Zitat von Darek: Auch diese Art von mir hat in der Vergangenheit sehr oft zu Streitereien zwischen meiner Frau und mich geführt, ich fühlte mich oft zwischen zwei Stühlen und wusste nicht wo hin. (da kam wieder der Wunsch nach Weglaufen).
Also hat es Deine Frau gestört, dass Du die Hilfeleistung gegenüber den Eltern über Familienzeit gestellt hast. Der Wunsch nach Weglaufen ist ein Indiz für Überforderung, weil Du nicht weißt, wem Du es recht machen musst.
Deine Eltern sind recht vereinnahmend, aber wie es scheint noch recht fit. Und dass etwas gleich gemacht werden muss, ist nicht der Fall. Vielleicht solltest Du es mal üben, hier Position zu beziehen. Ich helfe Euch gerne, das wisst ihr, aber ich habe jetzt keine Zeit mehr, weil ...
Die Eltern sind es gewöhnt, dass Du spurst und werden das nun schwerlich einsehen. Aber ich denke, es ist auch in Deinem Interesse, hier Grenzen zu setzen. Zumal Du bzgl. Deiner Geschwister auch die A-Karte gezogen hast, Die leben ihr Leben, rufen vielleicht mal an, kommen zum Geburtstagskaffee vorbei und alles ist erledigt. Für sie, für Dich nicht. Und daran wird sich nichts ändern, selbst wenn Du was sagst. Denn es ist bequem zu wissen, dass Du ja da bist und fast daneben wohnst. Geschwisterliche Solidarität: Fehlanzeige.
Schwer, weil Du dann ein schlechtes Gewissen hast und Dich fragst, darf ich das? ja, ich denke schon, dass Du auch an Dich denken darfst. Und an Deine Frau, die Deinen sportlichen Ehrgeiz halt nun mal nicht teilt. Sie hat andere Prioritäten. Also erwarte nicht, dass sie so ist und denkt wie Du.
Du steckst doch auch in der in Deiner Kindheit erlernten Rolle fest. Du bist der Ältere, die Geschwister sind deutlich jünger. Vermutich wurdest Du schon früh in die Rolle des großen Bruders gesteckt, der die kleinen betüteln muss und sie verstehen muss, weil Du ja schließlich vernünftig und groß bist. Und das geht jetzt schon weiter. Deine Bedürfnisse zählten vermutlich kaum und Du fühltest Dich übergangen. Einerseits ist die Rolle des großen Bruders ein Gewinn, weil man "wer" ist, andererseits eine Last, weil man sich kümmern soll. Als Kind konntest Du gegen die Eltern keine Position beziehen und das ist Dir geblieben, wie Du siehst. Es ist selbstverständlich dass Du alles machst und tust und das zu dem Zeitpunkt den Deine Eltern möchten.
Vieleicht hast Du Dich da zu wenig abgenabelt? Und das macht wiederum Deine Frau sauer, die das mit anschaut und sich denkt: Ja, für die tut er alles, alles geht nach Wunsch, aber was ist mit mir? Scheinbar ist das auch "wurscht".
Zitat von Darek: Manchmal habe ich jedoch die Angst dass ich (wir) herausfinden, dass wir ganz unterschiedliche Vorstellungen haben was die Zukunft betrifft. Unsere Kids sind mehr und mehr eigenständig, irgendwann kommt das Thema Eltern, die ebenfalls das Eheleben auf die Probe stellen.
Deine Angst ist berechtigt, denn das wird so kommen. Die Eltern werden körperlich und im schlimmeren Fall auch mental abbauen. Ich sehe das an meinem Vater und der ist 87. Körperlich ist er gut beieinander, augenscheinlich auch gesund, seine Blutwerte sind prima, aber das Gedächtnis und der Verstand ....
Das macht mir auch Angst, dass er irgendwann dement werden könnte und was dann, zumal ich auch die Ältere der Schwestern bin, meine Schwester 60 km weit entfernt lebt und obendrein dreimal pro Woche an die Dialyse muss und nicht mehr arbeiten kann.
Außer klugen Worten habe ich da keine Hilfe zu erwarten. Ja, das ärgert mich, weil wie immer alles an mir hängen bleibt. Am hilfreichsten ist noch mein Mann, der meinen Vater oft zum Arzt fährt und begleitet, weil er sonst den Eingang zur Praxis nicht finden würde. Er ist im Ruhestand, ich arbeite noch.
Das ist toll. zumal es ja nur seine Schwiegereltern sind.
Wir verstehen uns in vielem nicht, aber das ist egal. Manche Dauerbrennersätze kann ich nicht mehr hören, aber das ist auch egal, weil hier zwei grundverschiedene Menschen aufeinander treffen, die unterschiedliche Vorlieben haben. Aber dennoch möchte ich ihn nicht in meinem Leben missen, zumal er mich oft zum Lachen bringt, wenn er andere Menschen nachmacht - und dabei ernst bleibt, was mich noch mehr zum Lachen bringt. Ich mag ihn, wie er ist.
Ich finde, man kann Unterschiede im Wesen gut aushalten, wenn man enen Blick auf das Positive richtet. Wer hat denn mit der gefallsüchtigen Frau virtuell rumgeflirtet? Warst das nicht Du? Und jetzt beschwerst Du Dich darüber, dass sie nicht sportlich genug ist und an ihrem Körper feilt wie Du? Ist das nicht ein wenig vermessen oder übertrieben?
Ich will Dich ja nicht schimpfen, ich finde Dich auch sympathisch, aber die Abwertung Deiner Frau finde ich nicht so toll.
Deine Eltern sehen Deine Bedürfnisse nicht, sie fordern und verlangen, Deine Geschwister lassen Dich mit der Verantwortung allein und glänzen durch Abwesenheit. Die sehen Deine Bedürnisse auch nicht. Das ist Frust genug, aber muss es denn noch sein, dass Deine Frau jetzt noch 10 kg abnimmt, nur weil Du das so siehst? Mach es Dir doch nicht noch schwerer. Ohne Akzeptanz geht es nicht und jeder hat gute und schlechte Seiten. Deine Frau muss nicht Deine Bedürfnisse erfüllen, aber ich schätze, Du siehst auch hier, dass Deine Bedürnisse nicht genug gesehen und gewürdigt werden.
Dass Deine Frau sauer wegen der Eltern ist, verstehe ich schon - ein wenig. Es spricht dafür, dass sie sich zurückgesetzt fühlt - vielleicht zurecht. Vielleicht übst du mal, die Forderungen Deiner Eltern nicht sofort zu erfüllen und erzählst es ihr? Wie wäre es damit?
Und wie meinst Du das mit den Zukunftsvorstellungen, die möglicherweise nicht übereinstimmen? Hier spielt ja wieder das Elternthema mit rein, habe ich da Recht?