Hallo @Polarstern72,
hm, Du klingst gerade wirklich traurig. Und ja, es ist viel schöner, wenn man zu Hause erwartet wird und da jemand (Besonderes) ist. Aber "reden" bzw. schreiben kannst Du jetzt hier im Forum, ich glaub schon, dass Du auch hier erwartet wurdest und man sich auf Dich freut.
Zitat von Polarstern72:...letztlich ist die Realität eine andere, es braucht Zeit um diese Zeit vergessen zu können. Hatte heute mal wieder so einen Rückwärts gerichteten Tag.
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Ja, eine Trennung braucht Zeit, Zeit zum Trauern (weil es ja erst mal ein Weltuntergang ist), Zeit zum Wütend sein und Hadern, Zeit der Zweifel, Zeit zum Vergessen (oder sagen wir mal zum Annehmen, denn einen Lebensabschnitt vergessen, geht wohl nicht), vielleicht auch zum Verzeihen (damit meine ich in erster Linie, auch sich selbst zu verzeihen, dass man ein Stück weit gescheitert ist), Zeit, um wieder zu sich selbst zu finden. Und leider geht das Verarbeiten nicht so schön geradlinig und berechenbar, man kann es nicht einfach aussitzen oder nach einem Fahrplan abarbeiten. Es fühlt sich für mich oft an, wie 4 mühsame Schritte vorwärts und drei ein halb zurück. Manchmal braucht es nur einen Gedankenblitz, ein bestimmtes Lied im Radio ..., und man steckt wieder ganz tief drin in der Traurigkeit und Verzweiflung. Was meinst Du, warum ich mich die ganze Zeit so beschäftige. Ich bin ohnehin ein aktiver Mensch, habe alles gern geklärt. Jetzt kann ich es noch sehr viel schwerer aushalten, nichts tun. Das ist meine Art, mit Problemen umzugehen - etwas tun, auf die Dauer sehr sehr anstrengend. Außerdem brauche ich für mich einfach auch den Ausblick, dass es wieder besser und leichter wird.
Du hast Familie, Kinder, Menschen, die Dich mögen - also, aufgeben ist nicht. Wie heißt es: Das Leben ist schön, von einfach war nie die Rede!
Zitat von Polarstern72:Das ist sicher die Vernunft Antwort ...
Ja, Vernunft und wirklich Selbstschutz. Es macht mich einfach kaputt, immer nur darüber nachzudenken, mich selbst zu zerfleischen, warum ich / unsere Familie/ unser Leben ihm auf einmal so wenig wert waren. Das schaffe ich nicht und das will ich auch nicht, also schotte ich mich in dieser Richtung ab. Im Moment will ich einfach GAR nichts von ihm wissen, wenn ich nicht muss. Das, was zu klären ist, wird sozusagen auf einer "geschäftlichen", unpersönlichen Ebene geklärt.
Zitat von Polarstern72:Mag sein, es ist aber keine Rechtfertigung dafür, den anderen keinen Respekt und Achtung entgegen zu bringen. Ich habe nicht viel, für diese Art des Versagens übrig, es ist mir zu Opportunistisch.
Da gebe ich Dir uneingeschränkt recht. Und wir müssen es auch nicht gut finden.
Und noch einmal: Du verwahrlost nicht und Du hast sicher auch einen "Markt". Kennst Du das neue Lied von Adel Tawil (Ist da jemand), da ist schon was dran?! Man sollte vielleicht auch nicht so rangehen, dass einen ja sowieso keiner will - sich selbst erfüllende Prophezeiung. Und wie soll sich Dein Gegenüber fühlen, wenn Du mit dieser Erwartung in ein Date bzw. Gespräch gehst, das macht den anderen, der Dich vielleicht ganz sympathisch und interessant findet, ja auch klein. Das hatten wir schon - das hast Du doch gar nicht nötig!
Wie war das:
Zitat von Yonda:Polarstern, einfach unverbesserlich! Zurückhaltender Steinesammler und humorvoller Orchideenretter. Das macht dich zu einem ganz besonderen Menschen.
Ich ergänze mal, Familienmensch, guter Zuhörer, selbst reflektierend, offen für Neues und Neue, gelegentlich poetisch, ...
Ja, die meisten meiner Rosen duften. Ich hab nur einen ganz kleinen Garten, weil es ein Reihenhaus mit kleinem Grundstück ist (aber mein Paradies), wenn man dreimal umfällt, ist man schon am Zaun oder beim Nachbarn. Nach der ersten Pflanzwut und diversen Anfängerfehlern habe ich auch auf Grund des geringen Platzes alle Pflanzen sehr bewusst ausgesucht. Die Rosen "müssen" also schön sein und duften. Ganz toll! Es ist sehr befriedigend, etwas wachsen und gedeihen zu sehen, was man selbst geschaffen hat. Aber das brauche ich Dir wohl nicht zu erklären.
Ich hoffe mal, ich konnte Dich zumindest ein bißchen aufbauen (anderen Ratschläge und Trost zu geben, ist irgendwie viel leichter, als dies für sich selbst annehmen zu können), ich geh jetzt jedenfalls schlafen, mein Wecker klingelt Morgen früh um 5, also ganz bald schon.
Schlaf trotzdem gut,
Rosalie