@Darek, dass dich diese Erfahrung bis heute prägt, ist so verständlich. Schmerz, der so tief sitzt, wird nicht einfach zu einer "alten Kamelle“. Und ich finde es mutig, dass du das überhaupt ansprichst – das ist oft der erste Schritt raus aus solchen festgefahrenen inneren Bildern.
Zitat von Darek: Wie soll ich das machen, wenn es in meinem Inneren so fest verankert ist?
Wenn du dich selber unter Druck setzt wird das auch nichts.
Versuche es mal so zu sehen: Es ist ein Prozess. Vielleicht nicht auf einmal. Vielleicht nicht mit einem großen Knall. Sondern mit kleinen Schritten. Mit einem ersten inneren Innehalten – und der Frage: Will ich wirklich, dass dieser alte Schmerz weiterhin mein heutiges Handeln bestimmt? Oder darf ich heute einen anderen Weg für mich finden – weil ich heute ein anderer bin?
Mir hat irgendwann der Gedanke geholfen: Ich muss mich nicht von heute auf morgen befreien. Aber ich darf anfangen, den Käfig von innen zu begreifen. Zu merken, wann ich mich gerade klein mache. Und mir dann ganz leise zu sagen: Es ist okay, dass du Angst hast – aber du darfst trotzdem du selbst sein.
Zitat von Darek: Nur ich weiß nicht ob ich es alleine schaffen kann.
Ich glaube, viele alte Prägungen kann man auch gar nicht ganz allein auflösen – und man muss es auch nicht. Manchmal braucht es einfach jemanden, der einem zur Seite steht, der hilft, den Knoten überhaupt erstmal zu erkennen. Und sei es erstmal nur, um wieder Vertrauen in sich selbst zu entwickeln.
Du hast schon einen riesigen Schritt gemacht, indem du diesen Schmerz benennst. Das ist kein Zeichen von Schwäche – sondern von Stärke. Vielleicht ist es gar nicht entscheidend, ob du es alleine schaffst, sondern ob du dir erlaubst, Unterstützung anzunehmen, wenn du spürst, dass es alleine zu schwer ist.
Ich selbst habe an genau so einem Punkt gemerkt: Ich schaffe es nicht mehr allein – und ich darf mir helfen lassen. Einzelsitzungen bei einer Therapeutin haben mir damals sehr geholfen, mein inneres Chaos zu sortieren und mir Stück für Stück wieder selbst näherzukommen. Ohne Druck, aber mit einem geschützten Raum, in dem ich mal im Mittelpunkt stehen durfte.
Vielleicht wäre das auch für dich ein erster Schritt raus aus diesem inneren Käfig – nicht perfekt, nicht gerade aus, aber liebevoller mit dir selbst.
