Zitat von Darek: jedoch das meiste war wirklich was mich stört an unserer aktuellen Situation.
Wie war es denn bislang, wenn Du einen Wunsch geäußert hast oder Dich etwas gestört hat?
War das dann die Ankündigung, dass Du Dich darum kümmern wirst?
Oder hast Du insgeheim gehofft, dass sie sich dann darum kümmert?
Z.B. Wenn Schuhe, Jacken und Taschen im Flur rumliegen und Du ihr sagst, "Dass ich ständig über Turnschuhe stolpere, wenn ich reinkomme, nervt. Die Kinder lassen alles rumliegen."
Hat sie dann neue Haken für die Jacken besorgt und die Schuhe neu organisiert oder den Kindern gesagt, dass sie sich drum kümmern müssen? Oder warst Du das?
Daran kann man dann sehen, ob Dein "Auskotzen" nur eine Ich-Aussage war oder Du sie indirekt damit angetrieben hast.
Zitat von ElGatoRojo: aber hier ist doch ziemlich deutlich, dass sie die Route vorgibt.
Ja, o.k. - kann sie machen. Aber dass er immer folgt, ist dann auch oft Konklfliktvermeidung. Bis dann irgendwann die Dämme brechen.
Sie soll nicht die aktivere, entscheidungsfreudigere sein, die sich mitteilt (aka. "dominant"), aber gleichzeitige soll sie die emotionale Arbeit für beide übernehmen. Selbst, soll sie immer reguliert auftreten und jeder Zynismus, schnippische Bemerkung, Hilferuf und Kritik unterlassen. Aber ihm ist nicht mal zuzumuten, das Thema, das ihm auf dem Herzen liegt, überhaupt anzusprechen. Das soll sie ihm abspüren, zwischen den Zeilen erkennen können, an seinem Verhalten bemerken und dann proaktiv ansprechen, um sich ihre Arbeitsaufträge für die Ehe abzuholen.
Ich sag ja: Der Anspruch, der an Frauen gestellt wird, ist wesentlich höher als das, was man von Männern zu leisten erwartet. Und das, ladies & gentlemen, ist die klassisch patriarchale Rollenverteilung, die in einer Ehe die Zufriedenheit und Lebenserwartung von Männern erhöht und die von Frauen in einer Ehe schmälert. Und das ist die Last und Arbeit, die (unter anderem, denn ihr Mann finanziert ihr Leben ja nicht vollständig und überließ ihr dennoch Haushalt und Kinder fast vollständig) seine Frau zur Chipstüte greifen lässt.
Die größte Chance, dass Dareks Frau Gewicht verliert, ist eine Trennung.
Zitat von nalea: Sie wusste doch, dass es ihm schwerfällt zu sprechen. Warum also nicht auf ihn eingehen und die eigenen Antennen schärfen?
Warum soll sie ihm noch mehr dienen? Wann dient Darek ihr? Sein Beitrag zur Familie ist vor allem Geld. Das findet sie doch überall, kann es selbst generieren, sobald sie die Kinderverantwortung mit jemandem teilen kann und bietet fast jeder Mann.
Ein guter Austauschpartner, eine emotionale und organisatorische Stütze, jemand, der ihre Interessen teilt und ihr stets wohlwollend und liebend gegenüber tritt, ist er ja nicht (mehr).
Und ob sie es für ihn noch ist, spielt bei ihrer Entscheidung, die Ehe aufzugeben, ja keine Rolle.
Wenn also der Erhalt der Ehe noch Dareks Ziel ist, dann würde ich an seiner Stelle den Bogen nicht überspannen.
Er hat die Exklusivität der Paarbeziehung (wenn auch nicht mit Genitalien und Zungen, aber doch) mit Umarmungen körperlich aufgehoben. Und statt sich dafür zu entschuldigen und an sich zu arbeiten, überzieht er seine Frau mit Vorwürfen und Wünschen seinerseits.
Halte ich für kein Gewinnerkonzept.
Zitat von BernhardQXY: Ich glaube aber dass es besser wäre, Tipps und Erfahrungen zu schildern, wie die beiden jetzt miteinander umgehen könnten.
Da hat Bernhard recht.
Für den Umgang miteinander ist aber vor allem die innere Haltung ausschlaggebend.
Wenn Darek glaubt, seine Frau schulde ihm was und müsse ihm nun sein Leben Recht machen, trifft er möglicherweise auf eine Frau, die davon ausgeht, dass jetzt Mal etwas Energie und Engagement von Darek kommen darf und er seinen Lebensentwurf jetzt auch mal selbst umsetzen und verantworten darf.
Zitat von nalea: blenden wir beim Filtern Teile aus, die unsere Antwort nicht unterstützen
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