Zitat von Baktus: Meine Eltern haben sich getrennt als ich 6 Jahre war,
Wichtiger früher Bindungsabbruch - prognostisch meistens eher ungünstig.
Zitat von Baktus: meine Großmutter hat sich umgebracht
Ein weiterer wichtiger Bindungsabbruch. Wie standest Du zu Deiner Großmutter?
Zitat von Baktus: Sehr streng mit totaler Überwachung, Kontrollzwang und Schläge.
Die gute alte schwarz-pädagoschichte Schule.
Zitat von Baktus: Also diese typische erzeugte Enge, wo sich der Delinquent gut bei fühlt und Macht ausübt.
Richtig erkannt - es geht um Macht und Kontrolle. Diese Art von Erziehung arbeitet reichlich damit und schadet damit nachhaltig der gesunden Selbstwertentwicklung und der eigenen Emotionsregulationsfähigkeit, da die Überlebensstrategie Anpassung und überregulation von Emotionen wird (schon mal ein kleiner Wink mit dem Zaunpfahl!).
Zitat von Baktus: Ein Leben in Angst.
Willkommen im Klub!
Zitat von Baktus: Mit 16 bin ich ausgezogen und habe dann einen Handwerksmeister gemacht, 2 erfolgreiche Studiengänge absolviert, beruflich erfolgreich und stabil
Du hast wahrscheinlich schnell gelernt, Deine erziehungsbedingten Selbstwertdefizite durch Leistung zu kompensieren und warst damit offensichtlich auch recht erfolgreich.
Zitat von Baktus: Das ist jetzt wichtig, ich brauche Freiraum, ich brauche Entscheidungsspielraum. Ich habe dieses Haus umgebaut und werde es auch weiter tun. Ich liebe es mich zu verwirklichen.
Der Gegentrend, wenn schon früh das Bedürfnis nach Autonomie derart stark frustiert wird.
Zitat von Baktus: Ich mag strenge Regeln nicht so gerne
Ausgesprägtes Autonomiebedürfnis. Kann im stärkeren Ausprägungen allerdings auch zu nicht unerheblichen persönlichkeitsstrukturellen Auffälligkeiten führen.
Zitat von Baktus: ich bin gerne liebevoll,
Hinweis auf ausgeprägtes Bindungsbedürfnis. Die interessante Frage ist jedoch, mit welcher Funktion?
Zitat von Baktus: ch liebe es auch mit Freunden zu zocken und ich mag Filme ansehen und auch selber produzieren und ich male auch gerne, ich bin gerne kreativ. Also eigentlich das Gegenteil von dem, was ich in der Kindheit erfahren habe.
Kann es sein, dass Dein Stiefvater nicht gerade der größte Genussmensch unter der Sonne gewesen ist? Hier ist auf jeden Fall ein stärkeres Bedürfnis nach lustvollen Tätigkeiten zu erkennen.
Zitat von Baktus: Mein kleiner felliger Wegebegleiter ist auch immer dabei.
Lass mir raten: Der Hund stellt keine Forderungen, Ansprüche oder engt Dich ein. Er ist einfach da und nimmt Dich so wie Du bist.
Zitat von Baktus: Sie hat nicht verschwiegen, dass sie in therapeutischer Behandlung aufgrund von Bindungsproblemen ist.
Also zwei Menschen mit jeweils einen eigenen, nicht unerheblichen Päckchen im Gepäck.
Zitat von Baktus: Ich habe auch meine komplette Google Foto Cloud durchsucht und jedes Foto gelöscht, wo eine andere Frau zu sehen war (Es gab nie irgendwelche anzüglichen Bilder btw. - Aber wohl von Freunden, Partys, Weihnachtsfeiern etc. - Weil das Thema so omnipräsent war).
Überanpassung aus Angst vor Bindungsabbruch. Dabei hast Du allerdings in Kauf genommen, dass Dein eigenes Autonomiebedürfnis stark eingeschränkt wird. Das geht bestenfalls kurzfristig - längerfristig wirst Du das bzw. hast Du das nicht mehr so einfach hinnehmen können.
Zitat von Baktus: Eine Zeit danach, in der bestimmt locker 2 Smartphones das zeitliche gesegnet haben, weil ich vor Wut die Dinger dann mit zu viel kinetischer Energie an ortsfeste Körper beschleunigt habe. Und das darf man nicht verharmlosen.
Aber genau das tust Du mit einer vordergründig eloquenten Selbstironie!
Mein Lieber - Du hast leider ein fettes Problem mit Deiner Emotionsregulation - insbesondere mit Wut und Ärger.
Der Hintergrund ist nicht so schwer zu verstehen: Offensichtich gab es früher dafür keine adäquaten Modelle bzw. Wut und Ärger durften nicht gezeigt werden. Folge: Aggressions- bzw. Beisshemmung.
Zitat von Baktus: Sie hat eine unbequeme Gefühlslage, Befürchtungen <--> Ich fühle mich ungerecht behandelt, regelrecht observiert, eingeengt.
Du reinszenierst hier das Trauma Deiner Kindheit mit ihr.
Sie triggert genau die neuraligische Punkte - nämlich Dein Autonomiebedürfnis.
Zitat von Baktus: Ein Klumpen Uran ruht sehr friedlich. Bis das erste Neutron losgeschossen wird. Ich befürchte, dass unsere Kettenreaktion sogar schneller vonstatten geht als eine Kernspaltung.
Ich hoffe Du hast ein bisschen Ahnung von Kernphysik, denn ich versuche mal, in den Bild zu bleiben:
Ihr beide seid jeder für sich noch eine unkritische Masse. Prallen diese beiden jedoch mit hoher Energie aufeinander, wird die Masse kritisch und die Kernreaktion steigt. Bei der friedlichen Nutzung kann man den Vorgang durch Steuerstäbe zwischen den Brennelementen kontrollieren. Genau das funktioniert bei Euch allerdings nicht. Eure Kernreaktion ist nicht kontrolliert, sondern explodiert.
Zitat von Baktus: Wir haben unsere neuralgischen Punkte. Werden diese aktiviert, ist es nicht mehr aufzuhalten.
q. e. d.
Zitat von Baktus: Wenn es passiert, dann schreit sie. Sie kann sehr laut schreien. Sie kann auch sehr beleidigend werden. Sehr oft ist es so, dass ich dann das Weite suche. Das bedeutet, ich gehe weg. Ich versuche aus der Situation zu gelangen. Unterbewusst, ein Drang. Ich kann das Geschreie nicht ertragen.
Du hast schon früh gelernt, dass Konflikte was ziemlich schlimmes sind und leider auch nicht wirklich gelernt, sie konstruktiv, ohne Angst vor Bindungsabbruch, auszutragen. Aufgrund dieser Angst gehst Du in die extreme Vermeidung und entziehst Dich der Situation. Das wiederum triggert die Partner, weil sie sich dadurch nicht gesehen fühlt. Ergo: Die Sache eskaliert ...
Zitat von Baktus: ch kann zum Beispiel nicht ertragen, wenn sie sagt "Ach, jetzt bist du wieder in der Opferrolle, du Armer! Du hast ja mal wieder NUR dies und das gemacht. " oder "Der große Herr, in seinem ach so tollen Anwesen, will jetzt hier wieder den Macker machen!" Ich meine damit Übertreibungen. Ich hasse das.
Abwertungen und Kritik treffen direkt Deinen Selbstwert.
Aber: Merkst Du eigentlich selber, wie mehr oder weniger subtil abwertend Du hier über Deine Ex-Partnerin schreibst?
Zitat von Baktus: Meine Ausschüttung von Stress- und Wuthormonen ist allerdings in diesen Situation so stark, dass es mir körperlich nicht gelingt auf sie zuzugehen und sie in den Arm zu nehmen.
Du kannst Dich in dem Moment nicht mehr von Wut und Ärger distanzieren, da Du zu 100% damit identifiziert bist, weil sie Dich (vorsätzlich) demütigt, abwertet und kritisiert.
Zitat von Baktus: So gehe ich dann aus der Situation raus. Sprich, ich gehe weg.
Du vermeidest damit jede weitere Attacke auf Deinen fragilen Selbstwert und demonstrierst Deine Autonomie.
Zitat von Baktus: Was es nicht besser macht ist: Sie laüft hinter mir her. Und schreit weiter. Das ist in diesen Situationen nicht gut!
Warum tut sie das? Wenn mein Partner in einem Streit einfach das Weite sucht, würde ich mich auch nicht gerade in meiner Not gesehen fühlen.
Zitat von Baktus: ch brauche länger um zu explodieren, aber irgendwann ist auch dieser Punkt erreicht.
Aggressionshemmung und schwierige Emotionsregulation.
Zitat von Baktus: Ich habe auch schon ein ganzes Geschirrbattalion von der Spüle nach solchen Attacken abgeräumt. Dinge gehen dadurch kaputt.
Definitiv ein bisschen drüber ...
Zitat von Baktus: Ich hab sie rausgeworfen und aus meinem Leben entlassen.
Dein Autonomie- und Selbstwerterhöhungs-Bedürfnis hat gesiegt.
Zitat von Baktus: Das muss ich jetzt erstmal verarbeiten.
Dann hoffe ich mal, dass Du Dir jetzt auch die richtigen Gedanken machst. Ein paar Anstöße habe ich Dir mit auf den Weg gegeben. Vielleicht könnnte das jetzt der Punkt sein, sich professionelle Hilfe zu holen, denn ich fürchte, das wird Dir wieder passieren, wenn Du Dich nicht um diese Thematik kümmerst.
Zitat von Baktus: Ich denke mir dann, . Opferrolle? Öhhhm, Nein! Ich bin in keiner Opferrolle.
Rein äußerlich magst Du kein Opfer sein - aber Deine alten Dämonen haben Dich immer noch voll im Griff.