Anders
Gast
Es ist sehr sehr interessant, das Thema Liebe, Affäre, Verliebtsein, Bindung.
Wer sich damit etwas wissenschaftlicher und theoretisch auseinandersetzt, erkennt, dass wir tatsächlich einfach nur Opfer unserer eigenen Chemie sind oder werden.
Ich persönlich finde ja, die verstandesgelenkte Herangehensweise an den Liebeskummer oder gleich am Anfang, noch bevor es zum Liebeskummer kommen könnte-an die Verliebtheit-als sehr hilfreich.
Sie macht klar, dass nicht ICH im Dreieck springe oder im Kreis laufe, sondern dass meine Hormone verrückt spielen.
Mein dopaminerges System aus dem Gleichgewicht ist.
Ich erkenne die Logik hinter den Worten Verliebtheit und Leidenschaft, mein Serotoninspiegel wird durch die Befeuerung mit Dopamin auf Dauer völlig aus dem Gleichgewicht gebracht. Was folgen wird ist eine Art Depression, da der Körper nicht ewig mit den Neurotransmittern so haushalten kann wie am Anfang einer Liebschaft.
Zu stressig für das Hirn, zuviel Eiweiß und Glucoseverbrauch, die Denkleistung und Problemlösung - der eigentliche Zweck unseres Hirns- ist zu stark eingeschränkt.
Dopamin wird heruntergefahren, Serotonin hat jetzt ein Surplus.
So durcheinander wie in der Verliebtheit ist es nun wieder, in der Trennung eben konträr.
Wie geschrieben. Unglaublich spannend was da so in unserem Kopf abgeht wenn wir es zulassen.
Bei einer Affäre kommt erschwerend hinzu, dass unser Belohnungssystem zwar die ganze Zeit aktiviert ist, durch das unentwegte Denken an die Person und das Ausmalen des Alltags mit ihr (ich schrieb schon einmal - das Hirn unterscheidet in der Verarbeitung nicht zwischen real oder irreal-visualisiert man sich mit einer Person und empfindet dabei-wird das limbische System in Gang gesetzt und was wir visuell erleben geht zack, als Erinnerung schön beklöppelt mit Gefühlen in den Hippocampus) jedoch so selten bedient wird.
Und schon sind wir Menschen optimales Klientel für eine Dr0genberatungsstätte.
Denn was in einer Affäre passiert, ist fast identisch mit dem, was im Hirn im Falle einer Sucht und der Nichtverfügbarkeit des Suchtmittels stattfindet.
Es ist sehr einfach sich zu schützen vor derartig hirnkatastrophalen Zuständen.
Hände weg von Dr0gen!
Im Falle von menschlicher Substanz - Nichtverfügbaren Menschen.
Spannend : )
Meine Dr0ge sozusagen.