag die Lieder noch immer. . .
Naja, und nun schmunzel ich, weil ich mir mein oben Geschirebenes selbst bestätigen konnte. Erinnern tu ich mich, losgelassen habe ich auch.
Warum? Ich denke deswegen::
Manchmal beginnt ein neuer Weg nicht damit Neues zu entdecken, sondern damit, Altbekanntes mit ganz anderen Augen zu sehen.

Und so ist es, ich sehe die beiden Lieder mit anderen Augen.

Ich kann Musik wieder geniessen. Eine Veränderung die ich sehr geniesse

27.09.2018 11:52 • x 2 #19


Kerstin_2016

Kerstin_2016


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Wertigkeiten/Qualität und die inneren Kinder

Ich stelle fest, dass die Akzeptanz und die Beziehung zu meinen inneren Kindern sich verändert hat. Ich bin diesen nicht mehr unbewusst "ausgeliefert", sondern kann bewusst die Rolle der Erwachsenen übernehmen. Auf unterschiedlichen Wegen. Die schriftliche Unterhaltung ist aktuell die effektivste Möglichkeit, ein Thema zwischen uns zu klären. Habe ich kein Blatt Papier da (so wie gestern Abend), dann schnappe ich mir das Handy und nehme die Memo-App.
Es erstaunt mich doch irgendwie, wie viel ich mit den Worten klären kann und wie ruhig ich werde, wenn ich die inneren Kinder als solche auch behandel. Verständnis, Tolleranz, Akzeptanz, jedoch mit Grenzen, die ICH jetzt aufzeige. Liebevoll und mit Nachdruck. Die Wertigkeiten habe sich hier geändert. In der Regel habe ich das "Aufmucken" meiner inneren Kinder in der Vergangenheit gesucht. Jetzt war es, dass ich das nicht mehr hinterfragt habe (warum das nun so ist), ich habe einfach agiert. Ich freue mich auch ziemlich, dass ich mittlerweile sofort merke, wer da in mir agiert : das Kind oder die Erwachsene. Ich kann unglaublich schnell und zuverlässig darauf eingehen und entsprechend handeln. Das gibt mir Frieden.

Nichts desto trotz habe ich wieder etwas dazu gelernt. Die Situation selbst (auf Grund dessen sich das innere Kind zu Wort gemeldet hatte) konnte ich geniessen und annehmen. Die "Qualität" war absolut OK für mich, ich stellte aber fest, dass es nicht das ist was ich will bzw. nicht das ist, was ich mir in Regelmäßigkeit vorstelle. Darin finde ich keine Erfüllung. Nicht auf Dauer, nicht in der Qualität. . .

Zudem wurde ich von außen wieder mit der Frage konfrontiert, warum eine Frau wie ich noch immer Solo ist. Vielen Dank, ich nehme das als Kompliment gerne an, Frage mich allerdings, warum das so interessant ist. Denn auf meine Antwort hin, dass ich nicht suche, mich wohl fühle und ich, für mich, noch nicht alle Ansprüche geklärt habe. . .kamen Aussagen wie: der richtige wird noch kommen, auch du wirst noch jemanden finden, ect.pp
Da stelle ich mir die Frage, was strahle ich aus, bzw. was kommt bei anderen an?! Sind das Standardfloskeln, weil mit meinen Antworten keiner etwas anfangen kann?! Das vermute ich mittlerweile, denn Bedürftigkeit kann ich nicht ausstrahlen. Ich habe nämlich keine

Alles in allem wieder tolle Erlebnisse nebst Erkenntnissen zu und über mich selbst. Schön, dass ich das für mich "verwerten" kann und ich mich so weiter entwickeln kann.

30.09.2018 12:44 • #20


Tiefes Meer

Tiefes Meer

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Zitat von Kerstin_2016:
Denn auf meine Antwort hin, dass ich nicht suche, mich wohl fühle und ich, für mich, noch nicht alle Ansprüche geklärt habe. . .kamen Aussagen wie: der richtige wird noch kommen, auch du wirst noch jemanden finden, ect.pp

Den Teil kenne ich persönlich für mich von Verpaarten . Die eigene aktuelle Lebenssituation wird als höherwertiger gesehen als die eines Alleinstehenden . Ohne hinterfragen und egal, wie sehr es womöglich hinter der Beziehungsfassade knirscht . Hat was von mein Auto, mein Haus etc. Soll heißen - Du strahlst aus, dass Du gut mit Dir klarkommst und bekommst zurück ein "mir geht es besser. Weil ich habe ja einen Partner .... ". Das ganze verpackt in einem mitfühlenden "Bei Dir kommt auch noch der Richtige" . Is' klar .

30.09.2018 13:08 • x 2 #21


Kerstin_2016

Kerstin_2016


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Aus einem anderen Beitrag.

Zitat:

ehrlich gesagt hätte ich das nie erwartet
NIE!



Dazu fällt mir auch eine Veränderung ein. Noch nicht ganz verinnerlicht, dennoch in (meinen) "Krisen-Situationen" etwas was ich versuche zu bedenken:

Meine Erwartungen und damit verbundene Hoffnungen.

Sie decken sich in der Regel nicht unbedingt mit denen von meinem Gegenüber. Daher gehe ich dann auch in die andere Sichtweise. Ist schwer, weil diese ja auch nur aus meiner Wahrnehmung heraus gebildet wird. Jedoch gibt es mir die Möglichkeit (wenn ich keinen "passenden" Gesprächspartner habe) einen anderen Blickwinkel einzunehmen. Dabei versuche ich bei mir selbst zu bleiben.

Als Beispiel: Enttäuschungen.
Enttäuscht bin ich, wenn meine Erwartung,mein Wunsch oder meine Hoffnung nicht erfüllt werden. Oder ist eine Kombi aus allem. Daher gönne ich mir einen Blick hinter meiner eigenen Einstellung. Manchmal passe ich sie an, manchmal bleibe ich dabei. . . Beides gibt mir aber meinen Frieden, weil ich damit auch dahinter stehen kann. Gleichzeitig respektiere ich damit auch die Einstellung meines Gegenübers. Kann ich damit "nicht leben" bzw. ist es ein Kompromiss mit dem ich persönlich nicht umgehen will, ziehe ich meine Konsequenzen. Diese können dramatisch sein oder weniger spektakulär

Ebenso mache ich das mit Verletzungen.
Ich sage nicht, dass ich verletzt wurde. Ich bin dazu übergegangen zu sagen, dass ich mich verletzen lassen habe. Und schaue dann halt, was der Grund ist. Also warum verletzt mich das jetzt?!
Meist finde ich ein altes Muster, was ich bereits aufgebröselt habe, die Erkenntnis dazu aber noch nicht in jeder Faser meines Körpers angekommen ist. Die Erkenntnis reixht und die Verletzung löst sich in Luft auf. Habe ich keine Erkenntnis dann bohre ich auch schon mal weiter um diese dann herauszufinden.
Und ganz manchmal belasse ich es dabei, und schaue nicht weiter. Dann bin ich halt verletzt und fertig. In der Regel hängt es mit meinen Wertvorstellungen zusammen und davon weiche ich halt nicht wirklich gerne ab, nur weil Mal das Gefühl dazu nicht so passt.

Alles in allem kann ich sagen, dass ich dadurch weniger in diesen negativen Gefühlen unterwegs bin ohne wirklich von meinen Standpunkten gänzlich abzuweichen.

01.10.2018 16:04 • #22




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