Zitat von tamis: Sie hat mich bis zur Trennung anders gesehen. Das zeigen Briefe und Aussagen. Die können gelogen sein. Ich weiß es nicht.
Es muss nicht immer gelogen sein, was der Mensch sagt oder schreibt, die Sicht kann sich durch neue Erkenntnis ändern, und wenn man dann nicht redet oder der andere nicht zuhört oder selber sieht, dass sich etwas geändert hat, wird er im Glaube bleiben, dass alles ok ist.
Wir verändern uns und unsere Sicht auf Dinge im günstigen Fall täglich...durch Gespräche...durch Hinterfragen eigener Sichtweisen...durch Erfahrungen, da helfen alte Briefe und vergangene Aussagen nicht, um einen Menschen, sein Denken, Fühlen und Verhalten zu beurteilen.
Wenn wir Interesse daran haben, zu erfahren, was der andere denkt, fühlt und tut, müssen wir Kontakt zu ihm aufnehmen - wenn wir den Kontakt nicht wünschen oder andere Vorbehalte haben, dann müssen wir auf Abstand bleiben und die Gedanken abschalten, statt sie Tag und Nacht im Kopf herumzudrehen, wie einen Kuchenteig im Mixer.
Wenn das Abschalten dann mal so einfach wäre.
Jeder muss da seinen Weg suchen.
Ich jedenfalls meine, dass wir unser eigener Feind sind wenn wir uns gegen unsere Wünsche und Vorstellungen stellen, wenn wir auf Abstand gehen, obwohl es uns zu dem anderen zieht.
Zu glauben, dass die Zeit diese Wünsche abstellt, ist Selbstbetrug...und mit Gewalt gegen eigene Wünsche vorzugehen seelischer Selbstmord. Ich habe es immer so gehalten, dass ich solange hinter dem Objekt meiner Begierde herlief, mir solange ansah, wie er ist, was er tut, bis mir sein Verhalten sozusagen aus dem Hals heraus hing, bis mir sein Benehmen auf den Zeiger ging...bis ich einfach genug von ihm hatte....dann konnte ich abschließen.
Einfach ist es jedenfalls nicht, sich selber von einer Schiene herunterzubringen, auf die man sich irgendwann gestellt hat, weil man dachte sich eigene Wünsche und Bedürfnisse mit einer bestimmten Person erfüllen zu können. Besser ist, sich Wünsche selber zu erfüllen, den Partner nur als Kirsche auf der Sahne zu sehen.