Zitat von Waris07: Egal, was sie tut – es reicht dir seit neuestem nie. Du gibst ihr zwar manchmal Recht, machst es aber direkt wieder klein oder spottest darüber. Du scheinst auch geradezu fieberhaft nach neuen Mängeln / Verfehlungen zu suchen.
Boah das ist harter Tobak, was du ihm da unterstellst. Aber ok deine Meinung, die jedoch schon darauf abzielt, ihn als den hinzustellen, der alles zerstört.
Ich sehe ihn anders, weil ich es auch von mir kenne. Z.B. das Problem mit der Ordnung um es exemplarisch zu nehmen. Ich "leide" seit Jahren darunter, dass mein Mann und ich andere Auffassungen von Ordnung haben. Um Streit zu vermeiden, wo ich immer den Kürzen gezogen habe, habe ich dann auch irgendwann aufgegeben. Es war das Recht des Stärkeren, das letzten Endes gezogen hat. Wenn mein Mann mal ein paar Tage nicht da ist, sitze ich in meinen Räumen, alles an seinem Platz, keine zerknüllten Pölster und Decken, der Tisch und das Waschbecken immer frei von Geschirr und ich genieße und lebe richtig auf. Obwohl ich auch "wohne", ich stehe auf, mache alles in 30 Sekunden zurecht und es ist schön und ich bin glücklich. Es wäre eigentlich so einfach. Nur er ist eben anders und irgendwann habe ich mich damit arrangiert und jeder Besuch muss angekündigt sein, damit ich diesen auch durch die Türe lasse. Mag sein, dass es mit dem Ordnungssinn übertrieben ist, aber wie soll man sich da ändern? Wie sich der Unordentlichere nicht ändern kann/wird, kann der Ordentliche sich nicht auf einmal wohlfühlen, wo es ihm den Blutdruck hochschnellt.
Zitat von Waris07: Was übrigens nichts Neues ist – das liest man hier in etlichen Threads. Eine klassische Fremdverguck-/Affärendynamik, in der eine idealisiert und die andere abgewertet wird.
Das ist natürlich der übliche Spruch der kommt, nichts Neues aber interessant, dass er immer wieder ge- und missbraucht wird.
Kann es nicht sein, dass diese andere Frau ihn nur wach gerüttelt hat? Einfach ein Symptom ausgelöst hat, das so schon lange irgendwo subtil vorhanden war?
Darek hat genau dies mMn erkannt und bemüht sich nun, sich an die Punkte heranzutasten, die er als Auslöser für seine Entgleisung festmachen kann.
Solle das nicht eher lobenswert sein? Seine Frau sollte doch das Gleiche machen. Kritikpunkte klar formulieren, darüber sprechen und eine Lösung finden? Sollte nicht das das Ziel sein, um gegenseitiges Verständnis aufzubringen und dann an diesen "Brocken" zu arbeiten?
Darek hat im Grunde Stück für Stück eruiert und kann die Punkte klar benennen. Es liegt nun an seiner Frau, IHRE Punkte zu erkennen, zu benennen und in Form einer Diskussion auf Augenhöhe die Verwerfungen zu analysieren und einen goldenen und lebbaren Mittelweg für BEIDE zu finden.
Das sollte doch Ziel in einer Aufarbeitung einer Beziehungskrise sein?
Zitat von Waris07: Traust du dich (noch) nicht, wirklich ehrlich hinzuschauen – auch auf dich selbst? Auf das was du da gerade tust und die Rollen, die du da gerade eventuell verteilst?
Er schaut doch ehrlich hin. Er sieht die Knackpunkte. Ob er nun richtig liegt, muss das Paar intern klären. Da werden wir hier keinen Einfluss haben können. Kann sein, dass er komplett over liegt und er zurück muss. Weiß ich nicht, du nicht, keiner, weil keiner bei denen daheim ist.
Ich hatte noch nie eine Paartherapie, weil mein Mann das als absoluten Schwachsinn abgetan hat, aber ich kann mir vorstellen, dass man hier die Punkte benennen muss, die in der Vergangenheit störend waren und dann wird Punkt für Punkt aufgearbeitet und geschaut ob ein gehbarer Weg für BEIDE gefunden werden kann. So wäre zumindest meine Vorstellung von einer Paartherapie, aber da fehlt mir wirklich die Erfahrung.