Isely
Gast
Schwiegervater liegt wie bereits berichtet seit bald 4 Wochen im KH, Corona, seit gestern endlich negativ, ihm gehts trotzdem noch sehr schlecht.
So, wenn er rauskommt wie gehts weiter ? Bis er zum 28.mal ins KH eingeliefert wird ? So gehts nämlich seit fast 4 Jahren, rein und raus… Meine Schwiegermutter selbst erheblich eingeschränkt und selbst weit über 80, ist der Meinung, dann kommt eben ne Polin, dafür ist ja die Wohnung oben ( 90qm) , die sie ja nie vermietet haben, aha,,, das ist also der Grund.
Meine Schwägerin ( Tochter meiner Schwiegereltern) wuppte bisher alles, Einkäufe, Arztbesuche, etc.. wöchentlich kommt 2 mal die Caritas und einmal wöchentlich eine Putzkraft.
Meine Schwägerin ist selbst noch Berufstätig und geht allmählich in die Knie.
Auch nur die Andeutung die beiden könnten eine seniorengerechte Wohnung in einer Residenz haben, wird mit wüsten Beschimpfungen und Sturheit quittiert.
Immer wieder kommt dann, sie bräuchten eine Polin… daran sieht man mal, wie weit das in den Köpfen vieler ist, die sollen es richten, aber , wie hier schon treffend geschrieben wurde, es gibt keine mehr.
Aber wie weiter ?
Ja die Medizin ist ein Segen, aber in jedem Fall ?
Ich meine da leisten wir uns den Luxus bald 100. zu werden, aber wer leistet die Pflege bis dahin ? Und unter welchen Bedingungen ? Dafür hat weder die Pharma , noch die Politik eine Lösung .
Pflegekräfte sind massiv unterbezahlt, die haben keine Lobby. Denn die älteren Senioren, die Geld haben, kommen immer an eine adäquate Kraft, meistens jedenfalls.
Und das wird nicht besser, jetzt kommen dann in 15 -20 Jahren die Babyboomer hinzu, also meine Generation… das sieht alles echt düster aus.
Festzustellen bei all dem ist aber, meistens baden das die jüngeren Frauen aus, da wird erst die Pflege der Mutter mit übernommen und danach, oder sogar zeitgleich auch noch die der Schwiegereltern. Am Ende sind auch diese angeschlagen und verfallen körperlich schneller.
Ein Teufelskreis.
Mein Vater ist 85 , geistig noch recht fit, aber körperlich nicht mehr ganz so. Das wäre jetzt der dritte im Bunde, wie gehts mit ihm weiter ? Pflegeheim? Will er nicht.
Zu uns ? Ja Platz hätte ich, aber er ist eben auch ein Pascha und bestimmt gern, würde das gut gehen ?
Ich freue mich zwar wenn er für 4 Wochen da ist, bin aber auch froh, wenn er wieder fährt ( nicht böse sein Papa ) aber ja, da klaffen 30 Jahre Altersunterschied, die Bedürfnisse sind andere… ( er redet nicht von einer Polin, aber von der Schweiz )
Also, was kann man da jetzt tun ?
1. Bessere Bezahlung der Pflegekräfte ( 25% mehr Lohn) mindestens… und mehr Urlaub plus 10 Tage extra… keine Überstunden… !
2. Pflegende Angehörige gehört mehr Unterstützung, und viel mehr zusätzliche Rentenpunkte , wenn sie mehrheitlich pflegen.
Wenn sie da nicht endlich ran gehen, dann wird das alles in einer Katastrophe enden, denn die Luftig- leichten Zeiten,,, die Polen werden es schon richten, die sind vorbei… ( was auch gut ist, grenzte ja schon. an Ausbeutung, wenn wir mal ehrlich sind)
Wünsche euch noch allen einen angenehmen Sonntag…