Waris07
Mentorin
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Zitat von Darek:Ein weiteres Thema was meine Frau und ich heute behandelt haben war folgende Situation. Gartenprojekt, es sollte statt einer Holzwand eine feste Mauer gebaut werden. Wir hatten die Diskussion was sinnvoll wäre. Meine Frau sagte Mauer, ich sagte Holzwand. Mauer viel Arbeit, hohe Kosten. Holzwand wenig Aufwand, ...
Ich musste so lachen, als ich deine Schilderung gelesen habe - weil sie mir so herrlich vertraut vorkam. Und ich bin mir sicher, ich war nicht die Einzige, die da innerlich genickt und geschmunzelt hat!
Mal ehrlich: Das, was du da beschreibst, ist doch Beziehungsalltag in Reinform. Ein Projekt steht an, beide haben natürlich die perfekte Lösung parat - ist ja klar. Dann beginnt das sanfte Ringen: Jeder versucht, den anderen davon zu überzeugen, dass die eigene Idee die bessere ist (Spoiler: Natürlich mit felsenfester Überzeugung, aber insgeheim weiß man - so ganz objektiv ist das alles nicht ). 😉
Da wird argumentiert, gezweifelt, verworfen, wieder aufgegriffen - manchmal fühlt sich das an wie ein kleines Beziehungs-Gipfeltreffen mit Bauplan. Und ja, manchmal wird es dann eben die Mauer. Nicht, weil einer verloren hat, sondern weil man gemeinsam dort angekommen ist - über Umwege, Diskussionen und Reibereien.
Und genau das ist doch das wahre Leben: Diese kleinen Reibereien sind das Salz in der Beziehungssuppe. Am Ende steht da etwas, das gemeinsam entstanden ist. Nicht perfekt, nicht ohne Debatte - aber immerhin kein monatelanger Stillstand und keine brachliegende Baustelle, wie man sie sonst eher bei öffentlichen Projekten sieht. 😜
Die Hauptsache ist doch, es ist etwas entstanden – und beide haben sich eingebracht.
Kleiner persönlicher Bonus zum Schmunzeln: Wir - oder besser gesagt mein Mann - hatten nämlich ein ganz ähnliches "Paarprojekt“ im Sinne – mitten in der Coronazeit. Ich war im totalen Arbeitsstress, mein Mann plötzlich mit mehr Freizeit gesegnet als gewohnt. Und dann kam der (sein) berühmte Geistesblitz: Der Garten sollte verschönert werden – mit einem Teich!
Er erzählte mir voller Euphorie von seinem Plan, quasi mit leuchtenden Augen und imaginärem Bagger in der Hand – und was soll ich sagen: Bei mir stieß das nicht gerade auf Begeisterung. Zum einen, weil ich nie das Bedürfnis nach einem Teich hatte (schon gar nicht in der Dimension, die ihm vorschwebte), zum anderen, weil ich wusste: Mein Mann ist der Typ - Ich fang mal an, und dann schauen wir weiter.
Die Diskussion? Natürlich vorprogrammiert. Erst versuchte ich, ihm das Projekt komplett auszureden, dann wenigstens zu verkleinern. Ergebnis: Der Teich wurde minimal kleiner – aber ansonsten ging alles genau so los, wie ich es befürchtet hatte: Wochenlange Bauarbeiten, Chaos im Garten und streckenweise eine wahre Regen-, Matsch- und Schlammschlacht. Aber hey – wenigstens haben wir jetzt einen Teich… und eine gute Geschichte zum Lachen!