@Darek – du bist wirklich ein Meister der Selbsttäuschung.
Du fährst morgens heimlich zu einer Frau, die dich emotional längst im Griff hat, lässt dich umarmen, lässt Nähe zu, sitzt mit ihr auf der Terrasse beim Kaffeeklatsch der besonderen Art – und erzählst hier stolz, wie heldenhaft du es geschafft hast, nicht mit ihr ins Bett zu gehen?
Wow. Standing Ovations für den moralischen Kraftakt, den Reißverschluss zugehalten zu haben. Willst du einen Orden dafür?
Du erzählst ihr sogar von deinem Kumpel als möglichem Partner – ein netter Trick, um dir selbst einzureden, du würdest sie nur loswerden wollen.
Tatsächlich ist es nichts anderes als ein Ablenkungsmanöver für dein angeschlagenes Gewissen, während du jede Form von Nähe genießt – nur halt ohne Sex, noch.
Und dann kommt der eigentliche Knaller:
Deiner Frau – die Person, die du angeblich liebst, mit der du dein Leben teilst, mit der du Kinder hast – ihr gegenüber kriegst du das "Maul" nicht auf.
Aber zur anderen Frau fahren, mit ihr schreiben, sie umarmen, ihre Nähe zulassen – das geht.
Du hast also genug Mut, dich morgens heimlich in ein fremdes Haus einzuladen – aber nicht den Ar. in der Hose, dich zu Hause an den Tisch zu setzen und endlich offen zu reden?
Weißt du, was der Unterschied zwischen dir und einem Mann mit einer laufenden Affäre ist? - Gar keiner mehr.
Gut der Sex fehlt noch – aber der kommt. Du bist emotional längst dort angekommen.
Der nächste Beitrag wird lauten: "Ich habe eine Affäre. Ich weiß nicht, wie das passieren konnte. Ich bin so zerrissen.“
Spoiler, Darek: Du bist nicht zerrissen. Du bist feige.
Und während du dich hier selbst bemitleidest, weil du dich angeblich "seelisch verletzt“ fühlst, sitzt zu Hause eine Frau, die keine Ahnung hat, was du da treibst.
Da sind Kinder, die denken, ihr Vater sei verlässlich, ehrlich und integer.
Das hier ist keine Tragödie, in die du unverschuldet hineingeraten bist - das ist ein Drama, dessen Drehbuch du selbst geschrieben hast. Szene für Szene und im vollen Bewusstsein.
Du willst wissen, wie man sich selbst verletzt?
So wie du es machst - Indem man Verantwortung meidet, sich selbst belügt, alle anderen im Unklaren lässt – und sich dabei auch noch als armes Opfer inszeniert.
Was du dabei aber völlig übersiehst – oder ganz bewusst wegdrückst – ist Folgendes:
Du bist nicht der, dem wehgetan wurde oder wird. Du bist der, der gerade dabei ist, anderen weh zu tun. Und zwar mit Ansage.