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Die Veränderungen nach dem Tiefpunkt - Eure Erfahrungen

Deion


Zitat von Kerstin_2016:
Beim Betrachten meiner Zeilen stelle ich dann doch fest: ich bin generell lieber allein; wüßte aber nicht wie ich das begründen sollte. Ja, es ist eine weitere Veränderung nach dem Tiefpunkt. Schlecht geht es mir jetzt nicht mit der Erkenntnis, jedoch werde ich die Tage da noch mal genauer nachsehen. Gefühlt hat das nichts mit Vertrauen zu tun, bauchtechnisch würde ich behaupten: ich möchte einfach Ruhe und Zeit für mich. Ich habe meine wenigen, aber guten Freunde und das reicht mir an Gesellschaft.



Ich sehe das im Prinzip sehr ähnlich. Parties, Veranstaltungen mit Massencharakter o.ä sind auch nicht so mein Ding, gut von Messen, Börsen o.ä. abgesehen, da ist so etwas aber ja normal.

Meine letzte Betriebsfeier ist schon über 25 Jahre her, da kann ich nicht mitreden.

Seit der Trennung/Scheidung hat sich enorm viel verändert bei mir. Manches zum Guten, aber eben auch manches zum nicht so schönen. Ich denke, man muss auch bereit sein, Veränderungen in beiden Richtungen zu akzeptieren und für sich den Mittelweg, der am besten ist, zu wählen.

Davon abgesehen, manches ist auch eine logische Konsequenz der neuen Lebensumstände (bei mir z.B.: Früher, auch aufgrund des großen Hauses und des Gartens, war oft viel Besuch da, von Klein bis groß. Heute lebe ich in einer kleinen 2-Zimmer-Mietwohnung, habe nicht mal einen Balkon, mitten in der City. Anderes Leben, andere Umstände). Damit komme ich jedoch sehr gut klar, denn ich habe die jetzige Wohnsituation bewusst gewählt, weil mir aufgrund meiner eigenen persönlichen Umstände da nur ein gewisser Vorgaberahmen gestellt war. Daraus habe ich und versuche ich das beste zu machen.

Hier in Bremerhaven finden viele Events und Veranstaltungen statt. Wäre ich ne "Partymaus", ich könnte locker jeden Tag auf die Piste gehen. Zum einen geht das jedoch ins Portemonnaie, andererseits wäre mir das auf Dauer auch zu "anstrengend". Viele Menschen mit allem Drum und Dran können anstregend sein, sehe ich ja auch bei meinem aktuellen Job. Die Ruhe daheim (my home is my castle) ist da ein guter Gegenpol.

Insofern kann ich Deine Gedankengänge, lieber @Kerstin_2016 , sehr gut nachvollziehen.

L.G.

22.09.2018 08:41 • x 1 #16


Kerstin_2016


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Zitat von Deion:
Die Ruhe daheim (my home is my castle) ist da ein guter Gegenpol.


Da sagst Du etwas

Mein Haus = meine Heimat = meine sichere Burg.
Ich habe mich noch niemals so "angekommen" gefühlt wie in meiner neuen Bude. Es hat Monate gedauert. Anfangs dachte ich: uff, das wird hier nicht wirklich was. Mittlerweile betrete ich nur das Grundstück und ich fahre runter, fühle mich sicher, aufgehoben, geborgen und angenommen von diesen Wänden. Mein Reich was ich abgöttisch liebe und sehr zu schätzen weiß.
Mein Job ist nicht ganz ohne, daher trifft das mit dem Gegenpol sehr gut zu. Es stellt sich mir grad die Frage, ob ich deswegen lieber allein mit mir bin, gerade weil ich mir hier so superdolle wohl fühle. (Die Kids übrigens auch). Meine mir wichtigen Menschen lasse ich sehr gerne hier herein, alle anderen brauche ich nicht hier haben und will ich ein Stück weit auch nicht.

Auch eine Konsequenz der neuen Lebensumstände . . .richtig. Von der Seite aus habe ich das noch nicht so bewusst betrachtet.

Ja, doch. . .das fühlt sich gerade strimmig an
Danke für Deine Zeilen, das hat mich in eine interessante Blickrichtung gebracht

22.09.2018 08:59 • x 1 #17



Die Veränderungen nach dem Tiefpunkt - Eure Erfahrungen

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solonely


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@ Kerstin 2016
Ich verbringe gerne Zeit mit mir selbst und bezeichne das als "Qualitätszeit"
Als Ausgleich zum Job bin ich gerne draußen : Rad fahren, wandern , fotografieren - da komme ich zur Ruhe wenn ich alleine bin.
Gruppenberieselung wäre da störend.
Beim Lesen benötige ich ebenfalls keine Gesellschaft
Alleine sein zu können empfinde ich als herausragende Eigenschaft - gerade in einer Zeit wo viele Menschen die ach so tolle Gruppendynamik eher als Außendarstellung nutzen

22.09.2018 09:24 • x 1 #18


Kerstin_2016


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Aus einem anderen Beitrag:
Zitat von Kerstin_2016:

Vielleicht als Ansatz:

Vergib anderen nicht, weil sie Vergebung verdient haben, sondern, weil Du Frieden verdienst.
Denn vergeben bedeutet nicht zu vergessen. Es bedeutet sich zu erinnern und dann loszulassen.


Jetzt musste ich glatt selbst daran denken.
Manchmal bin ich mir selbst gegeüber noch recht misstrauisch unterwegs. Fühle ich das wirklich? Bin ich wirklich drüber weg? Immer mal wieder zwischendurch aus dem Nichts.

Nun kamen gerade zwei Lieder im Radio, fast in Folge, die es früher in sich hatten. Das eine Lied verband mich mit dem Forengrund. Kam das Lied wurde es ein paar Sekunden per Voice aufgenommen und dem jeweilig anderen rübergeschickt. Dieses Lied steht irgendwie für den Beginn für das "was immer wir da hatten". Das andere Lied ist etwas, was ihm, aus damaliger Sicht, hätte persönlich gewidmet sein können. Vor zwei Jahren habe ich Musik generell vermieden, vor einem Jahr habe ich den Sender umgestellt oder das Radio ausgemacht.Und jetzt?
Ich habe das erste Mal seitdem wieder den beiden Liedern zugehört, versucht die Texte zu verstehen, das mit ihm in Verbindung zu bringen und zu fühlen. Ich fühlte Nichts was ich mit ihm in Verbindung bringen könnte. Ich mag die Lieder noch immer. . .
Naja, und nun schmunzel ich, weil ich mir mein oben Geschirebenes selbst bestätigen konnte. Erinnern tu ich mich, losgelassen habe ich auch.
Warum? Ich denke deswegen::
Manchmal beginnt ein neuer Weg nicht damit Neues zu entdecken, sondern damit, Altbekanntes mit ganz anderen Augen zu sehen.

Und so ist es, ich sehe die beiden Lieder mit anderen Augen.

Ich kann Musik wieder geniessen. Eine Veränderung die ich sehr geniesse

27.09.2018 11:52 • x 2 #19


Kerstin_2016


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Wertigkeiten/Qualität und die inneren Kinder

Ich stelle fest, dass die Akzeptanz und die Beziehung zu meinen inneren Kindern sich verändert hat. Ich bin diesen nicht mehr unbewusst "ausgeliefert", sondern kann bewusst die Rolle der Erwachsenen übernehmen. Auf unterschiedlichen Wegen. Die schriftliche Unterhaltung ist aktuell die effektivste Möglichkeit, ein Thema zwischen uns zu klären. Habe ich kein Blatt Papier da (so wie gestern Abend), dann schnappe ich mir das Handy und nehme die Memo-App.
Es erstaunt mich doch irgendwie, wie viel ich mit den Worten klären kann und wie ruhig ich werde, wenn ich die inneren Kinder als solche auch behandel. Verständnis, Tolleranz, Akzeptanz, jedoch mit Grenzen, die ICH jetzt aufzeige. Liebevoll und mit Nachdruck. Die Wertigkeiten habe sich hier geändert. In der Regel habe ich das "Aufmucken" meiner inneren Kinder in der Vergangenheit gesucht. Jetzt war es, dass ich das nicht mehr hinterfragt habe (warum das nun so ist), ich habe einfach agiert. Ich freue mich auch ziemlich, dass ich mittlerweile sofort merke, wer da in mir agiert : das Kind oder die Erwachsene. Ich kann unglaublich schnell und zuverlässig darauf eingehen und entsprechend handeln. Das gibt mir Frieden.

Nichts desto trotz habe ich wieder etwas dazu gelernt. Die Situation selbst (auf Grund dessen sich das innere Kind zu Wort gemeldet hatte) konnte ich geniessen und annehmen. Die "Qualität" war absolut OK für mich, ich stellte aber fest, dass es nicht das ist was ich will bzw. nicht das ist, was ich mir in Regelmäßigkeit vorstelle. Darin finde ich keine Erfüllung. Nicht auf Dauer, nicht in der Qualität. . .

Zudem wurde ich von außen wieder mit der Frage konfrontiert, warum eine Frau wie ich noch immer Solo ist. Vielen Dank, ich nehme das als Kompliment gerne an, Frage mich allerdings, warum das so interessant ist. Denn auf meine Antwort hin, dass ich nicht suche, mich wohl fühle und ich, für mich, noch nicht alle Ansprüche geklärt habe. . .kamen Aussagen wie: der richtige wird noch kommen, auch du wirst noch jemanden finden, ect.pp
Da stelle ich mir die Frage, was strahle ich aus, bzw. was kommt bei anderen an?! Sind das Standardfloskeln, weil mit meinen Antworten keiner etwas anfangen kann?! Das vermute ich mittlerweile, denn Bedürftigkeit kann ich nicht ausstrahlen. Ich habe nämlich keine

Alles in allem wieder tolle Erlebnisse nebst Erkenntnissen zu und über mich selbst. Schön, dass ich das für mich "verwerten" kann und ich mich so weiter entwickeln kann.

30.09.2018 12:44 • #20


Tiefes Meer

Tiefes Meer


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Zitat von Kerstin_2016:
Denn auf meine Antwort hin, dass ich nicht suche, mich wohl fühle und ich, für mich, noch nicht alle Ansprüche geklärt habe. . .kamen Aussagen wie: der richtige wird noch kommen, auch du wirst noch jemanden finden, ect.pp

Den Teil kenne ich persönlich für mich von Verpaarten . Die eigene aktuelle Lebenssituation wird als höherwertiger gesehen als die eines Alleinstehenden . Ohne hinterfragen und egal, wie sehr es womöglich hinter der Beziehungsfassade knirscht . Hat was von mein Auto, mein Haus etc. Soll heißen - Du strahlst aus, dass Du gut mit Dir klarkommst und bekommst zurück ein "mir geht es besser. Weil ich habe ja einen Partner .... ". Das ganze verpackt in einem mitfühlenden "Bei Dir kommt auch noch der Richtige" . Is' klar .

30.09.2018 13:08 • x 3 #21


Kerstin_2016


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Aus einem anderen Beitrag.

Zitat:

ehrlich gesagt hätte ich das nie erwartet
NIE!



Dazu fällt mir auch eine Veränderung ein. Noch nicht ganz verinnerlicht, dennoch in (meinen) "Krisen-Situationen" etwas was ich versuche zu bedenken:

Meine Erwartungen und damit verbundene Hoffnungen.

Sie decken sich in der Regel nicht unbedingt mit denen von meinem Gegenüber. Daher gehe ich dann auch in die andere Sichtweise. Ist schwer, weil diese ja auch nur aus meiner Wahrnehmung heraus gebildet wird. Jedoch gibt es mir die Möglichkeit (wenn ich keinen "passenden" Gesprächspartner habe) einen anderen Blickwinkel einzunehmen. Dabei versuche ich bei mir selbst zu bleiben.

Als Beispiel: Enttäuschungen.
Enttäuscht bin ich, wenn meine Erwartung,mein Wunsch oder meine Hoffnung nicht erfüllt werden. Oder ist eine Kombi aus allem. Daher gönne ich mir einen Blick hinter meiner eigenen Einstellung. Manchmal passe ich sie an, manchmal bleibe ich dabei. . . Beides gibt mir aber meinen Frieden, weil ich damit auch dahinter stehen kann. Gleichzeitig respektiere ich damit auch die Einstellung meines Gegenübers. Kann ich damit "nicht leben" bzw. ist es ein Kompromiss mit dem ich persönlich nicht umgehen will, ziehe ich meine Konsequenzen. Diese können dramatisch sein oder weniger spektakulär

Ebenso mache ich das mit Verletzungen.
Ich sage nicht, dass ich verletzt wurde. Ich bin dazu übergegangen zu sagen, dass ich mich verletzen lassen habe. Und schaue dann halt, was der Grund ist. Also warum verletzt mich das jetzt?!
Meist finde ich ein altes Muster, was ich bereits aufgebröselt habe, die Erkenntnis dazu aber noch nicht in jeder Faser meines Körpers angekommen ist. Die Erkenntnis reixht und die Verletzung löst sich in Luft auf. Habe ich keine Erkenntnis dann bohre ich auch schon mal weiter um diese dann herauszufinden.
Und ganz manchmal belasse ich es dabei, und schaue nicht weiter. Dann bin ich halt verletzt und fertig. In der Regel hängt es mit meinen Wertvorstellungen zusammen und davon weiche ich halt nicht wirklich gerne ab, nur weil Mal das Gefühl dazu nicht so passt.

Alles in allem kann ich sagen, dass ich dadurch weniger in diesen negativen Gefühlen unterwegs bin ohne wirklich von meinen Standpunkten gänzlich abzuweichen.

01.10.2018 16:04 • #22


Kerstin_2016


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Ich bin aktuell etwas innerlicher wieder unterwegs.
Eine spannende Zeit liegt hinter mir und auch noch vor mir.

Im Gegensatz zu früher bin ich deutlicher geworden. Ich fackel quasi nicht mehr lange rum, sondern suche das Gespräch oder gebe Hinweise. Das "durch die Blume Gesabbel" schenke ich mir, damit ist niemanden geholfen. Natürlich schaue ich vorher wen ich da vor mir habe, dennoch kann ich sagen, dass ich klar formulierter zum Ausdruck bringe was ich gut oder nicht gut finde/fand.
Bisher habe ich auch nur einmal damit eine Bruchlandung hingelegt. Das lag jedoch mehr an mir als an meinem Gegenüber. Da lugte die alte Kerstin ein Stück wieder vor. Nach der Situation und mit Abstand betrachtet fiel es mir auf und in enigen Tagen habe ich ein Gespräch mit der Person darüber.

Ich scheue keine Konflikte mehr. Früher habe ich alles erdenkliche versucht diese zu umgehen. Bloss keine Unruhe stiften oder jemanden einen Grund geben mich vielleicht nicht mehr zu mögen (oder so). Heute suche ich Gesprächsmöglichkeiten bevor daraus überhaupt ein Konflikt entstehen kann. Neu für mich ist gewesen, dass ich da nicht alles in der Hand habe. Ich habe ernste Gespräche mit meinem Chef geführt, die, aus meinen Augen betrachtet, nicht wirklich was gebracht haben. Einerseits schade, weil es mich weiterhin unzufrieden machte, gut, weil es auf der anderen Seite "Nacharbeit" von mir bedarf da dran zu bleiben. Also in diesem Konflikt zu bleiben. Damals neigte ich dazu, wenn es ein Konflikt gab, dass ich zurück ruderte und es dann relativierte. Mir also wieder passend redete, damit es nicht mehr arg doof für mich persönlich war. Das mache ich heute nicht mehr und mein Chef ist quasi meine Trainingswiese, weil ich hier erstmals standhaft und überzeugt bleibe. Auch neu ist, dass ich die Wahrnehmung des Gegenübers besser sehen und annehmen kann. Ich bin also nicht nur in meiner Wahrnehmung unterwegs, sondern versuche die Wahrnehmung des Gegenübers auf- und anzunehmen.

Wie Eingangs erwähnt, haben Freundschaften eine andere Qualität für mich. Es ist noch nicht so, dass ich sagen kann, ich bin da super sattelfest unterwegs. Dennoch merke ich und lebe ich vor allem, dass Freundschaften nicht das Maß aller Dinge sind. Früher habe ich mich gerne daran "bewertet" oder ich war schnell eingeschüchtert, wenn meine Erwartungen nicht erfüllt wurden. Seitdem ich meine Erwartungen angepasst habe, lebe ich deutlich ruhiger. Ich habe eine sehr gute Freundin mit der ich allerdings nur wenig Kontakt habe. Heute ist das in Ordnung für mich, früher undenkbar. Wir verstehen uns super, können offene und ehrliche Gespräche führen, engen uns aber nicht ein und lassen jedem den Raum, den er braucht. Wir haben beide Familien, sind beruftätig und haben eine Menge um die Ohren. Dennoch sind wir ein super Team
Andere Freundschaften haben sich nicht als solche herausgestellt, entsprechend habe ich mich zurückgezogen und habe damit kein Problem. Früher wäre ich am Boden gewesen, heute schenke ich dem ein Lächeln und gut ist. Passt halt nicht immer alles und manchmal zeigen neue Situationen erst auf, was man an dem Gegenüber realisitisch hat.
Ich bin sporadisch in einer Clique. Ich hatte das Bedürfnis dort integriert zu werden. Es hat nicht geklappt. Ich habe ein paar Tage meine Wunden geleckt und dann war auch schon wieder gut. Kontakt habe ich noch immer, zusammen feiern ist machbar. . .alles darüber hinaus, schaffen sie auch ohne mich und das ist OK.

Mittlerweile lebe ich auch einfach nur. Mein Perfektionismus hat sich zurück gebildet im privaten Bereich. Das finde ich gut und entspannt ungemein. Neune mal gerade hängen lassen kann ebenso gut tun, wie auch schlicht Ärmel hochkrempeln und Dinge angehen. Es ist kein Machtkampf mehr zwischen mir und meinem inneren Schweinehund.

Das merke ich auch, weil ich verzeihlicher mir gegenüber geworden bin. Ich zerreisse mich nicht mehr in der Luft. Ich lasse mich auf Dinge ein die durch meine Erziehung ein NoGo waren oder die ich selbst nie eingehen wollte, weil es vielleicht unbekanntes Terrain war. Aktuell (er)finde ich mich neu in einem bestimmten Bereich. Es ist spannend, macht manchmal ein wenig Unbehagen . . .alles in allem lasse ich es aber auf mich zukommen. Vermutlich ist es eine weitere "Prüfung" quasi. Also ein weiterer Meilenstein der es mir ermöglicht zu schauen wie es mir damit geht und was ich daraus lernen kann. Normalerweise wäre die Angst schon ein Argument gewesen, es gar nicht erst zu versuchen. Das ist aber die alte Kerstin. Die heutige Kerstin schaut welche Möglichkeiten sich dadurch offenbaren können und ich habe keine Angst auf die Schnauze zu fallen. Und wenn schon. . .dann stehe ich halt wieder auf, denn ich kann nur "gewinnen"

Ich kann Grenzen mittlerweile nicht aufzeigen, sondern ich halte es auch durch diese zu wahren. Sogar mit einem guten Gefühl, denn ich stehe nun nicht nur zu 100% hinter meinen Kindern, sondern auch hinter mir selbst.

Ich bin seit einigen Wochen in der Lage sagen zu können, dass ich glücklich bin. Und ich habe oft ein Anflug von Gefühlen, die mir das bestätigen. Ich bin dankbar dafür und geniesse es ungemein

10.07.2019 12:53 • x 4 #23


Kerstin_2016


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Nun hat es mich auch einmal erwischt.
Optische Veränderungen nach harten Zeiten oder einer Trennung

Bereits in den letzten zwei Jahren habe ich immer mal wieder mit dem Gedanken gespielt meine langen Haare abzuschneiden.
Nun kam es wieder auf und ich habe mich (auch durch einen Beitrag hier) damit auseinander gesetzt, wie ich damals darüber gedacht habe und wie ich heute darüber denke : Sind lange Haare ein Attribut der Weiblichkeit oder gar das einzige Attribut!?

Und ja, vor etwa zwei Jahren war es DER Inbegriff für Weiblichkeit. . . Für mich.
Jetzt wieder ausgegraben habe ich darüber geschmunzelt. Natürlich ist das nicht so! Das galt damals auch nur für mich. Andere Frauen mit kurzen Haaren waren durchaus weiblich für mich.
Entsprechend habe ich meine Werte für Weiblichkeit neu sortiert. . . Für mich "geltend".

Warum bin ich also weiblich!?
Kurz um : weil ich so bin wie ich bin.

Die Haare sind ab und ich habe noch nie erlebt, dass man am nächsten Morgen mit einer ganz anderen Ausstrahlung aus dem Bett krabbeln kann. Ich strahle etwas aus, was ich vor langer Zeit das letzte Mal an und in mir gesehen habe. Ein tolles Gefühl!

Die Reaktion meiner Mitmenschen ist interessant. Die einen finden es super, die anderen nicht. Es gleicht sich in der Meinungsbildung eher aus. Und die Konsequenz? Ich bin derart zufrieden und überzeugt von meiner Entscheidung, dass es mich nicht berührt, wenn es Kommentare gibt, die weniger diplomatisch sind. Ich habe mich noch niemals derart mit einem Haarschnitt identifizieren können wie mit diesem. Vom ersten Blick in drn Spiegel an war das ich. Nichts Fremdes, nichts ungewohntes. Nur die helle Freude über meine Optik. Ich schaue gerne in den Spiegel und grinse jedes Mal. Ich gratuliere mir selbst zu der Entscheidung die ich vor ein paar Tagen traf.

Auf der anderen Seite schlage ich über die Stränge. Oder besser für die Erziehung die ich hatte, schlage ich quer in Sachen Geld ausgeben, Vergnügen und Neune gerade hängen lassen. Ich lebe unbewusst bewusst oder bewusst unbewusst. Wie man es nimmt. Dennoch schaffe ich die grad Wanderung zwischen Spaß, Verantwortung und Verpflichtung. So ganz komme ich damit noch nicht zurecht. Die alte Kerstin schielt manchmal mit den alten Mustern um die Ecke. Die inneren Kinder melden sich zu Wort. Eine Diskussion habe ich selten. Meist reicht ein freundlicher Blick oder ein nettes Lächeln und die inneren Kinder ziehen sich zufrieden wieder zurück.

Risiken gehe ich auch wieder ein. Also für mich sind es Risiken. Mit einem dieser Risiken diskutiere ich gerade allerdings. Bauch sagt : ups, pass auf. Kopf sagt: Warum? Herz sagt: denk an damals.
Ich kann noch nicht sortieren in welche Richtung es geht. Aktuell ist es zu händeln für mich. Nur wie lange noch!?
Ich weiß , dass ich nicht in mein Verderben laufe. Aufpassen kann trotzdem nicht schaden, daher nehme ich mein Bauchgefühl ernst. Ich warte geduldig ab, was sich da noch entwickelt.

Apropro entwickeln.
Der Stillstand ist von vor wenigen Wochen vorbei. Ein wenig geht es wieder voran. Grosse Schritte wird es auch nicht mehr in der Ladung geben wie vor Monaten noch. Es sind kleine Dinge die ich jetzt lerne oder mit mir ausmache, quasi Feinarbeit.

Ich genieße mich ein Stück weit selbst.

26.08.2019 21:21 • x 3 #24


milano30


@Kerstin_2016

Danke für den Thread und Deine gnadenlose Offenheit. Insbesondere Dein Eingangspost hat zu meiner Seele und zu meinem Kopf gesprochen.

Du warst wohl im Thread von Roselin bzgl. der Haare

Ich merke, dass ich ähnliche Gedanken hege wie Du lediglich eingebettet in ein anderes Gedankengebäude.

Ich hoffe Du schreibst hier weiter.

Milano

28.08.2019 17:47 • x 1 #25


Kerstin_2016


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Hey,

. . . eine Jahresbilanz könnte rufen
Mein Beitragstart ist fast ein Jahr her. Eine Userin hat heute einiges mit einem "Danke" beglückt und mir ist es ein Bedürfnis gewesen noch einmal zu lesen und zu verstehen, was ich in diesen einzelnen Beiträgen geschrieben habe.

WOW.

Da kommen Erinnerungen hoch und Gedanken an eine Zeit die zwischen aussichtlos und glückseelig kaum unterschiedlicher sein könnten. Innere Kämpfe, horrendes Kopfgewirr, Millionen Fragezeichen, Unsicherheiten, Ängste, Tränen und und und. . .

Was für Erfahrungen und Änderungen habe ich noch erlebt in diesen Monaten?! Es gibt hier und da Situationen, die mir in den Kopf kommen, die ich hier im Forum gelassen habe, nur nicht in diesem Beitrag.

Vielleicht fragt sich der eine oder andere User auch warum ich noch immer hier bin, wenn es mir doch gut geht. Darauf könnte ich nur antworten: hier ist mein emotionales zu Hause in Kombination mit einer tiefen Verbundenheit den Usern hier gegenüber. Hier konnte hier immer reingeschossen kommen und ich wurde aufgefangen. Ich habe hier Blickwinkel, Wahrnehmungen, Ratschläge und einen vor den Bug bekommen, wie ich es mir von meiner Familie gewünscht hätte oder von Freunden. Völlig egal welch emotionales Desaster ich im Gepäck hatte, dieses Forum war und ist für mich da. Und wenn ich nur einem einzigen User das an Hilfe und Ratschlägen wieder geben kann, dann kann ich ansatzweise das zurück geben was ich hier selbst erfahren durfte.

Und was ich bereits schrieb: ich verzeihe, vergesse aber nicht.
So auch mit dem Forengrund. Seit ca. Mai 2018 habe ich Nullkontakt "veranlasst". Mittlerweile hätte ich nichts dagegen, wenn wiruns wieder über den Weg laufen würden. Ich habe ihn (mittlerweile wieder ^^) lieb und ich will die Zeit gar nicht vergessen. Wir hatten tolle Momente und auch wenn mir das alles den Boden unter den Füßen weggerissen hat, so möchte ich auch diese Zeit nicht mehr missen. Denn damit bin ich zu dem Menschen geworden, der ich heute bin und ich finde mich klasse so
Ja, mein Forengrund hat mich gefordert, aber auch gefördert. Ich bin ihm nicht wirklich dankbar, das alles so gelaufen ist, dennoch bin ich mir selbst dankbar, dass ich dann doch die Kurve bekommen habe und die Chance genutzt habe aus mir einen anderen Menschen zu machen.

Zusammen mit der Entscheidung den Kontakt zu meiner Mutter ebenfalls abzubrechen, tat sich mir eine neue Welt auf, die es galt zu erkunden. Ich habe das Laufen gelernt, ich habe gelernt mich abzunabeln und ich habe gelernt die Verantwortung für mich allein zu tragen. Was meine Mädels bereits jetzt lernen, habe ich erst jetzt gelernt. Besser spät als nie

Ich stelle mich jetzt auch nicht hin und sage: heyyyyy . . .krass cool schicky alles.
Nein, das ist es nicht. Dennoch finde ich mich im Alltagswahn wieder. Diesen alltäglichen Kram den ich mir vor zwei Jahren so sehr gewünscht habe. Dieser unbändige Wunsch ein Leben zu führen mit dem ganz normalen Wahnsinn, der weit ab von psychischen Schwierigkeiten ist. Und das habe ich nun. Meine seltenden schlechten Tage nehme ich meist wie einen Regenschauer dahin. Ist halt mal so, basta.

Und aktuell?
Rührt sich was. Ich möchte nicht sagen, dass ich unzufrieden bin. Nein, das wäre der falsche Ausdruck. Ich bin "seltener" glücklich als noch vor wenigen Wochen. Einen Anspruch darauf möchte ich nicht formulieren, dennoch werde ich skeptisch, weil dieses Hochgefühl über Monate hinweg zu meinem Alltag gehörte. Nun ebbt es ab und die Situation ist neu für mich. Ich male nicht gleich die Teufel an die Wand, sondern warte geduldig ab bis Kopf, Herz und Bauch sich einig sind, was ich ändern kann. Gedanklich kann ich es aktuell nicht wirklich zu fassen kriegen. Das Gefühl kenne ich aber aus den schlimmen Tagen und weiß daher, dass ich dann einfach noch nicht so weit bin, mich damit intensiver auseinander zu setzen. Daher ist nun erst einmal warten angesagt bevor ich mit wilden Aktionen versuche etwas herauf zu beschwören. Ich vertraue mir das selbst und ich vertraue dem Verlauf. In dem Problem liegt bereits die Lösung

Und ja, auch ich habe imme rnoch Situationen wo ich wehmütig werde. Das geht aber über die komplette Palette und beschränkt sich nicht allein auf den Forengrund. Da wird dann alles hin und wieder mal abgeklappert. Mutter, die Kinder, die urplötzlich so groß sind, meine Ehe oder ganz simpel eine Einladung zur Goldenen Hochzeit, weil ich wieder eine Feierlichkeit ohne Partner habe. Klar wäre es schön diese Feier mit (m)einem Vertrauensmenschen zu besuchen. . .da spreche ich mich nicht von frei. Entsprechend gehören auch solche Momente zu meinem erwünschten Alltag.

Aber alles in allem: meine Seele hat vor einiger Zeit angefangen zu vergessen und sorgt dafür, dass die schönen Momente wieder mehr in den Vordergrund rutschen. Ich finde das gut, denn mein Hirn sorgt schon für die nötigen Erinnerungen um mich niemals wieder derart selbst zu verlieren.

Ich arbeite weiter an und mit mir

28.08.2019 21:48 • x 2 #26


milano30


Sich nicht mehr verlieren zu wollen, ist ein guter Gedanke.

Ich lese gerade viel in dem Blog Gedankenwelt, das hat mir noch einige Erkenntnisse beschert.

Auf ein gutes Restjahr 2019.

29.08.2019 06:45 • x 1 #27


Kerstin_2016


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Ich kann es noch immer nicht benennen, das Gefühl ist mittlerweile sehr präsent.

Mir geht es nicht gut. OK, der Psycho-Kater verstärkt es.

Nach etwa 11 Monaten stehe ich das erste Mal wieder vor einer depressiven Phase. Angekündigt hatte es sich bereits.

Ich bin unruhig, genervt, traurig und unzufrieden. Ich sehe aktuell nur negatives und ich bin von mir selbst genervt.

Ich spüre deutlich, dass ich was ändern sollte. Da ich jedoch nicht richtig erfassen kann, was mich da so runter zieht, ist das schwer.

Ich nehme das jetzt an und bin gespannt was sich entwickelt.

08.09.2019 08:46 • #28


milano30


Zitat von Kerstin_2016:
Ich kann es noch immer nicht benennen, das Gefühl ist mittlerweile sehr präsent.

Mir geht es nicht gut. OK, der Psycho-Kater verstärkt es.

Nach etwa 11 Monaten stehe ich das erste Mal wieder vor einer depressiven Phase. Angekündigt hatte es sich bereits.

Ich bin unruhig, genervt, traurig und unzufrieden. Ich sehe aktuell nur negatives und ich bin von mir selbst genervt.

Ich spüre deutlich, dass ich was ändern sollte. Da ich jedoch nicht richtig erfassen kann, was mich da so runter zieht, ist das schwer.

Ich nehme das jetzt an und bin gespannt was sich entwickelt.


Da befinden wir uns auf der selben Schwingung, mir geht es leider gerade genauso.

Wie lange liegt deine Trennung zurück?

08.09.2019 08:56 • #29


Kerstin_2016


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Zitat von milano30:

Da befinden wir uns auf der selben Schwingung, mir geht es leider gerade genauso.

Wie lange liegt deine Trennung zurück?


Schon recht lange. Meine Phase aktuell hat nichts mit der Trennung zu tun.

Ich habe mich heute zwei Freundinnen geöffnet.

Und da kam eine Aussage : Kerstin, du funktionierst nur noch.

Das saß

Und ganz ehrlich. . . sie haben Recht.
Ich habe es noch nicht mal bewusst mitbekommen.

Kleine Hinweise gab es, die habe ich registriert. Alles zusammen betrachtet habe ich es nicht.

Ich gebe nicht mehr richtig und konsequent acht auf mich. Meine Empfindungen sind aufbauend gewesen. Mein Verhalten quasi abbauend. Kontra produktiv.

Es braucht noch ein paar Stunden Zeit, weil mein Hirn grad nicht so will.

Im Juli fing es an. Und mit meiner eigenen Ignoranz habe ich mir nicht gut getan.
Gar nicht mal absichtlich, eher das Gegenteil. Ich merkte ja, dass was am brodeln ist. Ich dachte allerdings, dass es Themen sind, die ich noch bearbeiten muss. Bei dem ganzen analysieren habe ich aber vergessen, was ich bereits für Themen hatte und wo mich diese hingeführt haben. Alle Warnhinweise habe ich wahrgenommen in der Gesamtheit aber nicht gesehen.

Alte Muster haben sich doch wieder eingeschlichen und ich hatte es nicht auf dem Zettel.

Meine Konsequenzen daraus sind super simpel:

Mehr Zeit für und mit mir.
Auszeiten, bewusste Stunden in denen ich mich um mich und meine inneren Kinder besser kümmern sollte. Zeit zum Durchatmen, Wellness für Körper und Seele. Bewusst werden, dass ich Fehler gemacht habe und daraus lerne.

Ich habe meine Zufriedenheit nicht als selbstverständlich gesehen. Dennoch war ich zu sicher im Umgang mit mir selbst.

Ich bin zu viel feiern gewesen, es gab für meine Verhältnisse zu viel Alk., ich habe zu viel mich mit anderen Menschen beschäftigt, ich habe zu wenig geschlafen, zu viel gearbeitet (3 Jobs) und ich habe über die Stränge geschlagen.

Ich habe mich und meine eigentlichen Bedürfnisse nicht gesehen bzw. nicht richtig interpretiert. Zu unbewusst habe ich die Warnhinweise wahrgenommen.

Ich lerne draus und bin gleich heute angefangen auf mich acht zu geben und mir bewusst zu machen, dass ich wieder auf mich aufpassen sollte.

08.09.2019 20:36 • x 1 #30



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