Zunächst liebe Shoanna fühl dich mal virtuelle gedrückt wenn ich darf.
Das was du schilderst kommt mir sooooo bekannt vor und vielen anderen auch. Manchmal denke ich gibt es sowas wie einen Leitfaden an den sich Menschen wie dein NM halten. So viele ähnliche Geschichte,Abläufe und Aussagen verrückt.
Zitat von Shoanna: Denn mein Mann sagte mir heute das er nichts mehr für mich fühlt, nichts was für seine Frau fühlen sollte.
Ich habe es innerlich immer geahnt und wollte doch nicht alles aufgeben.
Das kenne ich...wurde mir mehrmals gesagt, sinngemäß "ich liebe dich nicht so wie es sein sollte"
Und ich weiß wie es sich anfühlt wenn man es eigentlich weiß aber nicht wahrhaben will.
Zitat von Shoanna: Es ist bei mir angekommen und nun bin ich innerlich zum Teil frei und erleichtert (nicht mehr hoffen und kämpfen) und zum anderen Teil ist etwas zerbrochen, tief in mir.
Das hoffen und Kämpfen ist vorbei, ja das ist eine Erleichterung. So empfand ich das zumindest auch. Auch musste ich mir danach erstmal klar werden "wie stelle ich mir eine Beziehung vor...denn so wie es viele Jahre war, so etwas möchte ich nicht mehr". Dennoch werden Momente kommen wo du vermisst, vielleicht nicht ihn als Person bzw. Partner aber gerade die Familiendinge das fand ich schwer. Und finde es teils auch noch heute. Aber aus einer anderen Perspektive.
Zitat von Shoanna: Ich hatte so gehofft, das man sich erneut verlieben kann, das man dadurch stärker und enger zueinander findet.
Ja...der Weckruf....das ist der Strohhalm nach dem man greift. Weil man davon gehört das andere sich nach so einer Affäre neu erfunden haben und alles so viel besser wurde. Ja es wäre eine schwere Zeit gewesen usw. aber es hat funktioniert.
Zitat von Gast006: Denk daran, er wird irgendwann wieder vor deiner Haustüre stehen, da bin ich mir SEHR sicher.
Keine Ahnung wie oft ich das auch gehört habe. Und die ersten Tage und Wochen hab ich auch irgendwie gehofft das es passieren wird. Aber wenn man mal in sich geht und sich die richtigen Fragen stellt weiß man das man das garnicht möchte das sowas passiert. Es würde sicher in dem Moment dem Ego gut tun....aber das ist auch nur eine Momentaufnahme.
Zitat von Shoanna: Es ist zu spät und ich kann das nicht mehr.
Auch dieses Gefühl kommt mir bekannt vor. Man hat einfach keine Kraft mehr, keine Kraft mehr zu kämpfen, zu hoffen und sich immer wieder einen neuen Strohhalm zu suchen an den man sich klammern kann. Weil mit der Zeit wird es auch immer schwerer einen zu finden. Und Leere, Traurigkeit, Unsicherheit überdecken selbst die wenigen guten Momente die man noch hatte.
Zitat von Shoanna: Letztes Jahr waren seine Gefühle auch schon weg, kamen dann wieder und nu sind sie wieder weg.
Das macht einen kirre nicht wahr? Immer dieses auf und ab....immer wieder versucht man darauf zu achten wie es jetzt gerade wieder ist. Analysiert unbewusst Aussagen und Handlungen und ist immer auf Wachsammodus weil man irgendwie damit rechnet das heute oder morgen oder nächste Woche dann doch das Gespräch gesucht wird und es vorbei ist.
Und so geht das über Wochen, Monate gar Jahre. Immer diese innere Unruhe
Zitat von Shoanna: ich muss jetzt auf mich achten und brauche die Kraft für mich.
Ja die brauchst du und ich denke es wird schwer sein manchmal. Aber es wird Stück für Stück leichter. Die Anzahl der beschissenen Tage am Stück wird kürzer und die Pausen dazwischen länger.
Nichts desto trotz, so geht es mir zumindest ist etwas kaputt gegangen was nicht einfach so wieder heilt. Man kann sein Hirn nicht neu formatieren und unschöne Erfahrungen löschen.
Ich wünsche dir ganz viel Kraft für dich und die Kleine. Auch sie wird arg zu kämpfen haben.
Das ist es was mir persönlich am meisten weh tut...zu sehen wie meine Tochter diese "intakte Familie" vermisst. Sie weiß ja nicht das es das was sie vermisst wohl so garnicht gab.