Liebe @klene
Die eigenen Zukunftspläne jetzt plötzlich ändern zu müssen, ist nicht einfach und tut weh.
Dass du trotzdem so klar, reflektiert, durchdacht und auch fair gegenüber dem Verursacher bleibst, ist eine großartige Leistung, auch wenn du dich vermutlich jetzt eher klein fühlst.
Stell dich jetzt nicht selbst in Frage.
Zu einer guten Ehe gehören immer beide!
Wenn einer nicht mehr will, ist dieser gemeinsame Weg vorbei.
Klar beschriebene Gründe zu benennen, warum einer der EP aussteigt, sind sicherlich für den verlassenen wichtig zu kennen, aber für den, der geht, auch extrem schwer zu benennen.
Zitat von klene: In den ersten paar Tagen hat er es immer verneint, sagte er könne sich nicht erklären warum ihm so etwas passiert sei. Ich wäre die tollste Frau der Welt und er wäre immer glücklich gewesen.
Zitat von klene: Ein paar Gespräche später ist ihm dann aufgefallen, dass er in einem Leben fest steckt, das er eigentlich nie so gewollt hat.
Die Gründe, die dir dein Mann nach längerem Bohren nennt, werden vermutlich genauso richtig und falsch sein, wie die spontan genannten.
"Gründe zu finden" ist auch immer "Erklärungen zu suchen", die dieses rechtfertigen könnten.
Denn er wird ganz sicher auch vom schlechten Gewissen gebeutelt sein.
Somit fühlt er sich in der Bringschuld, um deine Fragen zu beantworten.
Zudem wird er auch seine möglicherweise eigene Unentschlossenheit sich selbst durch eigene Erklärungen beantworten.
Denn so schnell geht man nicht.
Aber, er ist gerade verliebt und trachtet jetzt einzig und allein danach, mit dieser Frau zusammen zu sein. Emotional befindet er sich im Ausnahmezustand.
Zitat von klene: Denn irgendetwas muss ihn ja an unserer Beziehung gestört haben.
Ja vielleicht.
Vielleicht war es aber auch einfach nur etwas langweilig geworden.
Möglicherweise war dies ihm nicht einmal bewusst.
Dann traf er er diese Frau und plötzlich war es wieder spannend.
Tja und dann fing es an.
Und genau zu diesem Zeitpunkt wären Gespräche mit dir fair gewesen.
Aber möglicherweise war er da noch so unentschieden, dass er zuerst einmal abwartete. Die Gespräche, Telefonate. . . mit dieser Frau bestärkten ihn dann.
Aber bedeutet das jetzt auf jeden Fall, dass eure Ehe schlecht war?
Nein!
Zitat von klene: Ich nehme ihm allerdings nicht ab, dass er die ganzen Jahre unglücklich war.
Nein, dass würde ich ihm auch nicht glauben.
Denn dann hätte er sprechen
müssen.
Jeder ist für sich und sein eigenes "Glücklichsein" verantwortlich.
Es klingt somit eher so, dass diese Aussage auf Grund seines Erklärungsnotstandes entstanden ist.
Zitat von klene: Er wollte nie ein Haus, nicht so früh heiraten (nach 7 Jahren Beziehung), das 1. Kind nicht zu dem Zeitpunkt, das 2. eigentlich gar nicht (dann wurden es auch noch Zwillinge) und Nummer 4 sowieso nicht (sie war nicht geplant), den Hund wollte er auch nicht (den hat er mir letztes Jahr zum Geburtstag geschenkt).
Wirklich unfair ist diese Begründung.
Er ist erwachsen und war und ist somit verantwortlich für seine Handlungen und seine Entscheidungen.
Selbst gegen die eigenen Wünsche zu handeln, ist eine Entscheidung.
Warum ließ er es zu?
Warum sprach er nie?
Entscheidungen haben i.d.R. Konsequenzen.
Eigentlich sollte man von einem erwachsenen Mensch erwarten können, dass dieser zu seinen Entscheidungen steht.
Im Nachhinein über die Existenz von Kindern zu jammern, ist erbärmlich.
Nun er hat sich jetzt gegen eine Ehe mit dir entschieden.
Triff du jetzt deine Entscheidungen.
Aber, wie schon erwähnt, stell dich nicht selbst in Frage.
Nur weil dein Mann momentan deinen Wert nicht erkenn kann, bist du es dennoch.