Zitat von Darek: ich mich ihrer Art angepasst habe,
Das glaube ich nicht.
Du hast nichts aus ihrem Elternhaus geschrieben, aber von Deinem problematischen.
Hätte sie dysfunktionale Eltern, hätten wir in knapp 200 Seiten sicherlich davon erfahren.
Ich glaube eher, dass sie sich an das, was Du ihr (unbewusst?) geboten hast, angepasst hat.
Frag sie mal, ob sie nicht viel lieber mit einem Mann zusammen ein Haus gefunden hätte, das er dann auch toll findet und nicht nur "klein" und "gebraucht".
Deine Hilfe im Haushalt scheint in regelmäßigen Abständen hinter ihren Erwartungen zurückzufallen.
Pfeffermühle war leer. Statt das Nachfüllpäckchen zu finden und nachzufüllen, hast Du ein zweites Nachfüllpäckchen gekauft und keins der beiden benutzt.
Kann passieren.
Aber nicht ständig, 16 Jahre lang.
Dann wird aus dusselig dämlich.
Insofern war Deine Hilfe und "Mitarbeit" an der Stelle ja wirklich fürn A...
Klar, hätte sie so nicht sagen müssen. Aber hast Du aus dem vermanschten Geburtstagskuchen, bei dem Du auch nur mit halbem A. bei der Sache warst und Deine Mithilfe in einer Rettungsaktion mündete, was gelernt?
Und so wehrlos, wie Du Dich gibst, bist Du ja nicht, wenn Du daraufhin nuklear wirst mit "und die anderen sagen auch, ...". Reicht es nicht, wenn Du nicht so mit Dir sprechen lassen möchtest? Musst Du als Argument etwas, was sie Dir von ihrer Arbeit erzählt hat, wo sie sich Dir geöffnet hat, im Streit gegen sie verwenden, um Deinem Standpunkt mehr Gewicht zu verleihen?
Sie muss fair bleiben. Aber aus Dir bricht es dann einfach so raus, weil Du so ungeübt im Wehren und Kommunizieren bist. Und der Streit ja eigentlich ihre Schuld ist.
Du siehst ihre Muster, dabei beschreibst Du hier vor allem Deins:
Zitat von Darek: Meine Frau ist sehr intelligent und sie weiß ganz genau was sie möchte und das steht ihr in allen Lebenslagen im Weg. Sie ist der Meinung, dass alle so denken und handleln müssten wie sie, weil sie weiß was richtig ist.
Zitat von Darek: Meine Frau und ich habe uns wegen einem "Geburtstagskuchen" gestritten, etwas hat nicht so geklappt wie sie es sich gedacht hat. Sie meinte "klar, wenn ich es will dass es funktioniert, muss ich es selbst machen".
Zitat von Darek: Ich habe ihr daraufhin bestätigt, dass sie Recht hat, will sie es so wie sie es sich vorstellt, dann muss sie es selber machen
Hier wäre es richtig gewesen, den Pfeffer nachzufüllen.
Aber es ist ihr schlechtes Muster, wenn sie von Dir erwartet, das auch zu sehen?
Aber Du willst Mitsprache und Dich durchsetzen und mit ihr auf Augenhöhe kommunizieren, während sie ins Leere zu greift in einer Situation, die sie ohnehin schon nervt.
War, den Pfeffer nachzufüllen, zu viel von Dir verlangt? Hätte sie diesen "Auftrag" anders erteilen müssen, damit es klappt?
Zitat von Darek: Ich versuchte schon mehrmals ihr klar zu machen, dass sie nicht erwarten kann, dass jeder so rational und inteligent denkt wie sie, jeder tickt anders, geht einen anderen Weg. Solange sie für die Handlung anderer nicht verantwortlich gemacht wird, soll sie sich zurückhalten, aber das kann sie eben nicht, weil sie denkt: "so dumm kann doch kein Mensch sein, wieso macht er das jetzt so und nicht so, es wäre doch viel schlauer und richtig". Auch wenn es sich am Ende tatsächlich für richtig herausstellt was sie gesagt hat, aber wenn man den Menschen von vorneherein zu verstehen gibt, dass das was sie machen nicht schlau ist, dann darf man nicht erwarten, dass diese Menschen einen in ihre Entscheidungen einbinden, um Rat fragen, oder sich freuen mit ihm zusammen zu arbeiten oder zu leben.
Zitat von Darek: Ich fühle mich da angegriffen für etwas wofür ich nichts kann, bzw. für etwas was ich nicht mit Absicht gemacht habe
Zitat von Darek: Ich weiß nicht, ob ich ein altes Muster so einfach von jetzt auf nachher ändern kann.
Zitat von Darek: Ich will einfach herausfinden an was unsere Ehe immer wieder strapaziert wird und wie wir es schaffen, in Zukunft besser aufeinander einzugehen.
Und jetzt schau Dir die Pfeffersituation nochmal zusammen mit den hunderten von ähnlichen Situationen aus den letzten 16 Jahren an.
Daher glaube ich auch das nicht
Zitat von Darek: Wir haben 25 Jahre lang funktioniert, da ich mich ihrer Art angepasst habe,
Du hast in 25 Jahren nicht gelernt, solche Situationen aufzulösen, z.B. so
Zitat von Wirdschon: Vielleicht nimmst Du sie einfach in den Arm und sagst ihr, ach komm, lass den Pfeffer Pfeffer sein und küss mich. Und ihr macht das Essen dann gemeinsam fertig.
Sondern Du bietest ihr immer wieder den gleichen Anlass.
Und statt ihr dann anzubieten, die Pfeffermühle schnell aufzufüllen (sofern Du weißt, wie das geht) oder ihr anderweitig beim Kochen zu helfen, weiß sie, dass sie auch noch den kleinsten Handschlag auf keinen Fall Dir als "Auftrag" geben darf. Dass sie sich nicht auf Dich verlassen kann. Dass Du es nicht wie jeder andere erwachsene Mensch einfach erledigst, sondern auch das wieder völlig unproduktiv Sand in ihrem Getriebe wird. Nur, um Dich zu behaupten.
Aber sie soll mit Dir auf Augenhöhe sprechen und sich so zurecht machen, dass andere Dich um sie beneiden.
Und eine Paartherapie soll sie dazu bringen.
Und dann wechselst Du wieder die Wahrnehmung:
Zitat von Darek: ich nicht mit dem was meine Frau zu mir oder wie sie es sagt und meine Frau nicht mit der Situation, dass sie jetzt auf einmal einen Eiertanz um mich herum machen muss, damit ich nichts in den falschen Hals bekomme.
Denn den "Vorwurf" bzw. "Angriff" Deiner Frau beim Essengehen gab's ja gar nicht.
Und das mit dem "in den falschen Hals bekommen" hast Du vor wenigen Tagen hier noch als Deinen eigenen Wunsch genannt.
Bist Du sicher, dass Du da nicht ne Menge auf Deine Frau projizierst?
Und ihr Verdacht, dass das ein Muster aus Deiner Kindheit sein könnte, nicht doch stimmt. Aber Du das nicht bearbeiten kannst, weil dann ja schon wieder eine "nur Hausfrau und Mutter" Dir überlegen war?
Und das, was sie Dir eigentlich sagt, nämlich dass Du Dich im Haushalt nicht wie der erste Mensch anstellen und mitdenken sollst, bei den Kindern auch mal helfen kannst und der 6 mit Dir ihr sehr selbstbezogen erscheint und sie sich daher neben Dir mutterseelenallein fühlt, hörst Du nicht, bzw. weigerst Dich, daran etwas zu ändern, weil sie es "falsch" sagt.
Preisfrage: Hast Du denn in den Stunden danach wenigstens den Pfeffer aufgefüllt und auch bei den anderen Gewürzen den Füllstand gecheckt? Oder war das wieder was, was Du, nachdem sie es Dir falsch gesagt hat, nicht machen konntest und sie es besser von Anfang an selbst gemacht hätte?
Ach, ist doch nur Pfeffer. Ach, ist doch nur Kuchen. Ach, ist doch nur Joggen. Ach, sind doch nur Hausaufgaben. Ach, ist doch nur 6.
Jeder einzelne Punkt vernachlässigbar. Aber alles zusammen zeigt, dass Du ein Muster hast, um das sie ständig herumtanzen muss, wenn sie von Dir irgendwas außer Deinem Beitrag zu den Finanzen erwartet. Bei den Kindern hast Du schon zugegeben, dass das ihr Job ist. Beim Haushalt scheint nur "Putzen für Gäste" zu klappen. Beim Rest muss sie mit Deinen halbherzigen Versuchen zufrieden sein, sonst bockst Du komplett und schießt neuerdings(?) auch gerne mal unter der Gürtellinie.
Und jetzt soll sie in einer Paartherapie lernen, sich mit Deinen Blockaden anzufreunden und noch weniger Erwartungen an Dich zu stellen, bzw. diese selbst nach einem Fail nur ganz liebevoll zu formulieren und drüberwegzulächeln, damit Du nicht bocken, ihren "Angriff" abwehren und Dich zurückziehen musst?
Und das Nachfüllen der Pfeffermühle würdest Du weiterhin als "Anpassen an sie" und "Dich ihrer Dominanz beugen" bezeichnen?
Meine Güte, füll das Ding nach, sag sorry, dass Du nicht dazu gekommen bist oder nicht mitgedacht hast, und gut ist. Du bist doch kein hilfloses Kind und Deine Frau ist nicht Deine Mutter.
Wie soll Deine Frau denn abends scharf auf Dich sein, wenn Du tagsüber im Haushalt so einen Firlefanz aufführst und nicht mal Pfeffer nachfüllen kannst, ohne daraus einen Selbstbehauptungsschattenkampf zu stricken?
Gegenfragen:
Was hat Deine Frau an Dir?
Warum sollte sie bei Dir bleiben?
Wann und worin bist Du ihr wirklich eine Stütze?
Wann konnte sie sich das letzte Mal blind auf Dich verlassen?
Wann hat sie Dir das letze Mal einen "Auftrag" gegeben, gegen den Du Dich innerlich nicht gewehrt und ihn nur halbherzig ausgeführt hast?
Wann hast Du sie das letzte Mal spüren lassen, dass Du sie liebst?
Zitat von Darek: Weil ich mit der aktuellen Situation nicht mehr zufrieden gewesen bin.
Du und andere unterstellen Deiner Frau, dass sie mit der Situation vor Deinem Fremdkuscheln zufrieden war. Stimmt das denn? Hast Du sie das mal gefragt?
Und was wäre passiert, wenn sie Dir gesagt hätte, dass sie unzufrieden damit ist, wie Du Dich zu Hause verhältst?
Zitat von Darek: Sie erzählt mir immer wieder welche dummen Entscheidungen oder Handlungen bei Ihr auf der Arbeit gemacht werden, so nach dem Motto: "würden sie mich fragen dann wüssten sie es besser". Und deshalb fühlt sie sich so "alleine". Auch mir gegenüber tritt sie immer wieder so auf, und das bring mich dazu, dass ich entweder keinen Finger rühre, weil ich dann denke, egal was ich mache, ist nicht richtig, oder ich mit dann angegriffen und als dumm dargestellt fühle, ganauso wie ihre Kolleginnen / Kollegen auf der Arbeit.
Ja, aber einen zweiten Nachfüllbeutel zu kaufen und die Mühle leer zu lassen ist doch einfach nur bescheuert. Das ist doch keine Hilfe. Wie soll Dich Deine Frau denn bei solchen Aktionen ernst nehmen?
Zitat von Darek: Gestern Nachmittag hat meine Frau das Wocheende als total unproduktiv bezeichnet.
Sie kommt ja auch zu nichts, wenn sie mit so jemandem wie Dir "zusammen arbeitet".
Wann warst Du ihr das letze Mal eine echte Hilfe?
Wie soll sie Respekt für einen Mann aufrecht erhalten, der jede ihrer Regungen auf Fehler absucht, während er selbst nicht mal die Pfeffermühle aufgefüllt bekommt?
Zitat von Darek: ich wäre im alten Muster, der meiner Frau gefallen hat
Dein altes Muster hat ihr noch nie gefallen. Vielleicht das Muster vor der Hochzeit. Aber seit der Hochzeit, spätestens den Kindern, arbeitest Du Dich doch an ihr ab. Aber sie hat Deine Schwächen hingenommen und ausgeglichen, weil sie Dich geliebt hat. Und ist darüber erschöpft und frustriert geworden.
Ob da bei ihr noch Liebe ist oder nur die Angst, dass Du als geschiedener Ex und Trennungsvater dann noch weniger auf die Kette bekommst und Dich noch mehr passiv wehren musst?
Was hätte sie für ein Leben haben können mit einem Mann, der Dinge im Haushalt nicht verkorkst, weil es für ihn um Mitsprache und Tonalität geht, wo andere einfach nur mit den Geburtstagsvorbereitungen und dem Kochen fertig werden wollen.
Und wenn sich dann in der Paartherapie herausstellt, dass sie Deine Probleme mit Aufträgen von Müttern nicht lösen kann, kann sie wieder die Erwachsene im Raum sein, die die Ehe beendet, weil Du es selbst nicht ausgesprochen bekommst.
Ich wünsche euch beiden, dass Deine Frau die Kur bald antreten kann. Vielleicht gewinnt sie da die Kraft, ihre und Deine Probleme mit ihr zu lösen.