Es war oft genug noch so, dass der „Stammhalter“ einen anderen Stellenwert im Familiengefüge hatte als eine Tochter - dazu mussten das keine Moslems sein. Noch nicht mal Ausländer

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Natürlich ist es unmöglich, wie Du von Deinen Eltern behandelt wurdest und von Deinem Bruder immer noch behandelt wirst. Aber Du bist ja nun schon lange nicht mehr das kleine Mädchen von damals - es wird dringend Zeit, dass Du Dich von Deiner früheren Rolle deutlich abgrenzt. Wenn mein Bruder meine Nichten und Neffen anstiften würde, mich „Dumpfi“ zu nennen, dann wäre Holland echt in Not

; das würde genau 1 x passieren!
Das ist der eine Teil Deines Problems. Dem kannst Du nur entgegentreten, indem Du Dir so etwas verbittest und ggfs. auf Abstand gehst, wenn Dein Bruder sich nicht einsichtig zeigt.
Den anderen Part, der mit dem Erbe, verstehe ich nicht so ganz. Es gibt Haus und Grundstück(e) in einem anderen (EU?)-Land, das ihr gemeinsam geerbt habt. Was hat Dein Bruder denn vor bzw. wo gibt es unterschiedliche Vorstellungen (ohne dass Du ins Detail gehen sollst. Eher so: Du willst sofort verkaufen, Dein Bruder will es erhalten. Oder umgekehrt)?
Der Tod Deiner Mutter liegt erst einige Monate zurück, Dein Bruder selbst hat auf 50:50-Erbe bestanden, was ihn erst einmal ehrt - was macht es denn für Dich so dringend, jetzt schon irgendetwas zu regeln? Brauchst Du das Geld so schnell wie möglich (was nicht schlimm wäre, es für mich jedoch verständlicher machen würde)? Bist Du im Thema, was den Wert und die Verkaufschancen der Immobilie aktuell betrifft? Bleibt viel übrig, wenn mögliche Verbindlichkeiten Eurer Eltern hier in D alle geregelt und bezahlt sind?
Zitat von Kikiline: Mein Bruder hat den Vorteil, dass er für unsere Eltern in ihren schwersten Zeiten sehr viel getan hat.
Das siehst Du als Vorteil? Für mich hatte er - jetzt mal unabhängig von Euren Rollen in der Familie - da eher die @rschkarte.
Ich kann total nachvollziehen, wenn Du aufgrund Deiner Kindheit keinen großen Bock auf die Versorgung Deiner Eltern hattest, aber dann solltest Du auch dazu stehen. Dein Wohnort im benachbarten Landkreis bedingt vielleicht, dass Du nicht so häufig etwas machen/fahren konntest, wie Dein Bruder. Aber so aus der Welt ist das ja nun auch nicht. Finanzielle Unterstützung ist noch mal eine ganz andere Sache.
Zitat von Kikiline: Er will aber bestimmen, was wie läuft, weil er eben mehr getan hat.
Wenn er jetzt immer der nette und liebe Bruder geblieben wäre - dürfte er dann eher bestimmen, wie es ablaufen sollte, weil er eben mehr getan hat? Kannst Du akzeptieren und vor allem anerkennen, dass er sich deutlich mehr gekümmert hat?
Für mich bekommt solch ein Familienknatsch immer ein Geschmäckle, wenn es um ein Erbe geht. Manchmal ist es ja auch ein „jetzt bin ich mal dran!“, grade wenn man immer in die zweite Reihe gestellt wurde. Verstehe ich!
Letztlich hast Du 2 Möglichkeiten und Du bist alt genug, um Dich zu entscheiden:
Du kannst Dein Erbe gerichtlich einfordern und riskierst den Bruch mit Deinem Bruder. Manchmal ist der Kontaktabbruch der bessere Weg.
Oder Du trennst die Sachebene (das Erbe) von der emotionalen und versuchst erst einmal, mit Deinem Bruder endlich auf Augenhöhe zu kommen und ihm deutlich zu machen, dass Du seine Abwertungen nicht mehr akzeptieren wirst. Dazu gehören jedoch zwei. Die erste Möglichkeit bleibt Dir dann ja immer noch.