Hey,
. . . eine Jahresbilanz könnte rufen

Mein Beitragstart ist fast ein Jahr her. Eine Userin hat heute einiges mit einem "Danke" beglückt und mir ist es ein Bedürfnis gewesen noch einmal zu lesen und zu verstehen, was ich in diesen einzelnen Beiträgen geschrieben habe.
WOW.
Da kommen Erinnerungen hoch und Gedanken an eine Zeit die zwischen aussichtlos und glückseelig kaum unterschiedlicher sein könnten. Innere Kämpfe, horrendes Kopfgewirr, Millionen Fragezeichen, Unsicherheiten, Ängste, Tränen und und und. . .
Was für Erfahrungen und Änderungen habe ich noch erlebt in diesen Monaten?! Es gibt hier und da Situationen, die mir in den Kopf kommen, die ich hier im Forum gelassen habe, nur nicht in diesem Beitrag.
Vielleicht fragt sich der eine oder andere User auch warum ich noch immer hier bin, wenn es mir doch gut geht. Darauf könnte ich nur antworten: hier ist mein emotionales zu Hause in Kombination mit einer tiefen Verbundenheit den Usern hier gegenüber. Hier konnte hier immer reingeschossen kommen und ich wurde aufgefangen. Ich habe hier Blickwinkel, Wahrnehmungen, Ratschläge und einen vor den Bug bekommen, wie ich es mir von meiner Familie gewünscht hätte oder von Freunden. Völlig egal welch emotionales Desaster ich im Gepäck hatte, dieses Forum war und ist für mich da. Und wenn ich nur einem einzigen User das an Hilfe und Ratschlägen wieder geben kann, dann kann ich ansatzweise das zurück geben was ich hier selbst erfahren durfte.
Und was ich bereits schrieb: ich verzeihe, vergesse aber nicht.
So auch mit dem Forengrund. Seit ca. Mai 2018 habe ich Nullkontakt "veranlasst". Mittlerweile hätte ich nichts dagegen, wenn wiruns wieder über den Weg laufen würden. Ich habe ihn (mittlerweile wieder ^^) lieb und ich will die Zeit gar nicht vergessen. Wir hatten tolle Momente und auch wenn mir das alles den Boden unter den Füßen weggerissen hat, so möchte ich auch diese Zeit nicht mehr missen. Denn damit bin ich zu dem Menschen geworden, der ich heute bin und ich finde mich klasse so

Ja, mein Forengrund hat mich gefordert, aber auch gefördert. Ich bin ihm nicht wirklich dankbar, das alles so gelaufen ist, dennoch bin ich mir selbst dankbar, dass ich dann doch die Kurve bekommen habe und die Chance genutzt habe aus mir einen anderen Menschen zu machen.
Zusammen mit der Entscheidung den Kontakt zu meiner Mutter ebenfalls abzubrechen, tat sich mir eine neue Welt auf, die es galt zu erkunden. Ich habe das Laufen gelernt, ich habe gelernt mich abzunabeln und ich habe gelernt die Verantwortung für mich allein zu tragen. Was meine Mädels bereits jetzt lernen, habe ich erst jetzt gelernt. Besser spät als nie

Ich stelle mich jetzt auch nicht hin und sage: heyyyyy . . .krass cool schicky alles.
Nein, das ist es nicht. Dennoch finde ich mich im Alltagswahn wieder. Diesen alltäglichen Kram den ich mir vor zwei Jahren so sehr gewünscht habe. Dieser unbändige Wunsch ein Leben zu führen mit dem ganz normalen Wahnsinn, der weit ab von psychischen Schwierigkeiten ist. Und das habe ich nun. Meine seltenden schlechten Tage nehme ich meist wie einen Regenschauer dahin. Ist halt mal so, basta.
Und aktuell?
Rührt sich was. Ich möchte nicht sagen, dass ich unzufrieden bin. Nein, das wäre der falsche Ausdruck. Ich bin "seltener" glücklich als noch vor wenigen Wochen. Einen Anspruch darauf möchte ich nicht formulieren, dennoch werde ich skeptisch, weil dieses Hochgefühl über Monate hinweg zu meinem Alltag gehörte. Nun ebbt es ab und die Situation ist neu für mich. Ich male nicht gleich die Teufel an die Wand, sondern warte geduldig ab bis Kopf, Herz und Bauch sich einig sind, was ich ändern kann. Gedanklich kann ich es aktuell nicht wirklich zu fassen kriegen. Das Gefühl kenne ich aber aus den schlimmen Tagen und weiß daher, dass ich dann einfach noch nicht so weit bin, mich damit intensiver auseinander zu setzen. Daher ist nun erst einmal warten angesagt bevor ich mit wilden Aktionen versuche etwas herauf zu beschwören. Ich vertraue mir das selbst und ich vertraue dem Verlauf. In dem Problem liegt bereits die Lösung

Und ja, auch ich habe imme rnoch Situationen wo ich wehmütig werde. Das geht aber über die komplette Palette und beschränkt sich nicht allein auf den Forengrund. Da wird dann alles hin und wieder mal abgeklappert. Mutter, die Kinder, die urplötzlich so groß sind, meine Ehe oder ganz simpel eine Einladung zur Goldenen Hochzeit, weil ich wieder eine Feierlichkeit ohne Partner habe. Klar wäre es schön diese Feier mit (m)einem Vertrauensmenschen zu besuchen. . .da spreche ich mich nicht von frei. Entsprechend gehören auch solche Momente zu meinem erwünschten Alltag.
Aber alles in allem: meine Seele hat vor einiger Zeit angefangen zu vergessen und sorgt dafür, dass die schönen Momente wieder mehr in den Vordergrund rutschen. Ich finde das gut, denn mein Hirn sorgt schon für die nötigen Erinnerungen um mich niemals wieder derart selbst zu verlieren.
Ich arbeite weiter an und mit mir
